TSV Weilimdorf – TSGV Waldstetten (Samstag, 15.30 Uhr)
Teil eins steht dann schon mal im Trophäenschrank. Goldfarben, satte zwölf Kilogramm schwer und annähernd so groß wie ein Autoreifen. Am vergangenen Wochenende hat der TSV Weilimdorf zum dritten Mal die deutsche Futsal-Meisterschale geholt. Folgt nun in der klassischen Variante der Sportart die Zugabe? Fakt ist: Auch auf Rasen strecken sich die Nord-Stuttgarter nach dem größten Erfolg ihrer Abteilungsgeschichte. Bislang steht dort ein sechster Abschlussplatz in der Landesliga als Topergebnis zu Buche. Aktuell aber fehlt nur noch ein Schritt zum Gewinn der Vizemeisterschaft, wonach die einstige graue Maus der Staffel sogar erstmals an die Tür zur Verbandsliga klopfen könnte.
An diesem Samstag reicht im Heimspiel gegen den TSGV Waldstetten ein Unentschieden, um in die Saisonverlängerung zu gehen. Stichwort Aufstiegsspiele. „Mit der Teilnahme daran würden wir uns für eine gute Runde belohnen“, sagt der Trainer Manuel Fischer, der zuletzt entgegen eigentlichem Plan noch einmal zum Spielertrainer geworden ist. Das Ergebnis: zwei Jokereinsätze, vier Tore. Der frühere VfB-Bundesliga-Profi kann es offensichtlich nach wie vor. Wie überhaupt der 34-Jährige in seiner Premierensaison als Coach an der Giebelstraße einiges bewirkt hat. Oder, um es mit ihm selbst zu sagen: „Wir haben uns als Gruppe sehr gut entwickelt.“ Was nur, wenn der missratene Auftakt nicht gewesen wäre? Von den ersten sieben Spielen unter Fischer gewann die Mannschaft kein einziges, dann startete sie durch. Inzwischen sind die Weilimdorfer in ihrem Teilnehmerfeld das beste Rückrundenteam.
In den besagten Aufstiegsspielen stünde für Fischer und die Seinen gleich am Mittwoch (18 Uhr) die erste von bestenfalls drei Runden an, und zwar gegen den Zweiten der Staffel 1. Nach jetzigem Stand wäre dies der VfR Heilbronn. Spielort: das Pichterichstadion in Neckarsulm. Sollte in der Parallelstaffel hingegen der TSV Heimerdingen noch auf den zweiten Platz rutschen, fände die Begegnung in Rutesheim statt. Außerdem schon sicher: Bei einem Einzug in die zweite Runde hätten die Weilimdorfer dann Quasi-Heimrecht im eigenen Bezirk, nämlich in Plattenhardt (gegen den Gewinner aus Zweiter Landesliga-Staffel 3 gegen Zweiter Landesliga-Staffel 4).
Stierle verstärkt Trainerteam
Einstweilen ist auch der Stammkeeper Dominik Ferdek (nach Urlaub) wieder einsatzbereit – während der Verein für die nächste Saison einen namhaften Neuzugang vermelden kann. Oliver Stierle (aktuell sportlicher Leiter beim A-Kreisligisten ASV Botnang), wie Fischer Ex-Profi, er die längste Zeit bei den Stuttgarter Kickers, steigt als Co-Trainer ein.
Bezüglich des anstehenden Gegners Waldstetten ist Fischer optimistisch: „Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir von jedem schwer zu schlagen.“ Obacht gleichwohl. Seit sie Ende März den Trainer gewechselt haben, Tim Brenner für Bernd Maier, haben die Ostalbkicker von zehn Spielen nur noch zwei verloren. Damit haben sie sich aus der Abstiegszone ins sichere Tabellenmittelfeld gehievt.
MTV Stuttgart – JC Donzdorf (Samstag, 15.30 Uhr)
Auf eine offizielle Inforunde im Mannschaftskreis zu allen möglichen Fällen hat Luca Luchetta verzichtet. „Da hätte ich wohl eine längere Powerpoint-Präsentation machen müssen“, sagt der Spielleiter und lacht. Dabei könnte es ja auch einen vergleichsweise einfachen sportlichen Weg geben. Dieser lautet: Der MTV Stuttgart holt an diesem Samstag in seinem Heimspiel gegen den JC Donzdorf mehr Zähler als dies der Rivale FC Srbija Ulm gleichzeitig in Blaubeuren tut. Damit wäre der Klassenverbleib ohne Wenn und Aber geschafft. Aktuell liegt der serbische Fernrivale bei Punktgleichheit vier Tore vorn.
Ansonsten wird es in der Tat kompliziert. Bleibt der Stuttgarter Vorjahresaufsteiger auf seinem aktuellen viertletzten Tabellenplatz hängen, muss er auf externe Hilfe hoffen. Dabei gäbe es für ihn immerhin gleich noch drei mögliche Rettungsoptionen: a) indem der TV Echterdingen seinen Abstieg aus der Verbandsliga verhindert. Oder b) indem der TSV Weilimdorf als Vizemeister über die Relegation aufsteigt. Oder c) indem aus der Parallelstaffel 3 der TSV Ehningen entweder als Meister direkt oder als Vizemeister über die Relegation aufsteigt. Einschränkung dabei: Negativ auswirken würde sich, sollte es in der eigenen Staffel Türkspor Neu-Ulm noch auf Platz zwei schaffen und sich anschließend über die Relegation in die Verbandsliga verabschieden.
Hintergrund der seltsam anmutenden Arithmetik ist, dass nach der Saison im Zuge der württembergischen Gebietsreform eine geografische Umverteilung stattfindet. In der Staffel 2 werden die bisherigen Donau/Iller-Teilnehmer durch die qualifizierten Kreis-Böblingen-Teams ersetzt.
Zwei Zugänge aus Maichingen
Der Haken zudem bei a), b) und c): Klären wird sich dies womöglich jeweils erst am 15. Juni. Auf den MTV kämen nach seinem eigenen letzten Spiel also noch bis zu zwei Wochen der Ungewissheit zu. Immerhin aber: Zwei Neuzugänge sind bereits unabhängig vor der künftigen Klassenzugehörigkeit fix. Vom Noch-Verbandsligisten GSV Maichingen kehren Filip Primorac (28, Mittelfeld) und Daniel Mägerle (28, Abwehr) zu ihrem Ex-Verein zurück.
Aktuell ermutigt indes nicht nur der jüngste 2:1-Auswärtssieg beim Meister FC Esslingen, sondern auch die Tatsache, dass die meisten zuletzt Fehlenden wieder zur Verfügung stehen. Sowohl der Trainer Björn Lorer (nach Frankreich-Urlaub) als auch die Spieler Till Flach, Vanja Lukic, Fabio Baldi und Alessandro Fazio sind wieder dabei.
Der letzte Spieltag
Samstag, 1. Juni
SC Geislingen – 1.FC Germania Bargau (14 Uhr); TSV Weilimdorf – TSGV Waldstetten, MTV Stuttgart – JC Donzdorf, TSV Bad Boll – VfL Kirchheim, SV Waldhausen – FC Esslingen, FC Blaubeuren – FC Srbija Ulm, Türkspor Neu-Ulm – SSG Ulm, TSV Buch – SV Neresheim (alle 15.30 Uhr).