Während auf der einen Seite der Spitzenreiter den nun nahezu sicheren Titel feierte, kommen die Gäste einfach nicht raus aus dem Tabellenkeller. „Wir haben es wieder einmal geschafft, gegen einen starken Gegner das Spiel bis zum Ende offen und hochklassig zu gestalten“, sagte Trainer Thomas Siegmund. Das sei die positive Seite der Medaille. Und die negative: „Die Art und Weise, wie wir diese Partien am Ende verlieren, nervt so langsam.“
Gegentore fallen zu leicht
Es sind die wiederkehrenden Muster: Vorne macht das Team seine Tore nicht – und hinten lädt es den Gegner regelmäßig dazu ein. So auch im Stuttgarter Stadtteil, das erste Mal bereits nach wenigen Minuten. Bastian Joas musste das Leder nur noch zur 1:0-Führung einschieben. „Wir kommen danach jedoch gut zurück“, beobachtete Siegmund, wie seine Mannschaft versuchte, das Geschehen an sich zu reißen. Alban Dodoli setzte sich stark auf der linken Seite durch, legte quer, und Sascha Raich musste die Kugel nur noch aus einem Meter Entfernung zum Ausgleich über die Linie drücken.
Danach scheiterte zunächst Felix Widmann mit einem abgefälschten Schuss an der Latte und anschließend auch Fabio Carneiro de Carvalho, als Keeper Zacharias Velvelidis seinen Abschluss gerade noch an den Querbalken lenkte. „Das macht einfach was mit einem“, haderte Siegmund mit den vergebenen Großchancen.
Direkt nach Wiederanpfiff dann dasselbe Bild: Die Böblinger wollten das Pressing des Kontrahenten überspielen, doch dabei unterlief ihnen ein verhängnisvoller Fehler. Kapitän Bjarne Hamann spielte im eigenen Sechzehner einem Rivalen in die Füße, Samir Genc vollstreckte eiskalt zum 2:1. „Sie nutzen unsere Fehler natürlich auch super aus“, sagte Siegmund, der danach seine Jungs mehrfach dazu ermutigte, an der gewohnten Spielweise festzuhalten. Diese beinhaltet ein gewisses Risiko. „Das ist mir jedoch lieber, als die Bälle blind nach vorne zu schlagen“, betonte er.
Beinahe fällt der erneute Ausgleich
Mit dem Rückstand wurde es jedoch zunehmend schwerer für die SVB. Carneiro de Carvalho und der eingewechselte Ivan Vargas-Müller schrammten haarscharf am erneuten Gleichstand vorbei, später verpassten Enis Küley, Terry Offei und Tamer-Harun Fara die Vorentscheidung für die Weilimdorfer. Diese fiel, als Luka Milenkovic eine Ecke wieder scharf machte und Daniel Baierle aus kurzer Distanz einnickte.
„Am Ende ist das dann auch verdient“, sagte Thomas Siegmund anerkennend. Auch wenn Carneiro de Carvalho in der Nachspielzeit noch den dritten Aluminiumtreffer seiner Truppe markierte. „Irgendwann ist es einfach nur noch bitter.“
SV Böblingen: Becker, Häßler, Hamann, Carneiro de Carvalho, Dodoli, Widmann, Arellano Torres, Schragner (77. Hesmer), Raich (34. Vargas Müller/84. Hlebec), Cilhüseyin (66. Schrade), Emirzeoglu (55. Lendl).
Tore: 1:0 (8.) Joas, 1:1 (19.) Raich, 2:1 (47.) Genc, 3:1 (90.) Baierle.
Zuschauer: 200.