Kurz nach diesem Zweikampf in Neuhausen ist es passiert: Marcel Sigloch (li.) vom TSV Ehningen zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt jetzt einen Monat aus. Foto: Eibner/Edward Cheung
Irgendwie kann in der Fußball-Landesliga, Staffel II, jeder jeden schlagen. Deshalb tun VfL Sindelfingen, GSV Maichingen, SV Böblingen und TSV Ehningen gut daran, nicht nachzulassen.
Michael Schwartz, Andreas Reichert, Sascha Berger und Kevin Schuon
Zwischen Rang eins und fünf liegen gerade einmal fünf Punkte, zwischen den Plätzen neun und vierzehn sind es vier Zähler. Co-Trainer Manuel Schaitel vom TSV Ehningen beschreibt diese Ausgeglichenheit so: „Mit zwei Siegen am Stück ist man vorne dran, mit zwei Niederlagen hintereinander geht der Blick eher nach hinten.
SV Böblingen – TSV Bad Boll
Aus den beiden Auswärtsspielen zum Jahresauftakt hat die SVB je einen Zähler mitgenommen. Ein ordentlicher Start, obwohl beim 1:1 in Waldhausen zuletzt auch ein Sieg möglich gewesen wäre. Dennoch ist Trainer Slobodan Markovic bisher zufrieden. „Vor allem, wenn man überlegt, wie die Punkte zustande gekommen sind“, findet er.
Zudem sieht er eine positive Entwicklung und betont, dass seine Jungs an einem Strang ziehen. „Wir müssen weiter hungrig bleiben – mit dem Ball und gegen den Ball“, fordert er. Denn vor allem in der Defensive stehen seine Schützlinge aktuell sehr stabil. Aus dem Spiel heraus haben sie in beiden Partien keinen Treffer zugelassen, sondern wurden nur nach Standards geschlagen.
Macht weiterhin Fortschritte: Adrian Körtge Corral (2. v. re.) ist auf dem Weg zur vollständigen Genesung. Foto: Eibner/Jani Pless
SV Böblingen will gegen TSV Bad Boll den ersten Sieg in 2026
Markovic ist überzeugt: „Wenn wir so weitermachen, dann fangen wir auch mit dem Gewinnen an.“ Vielleicht sogar schon am Sonntag (15 Uhr)? Den gegnerischen TSV schätzt der Böblinger Coach vor allem spielerisch noch einmal einen Tick stärker ein als Waldhausen. In der Vergangenheit kam seine Truppe mit so etwas jedoch deutlich besser zurecht als gegen Teams, die hinten den Bus parken.
Auch personell geht es weiter voran. Maurice Zivny stand am vergangenen Wochenende bereits wieder zwischen den Pfosten. Adrian Körtge Corral und Marvin Pietruschka konnten ebenfalls wieder mitmischen und machen weiterhin Fortschritte. Lediglich Felipe Arellano Torres muss noch einmal gesperrt zuschauen. Abgesehen davon sollte der Kader komplett sein.
Wen immer man fragt, hört man meistens die selbe Einschätzung: Die aktuell auf dem drittletzten Platz stehenden Echterdinger werden sicherlich nicht im Keller verweilen. Auch Ehningens Co-Trainer Manuel Schaitel sieht das so: „Die haben einfach viel Qualität. Am Anfang der Saison haben sie die Staffel als Verbandsliga-Absteiger vielleicht unterschätzt und gedacht, sie spielen locker vorne mit.“ Einmal in der Negativspirale drin, sei es schwer gewesen, dort wieder herauszukommen. „Aber schon vor der Winterpause waren sie tendenziell ja stabiler, und außerdem haben sie jetzt ein paar Neuzugänge.“
Dementsprechend sei der 5:0-Auswärtserfolg des TSV beim TVE in der Hinrunde zwar kein Muster ohne Wert, aber in gewisser Weise zu vernachlässigen. Zumal schon damals das Ergebnis deutlicher ausfiel, als es vom Verlauf her hätte sein müssen. „Es macht also Sinn, dass wir uns auf uns konzentrieren und unser eigenes Spiel auf den Platz bringen“, erklärt Schaitel. Auf dem eigenen Kunstrasen sei dies für die ballsichere Mannschaft auch deutlich besser möglich als zuletzt beim 3:0-Erfolg auf dem holprigen Geläuf in Neuhausen.
TSV Ehningen hat gegen TV Echterdingen personell die Qual der Wahl
Ebenfalls ein Pluspunkt ist die personelle Vielfalt, die ihm und Coach Johannes Pfeiffer derzeit tatsächlich zur Verfügung steht. Nur Marcel Sigloch (Muskelfaserriss) fällt wohl einen Monat lang aus, und Daren Tchomgouo fehlt ebenfalls weiterhin. Dafür wird Ender Özcan nach abgesessener Rotsperre wieder eine Option sein.
Last but not least dürfte ein Blick auf die Tabelle beflügelnd wirken, wo die Schalkwiesenkicker derzeit Rang drei belegen. „Man nimmt es zwar wahr, aber im Endeffekt ist es kein Thema“, relativiert Schaitel. „Es kann nämlich schnell wieder in die andere Richtung gehen. Deshalb wird Halbgas nie ausreichen.“
TSVgg Plattenhardt – VfL Sindelfingen
„Der Sieg gegen den TSV Köngen ist eine Bestätigung unserer Arbeit in der Vorbereitung, aber auch nur so viel wert, wie wir jetzt in der Lage sind nachzulegen“, hält VfL-Trainer Thomas Siegmund den Ball nach dem 3:0 gegen den Spitzenreiter bewusst flach.
Sein Blick geht eher nach hinten, denn er rechnet damit, dass Teams wie SC Geislingen, TV Echterdingen und MTV Stuttgart andere Resultate als in der Hinrunde einfahren werden. „Darum tun wir gut daran, die Weichen so zu stellen, dass wir uns nachhaltig in die richtige Richtung bewegen und erst einmal einen Abstand zu diesen Mannschaften aufbauen.”
TSVgg Plattenhardt steht gegen den VfL Sindelfingen unter Druck
Auf dem Weg dorthin wartet am Sonntag (15 Uhr) der Tabellenzwölfte. Und mit dem haben die Sindelfinger aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen. Eine überschaubare Leistung und ein spätes Gegentor führten damals zu einer 0:1-Niederlage gegen den Aufsteiger. Hinzu kommt, dass die TSVgg unter Druck steht.
„Nach der Niederlage in Maichingen ist Plattenhardt sicher fest entschlossen, das gegen uns wiedergutzumachen, um nicht weiter hinten reinzurutschen“, vermutet Siegmund. Wie man die Gastgeber schlagen kann, hat er beim 7:0-Vorrundenerfolg als damaliger Coach der SV Böblingen gezeigt. Durch die Rückkehr von Metehan Kizilagil sowie die Genesungsfortschritte von Raphael Molitor und Finn Edelmann stehen ihm zudem weitere personelle Alternativen zur Verfügung.
1. FC Eislingen – GSV Maichingen
Mit dem Sieg gegen Plattenhardt ist dem GSV nicht nur der Anschluss ans Tabellenmittelfeld gelungen. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft in den Schlussminuten die Partie noch gedreht hat, wird ihr Auftrieb geben .
„Der Erfolg war nicht nur für die Tabelle wichtig, sondern auch für das eigene Wohlbefinden“, formuliert es Trainer Thomas Wohland. „Wir haben gesehen, dass man Berge versetzen kann, wenn man an sich glaubt. Dabei zeigte vor allem die in der Hinrunde so anfällige Defensive einen starken Auftritt und ließ so gut wie keine gegnerischen Chancen zu. „Das sah gut aus und wird auch weiter der Grundstein sein, aber wir haben ebenso gesehen, dass wir trotzdem wegen eines einzigen Fehlers auch verlieren könnten“, warnt der Coach.
GSV Maichingen hätte Hinspiel gegen 1. FC Eislingen nicht verlieren müssen
Auf den vermeintlichen Relegationsplatz haben die Grün-Weißen nach wie vor nur zwei Punkte Vorsprung. Daher wollen und sollten sie nachlegen: „Wir müssen die Serie fortsetzen, aber in Eislingen werden wir mehr gefordert sein“, denkt Wohland. Denn von der Niederlage des Tabellenzweiten beim MTV Stuttgart lässt er sich nicht blenden: „Wir wissen aus der Hinrunde, dass der Gegner eine taktisch und spielerisch sehr gutes Team mit einem sehr guten Trainer ist.“
Damals verloren die Maichinger mit 2:3, konnten aber auch sehen, dass der Aufsteiger durchaus Schwächen hat. „Wir müssen die beschäftigen, und vorne sind wir immer für ein Tor gut“, ist Wohland nicht bange. Personell muss er allerdings neben den weiterhin verletzten Anil Sarak, David Filipovic und Darius Romanyuk auch auf Martin Topic und Filip Jose Marques Moreira verzichten, die aus privaten Gründen fehlen werden.