Vier Spieltage noch bis zur Winterpause – Endspurt damit in der Fußball-Landesliga, auch für die drei beteiligten Stuttgart/Filder-Teams. Von denen will der TSV Weilimdorf am Sonntag mit einer besseren Leistung als zuletzt seine Spitzenplatzambitionen untermauern, während es für den TSV Bernhausen und den MTV Stuttgart auswärts um eine Bestätigung der jüngsten Ergebnisse geht.
TSV Weilimdorf – TSGV Waldstetten (Sonntag, 14.30 Uhr)
Am vergangenen Wochenende ist auf den Rausch der Kater gefolgt. Nach dem 7:0 gegen Darmsheim spielten die Weilimdorfer „nur“ 2:2 bei der SV Böblingen. Gegen Waldstetten soll an diesem Sonntag nun alles wieder besser werden. „Wir brauchen ein besseres Verhalten mit und gegen den Ball, wir waren gegen Böblingen im letzten Drittel nicht konsequent genug, das Umschalten und das Ballbesitzspiel müssen wir verbessern, den Gegner nicht zu Toren einladen“, sagt der Trainer Manuel Fischer und weiß selbst: „Es hat an vielen Komponenten gefehlt.“
In den Gästen aus Waldstetten erwartet er eine disziplinierte Mannschaft mit starken Spielern. „Die kommen, um uns in die Suppe zu spucken“, sagt Fischer über den Tabellenfünften und betont: „In dieser Liga kann jeder Gegner wehtun.“ Im eigenen Kader kommt zu den bisherigen Verletzten noch ein gravierender Ausfall hinzu: Der Kapitän und bislang beste Torschütze Bastian Joas (neun Saisontreffer) ist geschäftlich unterwegs. Und: Für Josip Biljeskovic ist das Sportjahr 2024 bereits beendet. Der Abwehrroutinier musste schon in den vergangenen Spielen passen, die Probleme im Knie haben sich inzwischen als schwerwiegender herausgestellt.
Statt Trübsal zu blasen, bleibt Fischer aber optimistisch: „Die Ausfälle bieten Möglichkeiten für Spieler, die meinten, in letzter Zeit zu kurz gekommen zu sein.“ Neue Spieler, neue Chancen, so sieht es der Trainer – auch um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden: „Wenn man eine Spitzenmannschaft sein will, muss man die Dinge besser machen.“ Chance zur Wiedergutmachung für das Böblingen-Spiel nun also gegen den TSGV Waldstetten – und um zu zeigen, dass man zur Elite der Liga zählt.
GSV Maichingen – TSV Bernhausen (Sonntag, 15 Uhr)
Hü oder hott, Sieg oder Pleite, alles oder nichts: Wenn am Sonntag die Bernhausener in Maichingen zu Gast sind, treffen die zwei einzigen Teams der Staffel ohne Unentschieden in der Saisonbilanz aufeinander. Ein packendes Spiel – ohne Punkteteilung – scheint also programmiert.
Roko Agatic, Trainer des Filderstädter Gäste, erwartet eine spannende Partie: „Die Tabelle lügt, Maichingen war vor der Saison Meisterschaftsfavorit, die haben richtig gute Spieler“, sagt er über den Verbandsliga-Absteiger. Zuvorderst zu erwähnen Michael Deutsche, Shkemb Miftari und Michael Klauß – drei Akteure mit Profi-Vergangenheit. Warum sich der Gegner trotzdem im Abstiegskampf wiederfindet (14. Platz), kann er nicht ganz nachvollziehen, unterschätzen wird Agatic die Maichinger jedenfalls nicht. Zumal: Nach zuvor neun Niederlagen in Serie gelang jenen am vergangenen Wochenende beim Einstand ihres neuen Trainers Thomas Wohland (zuletzt TSV Dagersheim) prompt eine Trendwende, ein 3:0 in Bad Boll. Zuvor hatte auf der Kommandobrücke der Ex-Echterdinger Giuseppe Iorfida gehen müssen.
Die Bernhausener ihrerseits wollen an den 1:0-Sieg gegen den VfL Sindelfingen anknüpfen: „Wir kommen wieder in die Spur, gegen Maichingen wollen wir erneut drei Punkte“, sagt Agatic.
Zurückgreifen kann er auf einen gut aufgestellten Kader, der weiterhin von größeren Verletzungen und der Grippewelle verschont bleibt. Sicher ausfallen wird nur Julijan Milos, der privat verhindert ist. Fraglich ist außerdem Oliver Lujic, der sich gegen Sindelfingen beim Aufwärmen verletzte.
TSV Ehningen – MTV Stuttgart (Sonntag, 14.30 Uhr)
Nach starken Partien gegen die Elite der Staffel in den vergangenen Wochen – unter anderem gelang gegen den Spitzenreiter Donzdorf ein 1:1 – stehen für den MTV Stuttgart Gegner aus dem direkten Tabellenumfeld vor der Tür. „Das werden drei entscheidende Spiele gegen alle, die um uns herum schwirren“, sagt der Trainer Björn Lorer. Den Auftakt macht am Sonntag die Begegnung mit dem TSV Ehningen. Danach folgen die Aufgaben SV Böblingen und SG Bettringen.
Trotz zuletzt guter Auftritte ist Lorer nicht ganz zufrieden mit seiner Mannschaft. „Wir haben eigentlich zu wenig Punkte geholt, wir wollen gegen Ehningen den Schlendrian vor dem Tor rauskriegen“, sagt er über das Gastspiel beim Tabellenzehnten. Interessant wird jenes auch aufgrund der eigenen Spielanlage – die wie zugeschnitten ist auf starke Gegner, gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten aber teils Schwächen offenbart.
„Das steckt in unserer DNA. Wir tun uns leichter, wenn der Gegner gut mitspielt, so wie beispielsweise Donzdorf“, sagt Lorer. Erst spät gab man gegen den ungeschlagenen Tabellenführer den sicher geglaubten Sieg noch her. „Gegen Donzdorf hat die Mannschaft gesehen, was alles möglich ist, wenn wir mit Leidenschaft spielen. Ich hoffe, die Mannschaft nimmt dieses Gefühl mit“, sagt der Coach. Ermutigend zudem: Der Torjäger Raphael Hahn stand nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause erstmals wieder in der Startformation.
Auch das Comeback eines anderen Leistungsträgers rückt näher: Der Stammkeeper Carl-Anders Zimmermann ist in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen, die Partie gegen Ehningen kommt aber noch zu früh. Vertreten wird ihn voraussichtlich erneut Ricardo Boroni.