Fußball-Landesliga, Staffel II VfL Sindelfingen geht den ersten Schritt aus der Krise beim GSV Maichingen

Vollstrecker und Vorbereiter: Zwei Scorerpunkte gehen auf das Konto von Andre Simao (li.) Foto: Harald Rommel

Der VfL Sindelfingen hat den freien Fall in der Fußball-Landesliga, Staffel II, vorerst gestoppt. Im Stadtderby beim GSV Maichingen zeigte das Team ein ganz anderes Gesicht als zuletzt.

Aufatmen beim VfL Sindelfingen. Durch den 3:1-Auswärtssieg beim Nachbarn GSV Maichingen ist er nach vier Pleiten in Serie aus der Negativspirale in der Fußball-Landesliga, Staffel II, ausgebrochen. „Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte Co-Trainer Michael Konietzny, der den verhinderten Maik Schütt vertrat. „Wir haben die Basics an den Tag gelegt und sind über den Kampf reingekommen“, verwies er auch auf die nötige Emotionalität. „ Nur so geht’s“, nickte er. „Einer war für den anderen da, sie haben sich gegenseitig gepusht und beherzigt, dass Lachen nicht verboten ist.“

 

Von Beginn an war Musik drin. Die neuformierte VfL-Viererkette trat deutlich sattelfester auf als zuletzt. Niko Kotecki, Max Brendle, Finn Edelmann und Aaron Biedma-Andrades mussten sich zwar kurz sortieren, kauften dem Kontrahenten aber schon bald den Schneid ab. Als GSV-Stürmer Darius Romanyuk zweimal abgeblockt werden musste, war das für lange Zeit das letzte Mal, dass auf dieser Seite des Feldes Aufregung herrschte.

Die Gäste legten eine größere Aggressivität an den Tag, waren flinker auf den Beinen und geistig präsenter. Ihre Krise merkte man ihnen nicht an. Sie zeigten, wie lang und breit ein Platz sein kann, beschworen links wie rechts gefährliche Szenen herauf. Artan Ademi und Max Brendle zielten vorbei, Bünyamin Bakacs scheiterte an Keeper Erik Rapp. Mitte der ersten Halbzeit gab es Diskussionsbedarf. Maichingens Renato Peric soll im Sechzehner den Sindelfinger Tahir Bahadir gefoult haben. Tobias Kubitzsch verlud Rapp beim fälligen Foulelfmeter zum 0:1.

Auch nach dem Rückstand tat sich der GSV schwer, offensiv fiel ihm nichts Brauchbares ein. Symptomatisch, dass es ein Freistoß von Michael Klauß war, der Alexander Bachmann im VfL-Gehäuse zu seiner einzigen Tat im ersten Durchgang zwang. Griffiger agierten dessen Vorderleute. Kubitzsch steckte auf Andre Simao durch, und der markierte das 0:2.

Für Hälfte zwei wurde Klauß ins Mittelfeld der Allmendkicker beordert. Doch weder diese Maßnahme noch das Einschalten der Stadionbeleuchtung sorgten dafür, dass ihnen ein Licht aufging. Die Truppe aus dem Floschenstadion gab weiter die Richtung vor und hatte stets richtige Antworten parat. Rapp musste gegen Bahadir und Kubitzsch auf dem Posten sein.

Als Brendle vermeintlich Klauß im Sechzehner foulte, forderte die Maichinger Bank energisch Strafstoß, aber die Pfeife blieb stumm. Die Sindelfinger versuchten es weiter aus allen Lagen, Kubitzsch rutschte an der Vorentscheidung vorbei, zweimal Simao und einmal Edelmann hatten ihr Visier falsch eingestellt. Als jedoch Simao für Bahadir auflegte und der mit einem lässigen Lupfer zum 0:3 vollstreckte, war der Drops gelutscht.

Daran änderte auch das Missverständnis zwischen Bachmann und Kotecki nichts, von dem Filippo Intemperante mit dem 1:3-Anschlusstreffer profitierte. Der GSV witterte seine Chance, Intemperante versuchte es glücklos aus der Distanz. Das leise Aufbäumen kam gegen einen nun auf Konter eingestellten VfL, bei dem Kubitzsch noch freistehend drüber köpfte, zu spät.

„Es ist mir unerklärlich, wie man zwei so verschiedene Gesichter zeigen kann“, verglich der Coach der Grün-Weißen, Thomas Wohland, diesen Auftritt mit der Gala der Vorwoche vom 5:1-Erfolg in Bernhausen. „Dieses Mal war das einfach zu wenig. Ich hätte mir viel mehr gewünscht und bin maßlos enttäuscht“, vermisste er die Grundtugenden und jemanden, der Verantwortung übernimmt. „Das war viel zu ängstlich.“

GSV Maichingen: Rapp (2), Kristoffersen (2,5), Topic (2), Flaig (2,5/70. Komarica), Syla (3/50. Sarak 2,5), Klauß (2), Peric (2,5/31. Intemperante 2), Demolli (2,5), Romanyuk (2,5), Marques Moreira (2,5/57. Vila 2,5), Ehmke (2).

VfL Sindelfingen: Bachmann (2), Simao (1/89. Maraslioglu), Bahadir (1,5/81. Gamuzza), Biedma-Andrades (1,5), Kotecki (2), Kubitzsch (1), Bakacs (1,5), Molitor (2/85. Kasikci), Ademi (2/76. Horny), Brendle (1), Edelmann (1,5).

Tore: 0:1 (20. Foulelfmeter) Kubitzsch, 0:2 (45.+4) Simao, 0:3 (71.) Bahadir, 1:3 (74.) Intemperante.

Zuschauer: 750.

Bruddelometer: 1 = granadamäßige Leischdung, 2 = des daugt ebbes, 3 = et so guad.

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