Tino Dannecker (am Ball) und dem TSV Ehningen gelang gegen den 1.FC Eislingen der vierte Sieg in Folge. Foto: Eibner/Daniele La Rocca
In der Fußball-Landesliga, Staffel II, will die SV Böblingen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Dafür braucht es drei Punkte beim TSVgg Plattenhardt.
Während sich die SV Böblingen durch zwei Siege in Folge viel Selbstvertrauen im Abstiegskampf erarbeitet hat, will der GSV Maichingen in der Fußball-Landesliga, Staffel II, nach zwei Niederlagen in Folge nun endlich wieder dreifach punkten, um sich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen. In ganz anderen Gefilden befindet sich der TSV Ehningen. Den Tabellenführer erwartet beim MTV Stuttgart eine knifflige Aufgabe.
TSVgg Plattenhardt – SV Böblingen
Fast ein Jahr lang hat es gedauert, bis die Böblinger in der Landesliga wieder zwei Siege in Folge eingefahren haben. Im Mai 2025 sicherten sie sich mit drei Dreiern am Stück den Klassenerhalt. Ganz soweit sind sie in diesem Jahr zwar noch nicht. Doch wenn ihnen am Sonntag (15 Uhr) bei der SpVgg Plattenhardt der nächste Streich gelingt, sollte der Ligaverbleib nur noch Formsache sein.
„Wir können einen sehr großen Schritt machen“, sagt SVB-Trainer Slobodan Markovic. Was ihn positiv stimmt: Durch die jüngsten Auftritte habe seine Mannschaft ordentlich Selbstvertrauen getankt. Das merkt man auch auf dem Platz. „Es bringt uns nicht mehr jeder Fehler aus dem Konzept“, so Markovic.
Beim jüngsten Auswärtsspiel beim FV Sontheim/Brenz gelang Lennart Häßler (am Ball) Foto: Eibner/Jani Pless
Für den Übungsleiter ist die Partie derweil eine ganz besondere. „Ich habe in Plattenhardt viel erlebt und dem Verein sehr viel zu verdanken“, weiß er. „Doch jetzt bin ich voll und ganz in Böblingen und zu 100 Prozent fokussiert auf diese Aufgabe.“ Das heißt, dass er den Auftritt an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zwar genießen, jedoch auch unbedingt gewinnen möchte.
SV Böblingen muss erneut auf Marvin Pietruschka verzichten
Bei diesem Vorhaben kann er erneut auf Felix Widmann zählen. Deutlich schlechter sieht es bei Marvin Pietruschka aus. Der Angreifer hat sich beim Sieg gegen den TSV Köngen abermals verletzt. „Das ist wirklich sehr bitter für ihn“, kann Markovic nicht fassen, dass sein Spieler derart vom Pech verfolgt zu sein scheint.
MTV Stuttgart – TSV Ehningen
Eine besonders gute Stimmung herrscht aktuell bei Tabellenführer TSV Ehningen. „Seit dem Sieg beim TSVgg Plattenhardt vor zwei Wochen ist noch mal eine andere Atmosphäre im Training“, beschreibt Co-Trainer Manuel Schaitel.
Und die hat gleich mehrere Gründe. Zum einen kehrten jüngst die langzeitverletzten Daren Tchomgouo und Mikail Dagli zurück. „Zum Spiel wird es zwar nicht reichen, aber sie sind seit Dienstag wieder im Mannschaftstraining“, so Schaitel. Zum anderen ist es die aktuelle Formkurve – denn die zeigt steil nach oben.
Vier Siege aus den vergangenen vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache. „Es macht gerade wirklich Spaß. Ich merke, dass die Jungs heiß sind, weiter Gas zu geben“, grinst der Übungsleiter. Gegen den kommenden Gegner MTV Stuttgart (Sonntag, 15 Uhr) haben seine Schützlinge in dieser Saison bereits gute Erfahrungen gesammelt. Im Hinspiel feierten die Schalkwiesenkicker einen 8:0-Heimerfolg. „Bei uns hat alles funktioniert – beim Gegner gar nichts“, erinnert sich Schaitel. Damals hätte sich der aktuell Vorletzte unter Wert verkauft.
TSV Ehningen ist vor dem kommenden Gegner gewarnt
Die jüngsten Ergebnisse bestätigen seine These. Die Gastgeber haben eine regelrechte Aufholjagd gestartet und glauben nach sieben Punkten aus drei Spielen wieder an den Klassenerhalt. „Uns erwartet ein ganz schweres Spiel“, blickt Schaitel in die Glaskugel, betont aber auch: „Wenn wir die gleiche Spielfreude und Leidenschaft wie in den vergangenen Wochen auf den Platz bekommen, ist es für jeden Gegner schwer gegen uns zu spielen.“
Denn eines ist auch klar: „Wir stehen ganz vorne, da wollen wir auch bleiben“, nickt der Übungsleiter. Personell muss er lediglich auf den gelb-rot gesperrten Kenan Kasikci verzichten. Lars Jäger und Marcel Berberoglu sind von ihrer Geschäftsreise zurück.
So schnell kann es im Fußball gehen. Mitte April war der GSV Maichingen noch die beste Rückrundenmannschaft,in den vergangenen drei Partien holten die grün-weißen dann nur noch einen Punkt. Der Blick geht trotz der guten Rückserie noch immer nach unten, auch wenn es weiterhin sieben Punkte auf den Relegationsplatz sind.
Gegen den TV Echterdingen (Sonntag, 15 Uhr) sollen nun die fehlenden Zähler für den Klassenerhalt folgen: „Wir wollen wieder ein Erfolgserlebnis, das würde auch unserer Seele gut tun. Wir haben noch fünf Spiele, da sind noch 15 Punkte zu vergeben. Mit einem Sieg können wir den Gegner auf Distanz halten“ so Trainer Thomas Wohland.
Personallage ist beim GSV Maichingen weiterhin angespannt
Vielleicht ist das Hinspiel dabei ein gutes Omen. Damals gab es ebenfalls eine Niederlage gegen den TV Neuhausen und darauf einen 4:0-Sieg in Echterdingen. Thomas Wohland warnt aber vor dem Gegner: „Echterdingen hatte einen Trainerwechsel, die haben sich stabilisiert und treten gefestigter auf. Und sie haben mit unserem Ex-Maichinger Michael Deutsche sowie Caglar Celiktas viel Qualität.“
Bei den Gastgebern ist hingegen die Personalsituation weiter angespannt. Renato Peric wird privat bedingt fehlen, Filippo Intemperante musste schon in Neuhausen mit Adduktorenproblemen zuschauen. „Bei ihm ist es noch unklar, ob er uns am Sonntag zur Verfügung stehen wird“. Dafür rechnet der GSV-Coach mit Alexander Schmidt, der wieder trainiert hat.
„Was die Zahlen angeht, haben wir ein umgekehrtes Bild als in den Spielen zuvor“, räumt VfL-Trainer Thomas Siegmund ein. „Klar haben die letzten Resultate nicht unbedingt zur Zufriedenheit beigetragen.“ Das überrascht ihn aber auch nicht: „Es ist eben Teil des Umstellungsprozesses, in dem wir uns befinden, dass es mal in die eine und mal in die andere Richtung gehen kann.“
VfL Sindelfingen will dem Gegner Paroli bieten
Die Möglichkeit, dem Ganzen wieder eine andere Richtung zu geben, haben seine Schützlinge am Samstag um 15.30 Uhr, wenn sie zu Hause den FV Neuhausen empfangen. Dafür braucht es jedoch mehr Entschlossenheit in den Zweikämpfen und vor dem gegnerischen Tor als zuletzt beim Auftritt in Bad Boll. „Um nicht Gefahr zu laufen, noch mal hinten reinzurutschen, müssen wir schauen, dass wir dem Gegner emotional entsprechend Paroli bieten“, warnt Siegmund davor, die Dinge zu salopp zu nehmen.
Die Elf von FVN-Spielertrainer Ugur Yilmaz wird sich nämlich nicht kampflos ergeben, sondern sich mit allen Mitteln wehren. Der Tabellenelfte hat in der Rückrunde bisher erst neun Punkte geholt und benötigt noch dringend den einen oder anderen Zähler, um sich keine Abstiegssorgen mehr machen zu müssen. Beim VfL entscheidet sich kurzfristig, ob Raphael Molitor und Artan Ademi nach ihren Knieproblemen mitwirken können.