Fußball-Landesliga: TSV Bernhausen, MTV Stuttgart Knipser Hahn beendet die Rekordserie

Gerechtfertigter Jubel: Raphael Hahn bewies einmal mehr seine Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und erzielte für seinen MTV Stuttgart das Tor des Tages. Foto: Günter Bergmann

Die Fußballer des TSV Bernhausen verlieren nach 20 Siegen am Stück erstmals wieder ein Punktspiel – und zudem einen ihre Kicker wegen Schiedsrichterbeleidigung. Derweil feiert der Gegner MTV Stuttgart mit seinem 1:0 am Fleinsbach die ersten Punkte der Saison.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Völlig erschöpft, aber überaus glücklich über die ersten Zähler beziehungsweise den ersten Saisonsieg waren die Landesliga-Kicker des MTV Stuttgart am Sonntag nach dem Abpfiff der Partie beim TSV Bernhausen. Für den Aufsteiger von den Fildern bedeutete das 0:1 hingegen den ersten Dämpfer der aktuellen Spielzeit – und das Ende einer herausragenden Serie. Zuvor hatte die Mannschaft des Trainers Roko Agatic sage und schreibe 20 Punktspiele am Stück gewonnen gehabt.

 

Am glücklichsten im Kreise der erfolgreichen MTV-Belegschaft war sicherlich Fabio Baldi. Der Mann mit der Rückennummer 20 wurde bereits nach 22 Minuten für den am Sprunggelenk verletzten Götz Gaiser eingewechselt und hatte seinen besonderen Auftritt neun Minuten vor dem Abpfiff. Nach einem schönen Konter über den auffälligen Michel-Angelo Triantafillou und Daniel Henschke – Letzterer legte frei vor Bernhausens Schlussmann Plator Gashi uneigennützig quer – hatte Baldi sogar noch die Zeit, um den Ball „gechillt“ zu stoppen und ihn dann mit der Innenseite ins Tor zu schieben. Die Innenseite nahm er denn auch zur Hilfe – schob das Spielgerät aber nicht ins, sondern am Tor vorbei. Anstatt der Vorentscheidung ein Fehlschuss, der noch Folgen hätte haben können und der mit ein Grund dafür war, dass der MTV-Trainer Björn Lorer nach dem Spiel zu seinen Spielern sagte: „Für die Nerven war das heute wieder nichts.“

Insgesamt feierte der MTV Stuttgart die ersten Saisonpunkte nicht aufgrund eines überzeugenderen Auftritts als die Bernhausener. Vielmehr hatten die Gäste trotz Baldis Missgeschick einen in ihren Reihen, der nicht viel braucht, um zu treffen: Raphael Hahn. In Minute 49 erkämpfte sich Baldi das Leder am eigenen Strafraum, spielte blitzschnell auf den umtriebigen Emin Dougarmagi, der Hahn herrlich schickte. Dieser lupfte den Ball eiskalt über den herausstürmenden Gashi zum Tor des Tages in die Maschen.

Letztlich untermauerte Hahn damit den fußballerischen Sachverstand von Bernhausens Coach Agatic. Dieser sagte in der Pause zu seinen Kickern: „Wer hier das erste Tor schießt, der gewinnt.“ Er habe leider Recht behalten, konstatierte Agatic nach der Partie mit Bedauern. Die Niederlage sei aber kein Beinbruch. Seine Mannschaft habe es in der ersten Hälfte versäumt, vielversprechende Aktion gut zu Ende zu spielen. So war die größte Chance vor der Pause ein Lattenschuss von Kapitän Ivan Matanovic. „Unser Zusammenspiel war einfach schwach, die Pässe in Summe viel zu ungenau .“

Freilich, gleiches trifft auch auf die Gäste zu, die ebenfalls schlampig im Spiel nach vorne waren und sich durch ein schlechtes Umschaltspiel von Angriff auf Abwehr häufig selbst vor schwere Aufgaben stellten. Aber wie gesagt, die Bernhausener wussten dies nicht zu nutzen.

Stabil und tief – Lorer stellte von Vierer- auf Fünferkette um – standen die Kicker vom Kräherwald nach der Führung und dem Platzverweis von Bernhausens Erik Meinlschmidt (69.) wegen Schiedsrichterbeleidigung. Spätestens in Überzahl boten sich ihnen reichlich Konterchancen. Diese wurden aber eben so schlampig zu Ende gespielt wie die meisten Angriffsversuche schon vor der Pause. Ausnahme die beiden Abschlüsse von Till Flach und eben Baldi, beide frei vor dem Torwart und beide erfolglos. So mussten die Gäste bis zum Abpfiff zittern, um den ersten Dreier einzufahren. „Es war ein Energieleistung des gesamten Teams“, sagte Lorer. Natürlich auch von Baldi, der sein Versäumnis aus der 81. Minute sicherlich noch ein paarmal zu hören bekommen wird. Dies aber in verkraftbarer Form, den schließlich blieb es ohne Folgen.

Bernhausens Spieler des Spiels

Torhüter Plator Gashi (Nominierung 1) blieb als einziger seiner Mannschaft ohne Fehl und Tadel. Zudem überzeugte der durch eine gutes Stellungsspiel und schnappte den MTV-Angreifern durch die richtige Positionierung viele Bälle vor der Nase weg.

Spieler des Spiels beim MTV

Michel-Angelo Triantafillou (Nominierung 2) war ballsicher und durch seine schnellen Bewegungen und kurze Haken nur schwer vom Ball zu trennen. Triantafillou war im offensiven Mittelfeld trotz der hohen Temperaturen pausenlos unterwegs und spielte zudem noch kluge Pässe.

TSV Bernhausen: Gashi – Lombardo (58. Walz), Ege, Sterian, Meinlschmidt – Lujic, Gümüssu (80. Flon Ajvazi) – Alber, Tomic (80. Schock), Matanovic – Neskic (80. Milos).

MTV Stuttgart: Zimmermann – Janzen (66. Jipp), Sufaj, Mägerle, Gaiser (22. Baldi) – Graham, Özocak, Rudolph (76. Henschke), Triantafillou, Dougarmagi (60. Haist) – Hahn (60. Flach).

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