Fußball-Landesliga, Staffel II VfL Sindelfingen gegen SV Böblingen hält nicht, was es versprochen hat

Leistungsgerechtes Unentschieden: Gianluca Gamuzza (re.) und der VfL Sindelfingen lieferten genau wie Bjarne Hamann (in Weiß) und die SV Böblingen nur wenige Highlights. Foto: Eibner/Silas Kunz

In einem Derby ohne große spielerische Höhepunkte trennen sich der VfL Sindelfingen und die SV Böblingen in der Fußball-Landesliga, Staffel II, leistungsgerecht mit 2:2. Dabei spiegelt der wechselhafte Verlauf die bisherige Saison wider – beiden Mannschaften mangelt es an der nötigen Konstanz.

Trainer Thomas Siegmund von der SV Böblingen hatte im Vorfeld der Partie beim VfL Sindelfingen in der Landesliga, Staffel II, noch mit einem spannenden Duell gerechnet, „in dem zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die attraktiven Fußball spielen wollen“. Doch das Geschehen blieb hinter den Erwartungen zurück und gehörte zu den schwächeren Begegnungen in der traditionsreichen Derby-Geschichte beider Vereine. Gastgeber-Coach Maik Schütt sprach gar vom bisher schwächsten Aufeinandertreffen gegen den Lokalrivalen während seiner Zeit auf der Kommandobrücke.

 

In der Tat leisteten sich die Akteure beider Teams in schöner Regelmäßigkeit einfache Abspielfehler und rutschten auf dem eigentlich trockenen Rasen unerklärlicherweise auch immer wieder aus. Nach einer Anfangsphase mit wenig Kombinationsfluss, waren es die Gäste, die zuerst ihren Rhythmus fanden und mehr Ballbesitz hatten. Ein erster Distanzschuss von Marvin Pietruschka, der später zur Pause verletzt ausschied, brachte jedoch noch keine Gefahr.

Brenzliger wurde es nach einer Viertelstunde, als Felix Widmann aus der Distanz abzog, Keeper Maurice Zivny den Ball nur nach vorne abwehren konnte und Semih Emirzeoglu den Nachschuss übers Gehäuse setzte. Aber dafür ging die SVB wenig später in Führung. Der starke Pietruschka tanzte an der Grundlinie einen Abwehrmann aus, und Raphael Molitor fälschte die Hereingabe beim Klärungsversuch vor dem einschussbereiten Emirzeoglu in den eigenen Kasten ab.

Marvin Pietruschka (re.) lieferte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslungen ein starkes Derby ab. Foto: Eibner/Silas Kunz

Das war der Weckruf für die Hausherren, deren einzige Offensivszene bis dahin eine Flanke von Niko Kotecki hinter das Tor war. Einen Schuss von Andre Simao wehrte Schlussmann Finn Guist zur Ecke ab. Simaos Pass in die Gasse auf Aaron Biedma-Andrades geriet etwas zu lang, Bünyamin Bakacs Fernschuss zu hoch. Als Gianluca Gamuzza nach einem Patzer des Kontrahenten das Ziel knapp verfehlte, vergab er die bis dahin beste Möglichkeit zum Ausgleich. Dieser fiel dann kurz darauf, als Guist einen Versuch von Kotecki an den Pfosten lenkte und Bakacs abstaubte. Aus Sicht von Siegmund ein vermeidbarer Treffer.

Ansonsten äußerte sich der Übungsleiter aber zufrieden, „wie wir die personellen Schwierigkeiten und die damit verbundenen Umstellungen kompensiert haben“. Schütt war hingegen äußerst ungehalten: „Das war von allem viel zu wenig. Wir sind nicht in die Gänge gekommen, hatten keine gute Eröffnung, zu wenig Tiefenläufe, und unser Pressing war nicht intensiv genug.“ Zudem vermisste er vor allem bei Kontersituationen die Präzision und insgesamt die notwendige Leidenschaft.

Einen der wenigen sehenswerten Spielzüge, der auch prompt zum 2:1 führte, zeigte seine Elf kurz nach dem Seitenwechsel. Nach gelungener Verlagerung und einer schönen Kombination über Biedma-Andrades und Tobias Kubitzsch war Gamuzza zur Stelle und erzielte seinen 19. Saisontreffer. „Da waren wir zurück und hätten konsequent auf den dritten Treffer gehen müssen. Stattdessen kassieren wir wenig später durch einen individuellen Fehler den Ausgleich“, konnte sich Schütt nur kurz über die Führung freuen. Fabio Carneiro de Carvalho erlief einen viel zu kurzen Rückpass und ließ Zivny beim 2:2 keine Chance. „Gut, dass wir direkt so zurückgekommen sind“, stellte Siegmund fest. „Auch wenn die Situation, die dazu führte, natürlich glücklich für uns war.“ Dabei hatte seine Mannschaft schon zuvor Gelegenheiten, beispielsweise als Emirzeoglu nach einem Pass von Sascha Raich erst zu lange mit dem Abschluss zögerte und dann wenig später an Zivny scheiterte.

Am Ende hätten die Gäste sogar den Siegtreffer erzielen können

„Hinten raus wäre eventuell sogar noch mehr drin gewesen“, meinte Siegmund. Denn während die Schütt-Elf, die sich nun vermehrt Ballverluste in der Vorwärtsbewegung leistete, kaum noch nennenswerte Aktionen hatte, kamen die Kreisstädter in der Schlussphase noch zu weiteren Chancen. Carneiro de Carvalho verfehlte mit einem Distanzknaller und einem Freistoß ebenso knapp das Tor wie Mats Schrade per Kopf. Die Hereingaben von Eray Cilhüseyin und Schrade fanden im Strafraum keine Abnehmer. Und einen Freistoß von Widmann in der Nachspielzeit konnte Zivny zur Ecke abwehren. So blieb es beim am Ende leistungsgerechten Remis.

VfL Sindelfingen: Zivny (2), Schuckenböhmer (2), Simao (2), Kasikci (2), Behramaj (2,5) (73. Beurenmeister), Gamuzza (2), Biedma-Andrades (2,5), Kotecki (2,5/46. Maraslioglu 2,5), Kubitzsch (2,5/78. Rasic 2,5), Bakacs (2), Molitor (2).

SV Böblingen: Guist (2), Hamann (1,5), Pietruschka (1,5/46. Dodoli 2), Carneiro de Carvalho (2), Widmann (2), Arellano Torres (2), Schragner (2,5/57. Häßler 2), Raich (2/88. Vargas Müller), Anastacio (2,5/46. Hlebec 2), Cilhüseyin (2), Emirzeoglu (2,5/64. Schrade 2)

Tore: 0:1 (18. Eigentor) Molitor, 1:1 (36.) Bakacs, 2:1 (50.) Gamuzza, 2:2 (60.) Carneiro de Carvalho.

Zuschauer: 400.

Bruddelometer: 1 = granadamäßige Leischdung, 2 = des daugt ebbes, 3 = et so guat.

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