Fußball – Landesliga Traumkonstellation und zwei Gesichter

Das Derby Ende September endete 0:0, Anfang April treffen sich die Neuhausener um Markus Fickeisen (in Rot) sowie die Köngener um Dennis Vrljicak, Max Schlotterbeck und Kimi Hindernach (von links) wieder. Foto: Jörn Kehle

Landesliga-Tabellenführer TSV Köngen macht sich vor dem Jahresstart keinen Druck, beim FV Neuhausen wollen sie keinen Druck bekommen.

Okay und sehr, sehr gut – so stehen die beiden Landesligisten der Region vor dem Start ins Fußballjahr da. Beim FV Neuhausen wollen sie gerne von Platz zehn aus noch ein bisschen klettern und vor allem nicht in den Abstiegsstrudel geraten. Bei Aufsteiger TSV Köngen ist das mit dem Klettern unmöglich, denn die Mannschaft steht ganz oben, weshalb sich deren Spieler und Verantwortliche beim Blick auf die Tabelle immer noch die Augen reiben.

 

TSV Köngen

Domenic Brück hat Spaß. Der Spielertrainer hat an der Arbeit bei den Köngenern so viel Spaß, dass er seinen Vertrag längst für eine dritte Saison verlängert hat. „So wie es in meiner Karriere auch als Spieler immer war, ist für mich der kurzfristige Erfolg nicht so wichtig wie eine langfristige Entwicklung“, sagt der Mann, der davor 14 Spielzeiten lang – mit einer einjährigen Unterbrechung – beim 1. Göppinger SV war. Angesichts des Ist-Zustandes muss man sich also fragen: Wo soll das in Köngen noch hinführen? Die Chance ist groß, dass der Weg in die Verbandsliga führt. Brück will zu dem Thema nicht allzu viel sagen, er genießt den Moment, arbeitet mit der Mannschaft hart weiter – und nimmt den Druck raus. „Andere haben davon viel mehr. Wenn wir Fünfter werden, haben wir trotzdem die beste Saison in Köngen seit vielen Jahren gespielt“, betont er und muss selbst ein bisschen grinsen, als er betont: „Man sollte erst einmal die gesteckten Ziele erreichen und das war, in der Liga zu bleiben – da sind wir nah dran.“ Er freut sich über „die Traumkonstellation“ in Köngen und darüber, „dass die Grundidee des Trainers aufgeht“.

Michael Rüttingers Rückkehr nach Köngen

Also schaut Brück auch schon über das Saisonende hinaus. Der Großteil der Spieler bleibt ebenfalls, Michele Ciro Antonio Corbisiero wurde jetzt im Winter auch mit dem Plan einer längerfristigen Zusammenarbeit von Croatia Reutlingen verpflichtet. Brück lobt den 20-Jährigen als „sehr flexibel“ und damit „als Spielertyp, auf den ich stehe“. Dazu kehrte Michael Rüttinger nach wenigen Monaten vom TSV Wernau zurück, um angesichts des langfristigen Ausfalls von Nick Widmann auszuhelfen.

Was den Rest der laufenden Runde betrifft, so hofft Coach Brück auf Konstanz. „Vor der Winterpause hatten wir ja mal eine Durststrecke“, sagt er. Mit dem 6:1 zum Jahresabschluss gegen den GSV Maichingen wurde die aber so was von abgeschüttelt. Da wollen die Köngener nun am Samstag (15.30 Uhr) beim Tabellenachten VfL Sindelfingen weitermachen. Wenn die Mannschaft am Ende der Saison tatsächlich den Durchmarsch in die Verbandsliga feiert, wird sich Domenic Brück, so verspricht er fröhlich, dazu sehr gerne und ausführlich äußern.

FV Neuhausen

Während in Köngen also weiter zumindest im Stillen vom Aufstieg geträumt werden darf, geht es beim FV Neuhausen vor allem um Sicherheit. Die auf Platz zehn rangierenden Neuhausener wollen möglichst schnell Punkte sammeln, um den Blick nicht dauerhaft nach hinten richten zu müssen. „Wir hatten in der Vorrunde eine gute Phase, in der wir uns eigentlich schon mehr tabellarische Sicherheit hätten verschaffen können, danach waren unsere Spiele aber nicht mehr so gut“, erklärt Neuhausens Coach Ugur Yilmaz und ergänzt: „Das ist halt so, aber wir haben immer noch alles in der eigenen Hand und versuchen, so früh wie möglich den Klassenverbleib zu sichern. Je schneller, desto besser – damit wir gar nicht erst in eine Drucksituation kommen.“ Mit Blick auf die Winterpause berichtet Yilmaz „wieder einmal von einer typischen, durchwachsenen Vorbereitung, da wir auf unserem Rasen nicht trainieren konnten und ins Fitnessstudio oder in die Soccerhalle ausweichen mussten“.

Die schwierigen Platzverhältnisse im Winter sind die Kicker aus Neuhausen allerdings schon gewohnt. „Dazu kam, dass viele Spieler krankheits- oder verletzungsbedingt gefehlt haben, daher waren auch die Testspiele nicht optimal und von Höhen und Tiefen geprägt“, sagt Yilmaz und führt weiter aus: „Da kann man schon von zwei Gesichtern reden. Beispielsweise stand es im Freundschaftsspiel gegen den Verbandsligisten FSV Waiblingen zur Pause 1:1 – und nach der zweiten Hälfte 1:7.“

Durchwachsene Vorbereitung „wischen wir weg“

Negativ bewertet Yilmaz die durchwachsenen Trainingseinheiten seines Teams dennoch nicht. „Das wischen wir alles weg, denn man kann auch mit einer überragenden Vorbereitung schlecht starten“, erklärt der Neuhausener Coach und richtet den Blick auf das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den Fünften TSV Ehningen: „Gegen die Ehninger habe ich als Neuhausener Coach in drei Spielen keinen Punkt geholt. Deshalb versuchen wir, alles reinzuhauen, um direkt die ersten Punkte einzufahren.“

Die Ausgangslagen könnten damit unterschiedlicher kaum sein: sehr, sehr gut in Köngen – und in Neuhausen geht es vor allem darum, möglichst früh für tabellarische Sicherheit zu sorgen.

TSV Köngen

Zugänge: Michael Rüttinger (TSV Wernau), Michele Ciro Antonio Corbisiero (Croatia Reutlingen).

Abgänge: keine.

FV Neuhausen

Zugänge: Marko Brekalo (TSV Harthausen).

Abgänge: Adonis Shalaj (TV Echterdingen), Valon Dodaj (Türkspor Nürtingen), Kalle Maier (TSV Baltmannsweiler).

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