Auf den obligatorischen Kreis nach dem Abpfiff verzichtete der TSV Bernhausen, stattdessen schlichen die Spieler samt Verantwortliche des Fußball-Landesligisten direkt in die Kabine. Die Fehler, die zur 1:3-Niederlage geführt hatten, sollten hinter geschlossener Türe angesprochen werden. „Wenn man den Gegner zum Toreschießen einlädt, dann kommt so ein Ergebnis raus“, gab Bernhausens Trainer Roko Agatic jedoch zu Protokoll.
Die erste Einladung verteilte Plator Gashi. Der Bernhauser Torhüter stand immer wieder weit vor seinem Gehäuse. Dies nutzte in der 31. Minute David Plattenhardt mit einem sensationellen Heber. Aus 45 Metern nahm der Mittelfeldspieler Maß und traf zum 1:0. Die zweite Einladung sprach die gesamte Bernhausener Hintermannschaft aus, als sie nicht einmal eine Zeigerumdrehung später Neuhausens Spielertrainer Ugur Yilmaz nach einem Befreiungsschlag von Innenverteidiger Janis Denzinger sträflich alleine ließ. Der mittlerweile 37-jährige ehemalige Regionalliga-Stürmer ließ sich frei vor Keeper Gashi nicht zweimal bitten und erhöhte auf 2:0.
Die dritte Einladung erhielten die Neuhausener dann nach einem Abspielfehler in der Offensive der Gäste. Bernhausen gelang es nicht, den Konter rechtzeitig zu unterbinden und wieder geordnet hinter den Ball zu kommen. Yilmaz steckte zum durchgestarteten Nico Schmid durch, der vor dem Tor eiskalt blieb und kurz vor der Halbzeitpause auf 3:0 erhöhte. Der Nackenschlag für die nun seit drei Spielen punktlosen Lila-Weißen. Zumal Neuhausen zu dieser Zeit bereits wegen Gelb-Rot für Plattenhardt in Unterzahl agierte und ihren Kapitän Denzinger verletzt auswechseln mussten.
„Diese Fehler machen uns in den letzten drei Spielen kaputt, an denen müssen wir arbeiten“, sagt der Trainer Agatic, der seine Mannschaft gewarnt hatte, dass zu viel „Klein-Klein“ auf dem schlechten Rasen nicht gut ausgehen würde. Doch seine Mannschaft hielt sich nicht wie erhofft an die Vorgaben. Stattdessen bauten die Verteidiger das Spiel zu langsam und über die Mitte auf oder versuchten in ein Dribbling zu gehen.
Bernhausens Spieler setzen den Plan nicht um
„Der Plan sah vor, dass wir schon versuchen Fußball zuspielen und dann schnell über die Außen kommen. Gegen das 5-2-3 von Neuhausen hast du nur eine Chance, wenn du über die Außen spielst. Das haben wir aber zu wenig gemacht. Das war unser größter Fehler“, sagt Agatic. Wie es funktioniert, zeigten in der Nachspielzeit die eingewechselten Aron Zogaj und Alen Neskic. Außenverteidiger Zogaj flankte den Ball scharf vor das Tor, Stürmer Neskic hielt sein Bein zum Anschlusstreffer in die Flugbahn. Doch zu spät. Letztlich war es dieser Spielzug, den der TSV Bernhausen über das gesamte Spielzeit zu wenig zeigte. „Wenn man es so macht, dann hat man gesehen, dass der Gegner Schwierigkeiten hat, es zu verteidigen“, sagte Agatic. „Wir haben es nur viel zu wenig gemacht“, fügte er an. Von drei Flanken führte eine zum Tor. „Wir hätten das öfters machen müssen. Aber von links kam gar nichts, von rechts nur etwas. Das war aber dann zu wenig“, sagte der Trainer.
Auch die Umstellung des Systems in der Halbzeit brachte sein Team nicht viel besser in die Partie. Statt im 4-2-3-1-System lief das Team dann mit zwei Spielmachern hinter zwei Stürmern auf. Wirkliche Torgefahr entwickelte sich auf Bernhauser Seite dadurch trotzdem nicht.
Mit der Niederlage fällt der TSV Bernhausen hinter den nur sechs Kilometer entfernten Gegner und liegt jetzt auf dem elften Platz. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) empfängt Bernhausen den VfL Sindelfingen.
Bernhausens-„Spieler des Spiels“
Filip Jordacevic (Nominierungen: 1). Kurbelte das Bernhäuser Spiel nach seiner Einwechslung zum Wiederanpfiff an. Verteilte gut die Bälle und sorgte mit Distanzschüssen und Freistößen als einziger für etwas Gefahr.
FV Neuhausen: Rudnicki – Arslan, Schestakow, Denzinger (42. Denzinger), Wanner, Herzog – Mozer (90. +1 Andretti) – Plattenhardt, Schmid (83. Deutscher) – Kaligiannidis (63. Renz), Yilmaz (71. Pehlivan)
TSV Bernhausen: Gashi – Gjuraj (79. Zogaj), Ege (46. Lombardo), Sterian (46. Jordacevic), Alber – Gümüssu, Lujic – Tomic, Matanovic, Milos – Ajvazi (46. Neskic)