Fußball-Landesliga, Staffel II GSV Maichingen holt den Derbysieg dank einer stabilen Defensive

Dzan Komarica (re.) vom GSV Maichingen sorgte für die Entscheidung. Foto: Eibner

Der GSV Maichingen entscheidet das Derby beim VfL Sindelfingen für sich. Dank einer starken Abwehr und einer effizienten Offensive.

Während die Spieler des VfL Sindelfingen enttäuscht den Rasen des Floschenstadions verließen, feierte der GSV Maichingen seinen 2:0-Erfolg am Ostersamstag mit „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!”-Sprechchören. Und Thomas Wohland war zufrieden. „Wir wollten das Zentrum stabil halten. Diesen Plan haben wir heute hervorragend umgesetzt“, lobte GSV-Trainer. Bei seinem Gegenüber Thomas Siegmund war die Gefühlslage dagegen eine ganz andere. „Am Ende ist das Ergebnis entscheidend – und das fühlt sich für uns heute nicht stimmig an“, sagte der VfL-Coach.

 

Dass die Gastgeber am Ende mit leeren Händen dastanden, hatte mehrere Ursachen. Zum einen hatten die zuletzt so formstarken Andre Simao, Artan Ademi und Bünyamin Bakacs gegen die von Martin Topic und Heiko Schall gut organisierte Defensive der Gäste ihr Visier zu oft falsch eingestellt. Zum anderen rannten sie sich bei Einzelaktionen auch immer wieder fest. Und: Was trotz allen auf den Kasten kam, meisterte der fehlerfreie GSV-Keeper Mehmet Colak mit Bravour.

Dabei starteten die Hausherren zunächst gut in die Partie. Einen Steilpass von Raphael Molitor legte Simao zurück auf Tobias Kubitzsch, der jedoch aus aussichtsreicher Position weit übers Tor schoss. Der VfL war optisch überlegen, konnte daraus allerdings kein Kapital schlagen. Mehmet Colak war bei den Schüssen von Bünyamin Bakacs auf dem Posten, den Versuch von Simao blockten bereits die Vorderleute des Maichinger Torhüters ab. Dazu fand eine Flanke von Arbed Bytyci in der Mitte keinen Abnehmer.

Auf der Gegenseite verpasste Filippo Intemperante bei der ersten gefährlichen Offensivaktion des GSV eine Flanke von Kane Ehmke knapp. Auch zwei weitere Abschlüsse verfehlten das Ziel deutlich.

Entscheidung in der Nachspielzeit

Das änderte sich dann nach rund einer halben Stunde. Den ersten Schuss von Mario Ferrelli konnte VfL-Torhüter Alexander Bachmann mit Unterstützung des Pfostens noch abwehren. Beim Kopfball von Martin Topic nach der darauffolgenden Ecke war er jedoch chancenlos – 0:1. „In beiden Situationen gehen wir einfach nicht konsequent genug in die Zweikämpfe“, analysierte Siegmund kopfschüttelnd.

In der Sindelfinger Offensive versuchten es danach Ademi und Bakacs weiter mit Freistößen und Abschlüssen, doch beide fanden im Gäste-Keeper ihren Meister. „Wir hatten mehr Spielanteile, aber vorne kamen wir einfach noch nicht so zum Zug“, klagte der sportliche Leiter Bastian Bothner – und hatte da noch Hoffnung auf Besserung in der zweiten Hälfte. Dieser Wunsch wurde jedoch nicht erfüllt. Zwar sorgte die Einwechslung von Tahir Bahadir für Schwung, doch die Gastgeber fanden weiterhin nicht die Mittel, um die vielbeinige Gästeabwehr entscheidend zu knacken. Bakcas Freistoß ging weit übers Tor. Bei den Kopfbällen von Brendle und Bahadir war Colak ebenso zur Stelle wie bei den beiden besten VfL-Chancen in der 78. und 84. Minute. Dazwischen hätten Flaig und Intemperante sogar für das Maichinger 2:0 sorgen können. Das gelang dann in der Nachspielzeit.

Finn Edelmann nutzte einen Fehlpass des Kontrahenten und bediente Dzan Komarica. „Diese Szene war symptomatisch. Wir haben heute zu oft die falsche Entscheidung getroffen“, grantelte Siegmund. Wohland hingegen strahlte: „Die Einstellung hat gestimmt. Die drei Punkte tun uns richtig gut.“

VfL Sindelfingen: Bachmann, Simao, Bakacs, Kizilagil, Kubitzsch (67. Gashi), Bytyci (46. Bahadir), Molitor (56. Edelmann), Kilinc (86. Biedma-Andrades), Dittrich, Ademi (86. Schuckenböhmer), Brendle

GSV Maichingen: Colak, Topic, Schmidt, Flaig (90. Syla), Peric (64. Semeraro), Intemperante (86. Orfeo), Moreira, Ferrelli (79. Komarica), Vila (90.+3 Sarak), Schall, Ehmke

Tore: 0:1 (29.) Topic, 0:2 (90.+6.) Komarica.  – Zuschauer: 375

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