Effizienter vor dem gegnerischen Kasten: Der TSV Ehningen bejubelte einen verdienten Sieg gegen den VfL Sindelfingen. Foto: Stefanie Schlecht
Die Fußballer des TSV Ehningen haben Lokalrivale VfL Sindelfingen die erste Niederlage in der Landesliga, Staffel II, seit 13. September beigebracht und diesen in der Tabelle überholt.
Andreas Reichert
09.11.2025 - 11:31 Uhr
Mit einem 2:1-Sieg beendete der TSV Ehningen die Erfolgsserie des VfL Sindelfingen in der Fußball-Landesliga, Staffel II. Einen großen Anteil daran hatte Lars Jäger, der einen Treffer selbst erzielte und eine Vorlage beisteuerte.
Beide Mannschaften starteten schwungvoll. Bereits der erste Angriff der Gastgeber endete mit einem Abschluss durch Lars Jäger. Kurz darauf vergab Artan Ademi eine gute Gelegenheit für die Gäste. „Da hätten wir in Führung gehen können“, meinte sein Trainer Maik Schütt und sprach von einem gelungenen Start seiner Elf. „Aber mit fortschreitender Dauer kam im ersten Durchgang dann zu wenig von uns, und die notwendige Intensität fehlte.“
TSV Ehningen und VfL Sindelfingen werden den Erwartungen nicht gerecht
Tatsächlich wurde die Begegnung den Erwartungen der mehr als 300 Zuschauer zumindest spielerisch über weite Strecken nicht gerecht. Das lag auch an der Taktik der Einheimischen. „Wir wollten kompakt stehen und denen den Ball überlassen, um dann nach Balleroberungen selbst kreativ zu werden oder mit schnellen Umschaltmomenten zum Erfolg zu kommen“, erläuterte deren Coach Johannes Pfeiffer seinen Matchplan.
Nach flottem Beginn neutralisierten sich die Lokalrivalen zunächst und ließen im Aufbau häufig die erforderliche Präzision vermissen. Bei langen Pässen waren hüben wie drüben die Defensivabteilungen rechtzeitig zur Stelle. Zwar landete das Leder recht früh erstmals im Sindelfinger Netz, doch der vermeintliche Treffer zählte wegen eines vorherigen Fouls an Kenan Kasikci nicht. Nachdem letzterer einen Schuss von Gökhan Akyüz abgeblockt und ein Versuch von Gabriel Körtge Corral das Ziel weit verfehlt hatte, war VfL-Keeper Alexander Bachmann nach einer scharfen Hereingabe von Lars Jäger erstmals gefordert.
Dass sie auf Lars Jäger (re.) besonders achten müssen, wussten Lucas Schuckenböhmer (li.) und die Sindelfinger: Dennoch wurde der Ehninger wieder einmal zum Matchwinner. Foto: Stefanie Schlecht
Nicht viel später war er geschlagen, als Gökhan Akyüz schlitzohrig eine Flanke von Lars Jäger zum besser postierten Gabriel Körtge Corral durchließ und der die Chance eiskalt zum 1:0 für den TSV verwandelte. „Unseren ersten Stellungsfehler hat Ehningen gleich zur Führung genutzt“, schüttelte Maik Schütt den Kopf.
Im Anschluss klärte Max Brendle für die Auswärtstruppe vor Maurice Dreher. Auf der Gegenseite bekam Gianluca Gamuzza die Kugel nach dem Zusammenspiel von Aaron Biedma-Andrades und André Simao nicht unter Kontrolle. Das war es dann auch schon vor dem Pausensprudel. „Geplant war, nach dem Seitenwechsel wieder mehr Initiative zu zeigen“, erläuterte Maik Schütt.
Mit einem Freistoß von Marcel Berberoglu und einem Kopfball von Christian Bildl waren es allerdings die Gelb-Blauen, welche die ersten Akzente setzten. Und als Lars Jäger nach einer Vorlage von Maurice Dreher die Pille gekonnt im langen Eck versenkte, stand es 2:0. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, nickte Johannes Pfeiffer zufrieden. Maik Schütt räumte ein: „Während wir unsere wenigen Chancen nicht genutzt haben, war der Gegner deutlich effizienter.“
Weil die Kicker von der Schalkwiese die Räume danach noch enger machten und das Geschehen zerfahren war, brachte Maik Schütt nun Tobias Kubitzsch und Arbes Bytyci. „Mit den Einwechslungen kam neuer Schwung“, nickte er. Den Freistoß von Gianluca Gamuzza lenkte TSV-Schlussmann Mustafa Görkem über die Latte, leistete sich dann gegen Arbes Bytyci aber eine Unsicherheit und schließlich einen dicken Patzer. Sein Fehlpass zu André Simao führte nämlich zum Anschlusstreffer des VfL durch Arbes Bytyci – nur noch 2:1.
Anschließend wurde es wild. Die Sindelfinger warfen alles nach vorne und hatten Glück, dass Dean Boughanmi statt querzulegen selbst abschloss. Christian Bildl verhinderte nach einem weiteren Fehler der Ehninger Abwehr den möglichen Ausgleich durch Tobias Kubitzsch. „Hätten wir den noch kassiert, hätten wir uns in den Allerwertesten gebissen“, atmete Johannes Pfeiffer nach dem seiner Ansicht nach verdienten Dreier erst einmal durch.