Fußball-Landesliga TSV Bernhausen kontert Aussteiger-Flut mit fünf namhaften Neuzugängen

, aktualisiert am 12.03.2026 - 10:20 Uhr
In der nächsten Saison im Bernhausener Trikot. Von links: Flon Ajvazi und Mertcan Özocak. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Nachdem klar ist, dass der Trainer und mehrere Spieler nach Echterdingen wechseln, schaffen die Filderstädter nun ihrerseits erste Fakten. Vor allem ein Rückkehrer lässt aufhorchen.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Wie hatte es der Spielleiter Thomas Otto zuletzt formuliert: „Wir sitzen immer noch selbst auf dem Fahrersitz.“ Das klang ein bisschen trotzig in Anbetracht der sich mehr und mehr bestätigenden Gerüchte, dass die Erfolgsmannschaft der Landesliga-Fußballer des TSV Bernhausen nach dieser Saison auseinanderbrechen wird. Und in den Worten klang durch: Wer bereits eine Zukunft in düsteren Farben malt, der wird schon noch sehen, dass er sich gewaltig irrt.

 

Entsprechend ist die Genugtuung, die in der jetzigen Verkündigung vom Fleinsbach mitschwingt: Spielerabgänge ja, doch die „Veilchen“ warten mit einem ersten Konter auf. Im Gegenzug stehen für den Sommer mittlerweile fünf Neuzugänge fest – und zwar durchaus namhafte. Hinter einen darf man gar ein Ausrufezeichen setzen: Der Torjäger Flon Ajvazi wird vom Nachbarn TV Echterdingen zurückkehren. Also just jener Kicker, der gerade erst das direkte Duell der beiden Filderrivalen mit entschieden hat. Am vergangenen Freitag leitete der 20-Jährige mit seinem Treffer die Bernhausener 0:2-Derbyheimniederlage ein.

Dass Ajvazi damit nicht nur gegen seinen Ex-Verein, sondern auch seinen Bald-wieder-Verein eingenetzt hat, war laut Otto zu diesem Zeitpunkt bereits fix. Eine pikante Note hat der Transfer aber nicht nur deshalb. Wie berichtet werden der Trainer Roko Agatic und ein beträchtlicher Teil der aktuellen Bernhausener Mannschaft ja den umgekehrten Weg gehen. Sie wechseln mit Stichtag 1. Juli nach Echterdingen. Offiziell bestätigt sind vom Tabellenfünften inzwischen fünf Aussteiger: die Leistungsträger Oliver Lujic, Mihael Tomic, Julijan Milos und Dimitrios Vidic sowie Henry Alber, der sich nach einem Kreuzbandriss momentan im Aufbautraining befindet. Drei weitere Akteure eines am Ende wahrscheinlichen Oktetts mag Otto noch nicht benennen, weil bei ihnen offenbar noch ein Fünkchen Resthoffnung auf einen Verbleib besteht.

Insofern kann man die Personalie Ajvazi durchaus als wenigstens eine Teilrevanche interpretieren. Unausgesprochenes Motto: Ihr baggert uns das halbe Team weg, wir euch dafür immerhin einen, der umgekehrt schmerzt. „Der Kontakt war nie abgebrochen. Eine sehr interessante Geschichte für uns“, sagt Otto. Der Youngster gilt als Toptalent. In Echterdingen hat er in dieser Saison in insgesamt 18 Spielen für die erste und zweite Mannschaft 13 Tore erzielt – dies, nachdem er im Wettbewerbsjahr zuvor noch das Bernhausener Trikot getragen hatte. Jedoch: Mit seinen dortigen Einsatzzeiten unter dem Coach Agatic war Ajvazi nicht zufrieden gewesen. Zum Zug gekommen war er als damals gerade erst der A-Jugend Entwachsener fast nur als Joker von der Bank. Da liegt der Verdacht nah: Nun also ein erneuter Vereinswechsel, um einem nächsten Anlauf mit einem Chef Agatic aus dem Weg zu gehen?

Beim Comeback in Bernhausen wird Ajvazis Trainer dann wie berichtet Ugur Yilmaz heißen – womit man bei den weiteren Zugängen wäre. So wird Yilmaz von seinem Noch-Club FV Neuhausen zumindest drei Spieler mitbringen, nämlich Nikita Schestakow (24, Innenverteidigung oder Sechserposition, zuvor Oberliga in Linx), David Plattenhardt (26, Sechserposition) und Markus Fickeisen (25, Angriff). Außerdem ist sicher, dass vom Staffelrivalen MTV Stuttgart der offensive Mittelfeldmann Mertcan Özocak (27) kommt.

Darüber hinaus haben aus dem aktuellen Kader in Manuel Kranz, Samuel Böhmer und Antun Stegl drei erste Akteure ihre Verträge verlängert. Weitere Verhandlungen laufen, unter anderem auch mit dem Kapitän Ivan Matanovic, den die Verantwortlichen gern als Führungsfigur halten würden.

Alles in allem gibt sich Otto „überzeugt, dass wir weder qualitativ noch quantitativ einen Rückschritt machen werden – wir werden auch künftig eine ambitionierte, konkurrenzfähige Mannschaft stellen“. Allen Unkenrufern zum Trotz. „Die aktuellen Personalien“, sagt Otto, „zeigen, dass wir nach wie vor handlungsfähig sind.“ Das ist dann wieder die Sache mit dem Platz auf dem Fahrersitz.

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