Fußball Landesliga: TSV Heimerdingen Leon Baumeister will es schaffen – in die Stammelf

TSV-Verteidiger Leon Baumeister (re.) ist im Derby gegen die SKV Rutesheim vor Pascal Maier am Ball. Foto: Andreas Gorr

Leon Baumeister will sich in der Innenverteidigung des Fußball-Landesligisten TSV Heimerdingen unverzichtbar machen – das wird jedoch nicht einfach, die Konkurrenz ist groß

Wenn jemand einen Nachweis gefordert hätte, warum sich der TSV Heimerdingen um die Verpflichtung von Leon Baumeister bemüht hat, der hätte beim Heimspiel gegen den SV Kaisersbach auf Minute 70 blicken müssen: Der Innenverteidiger erkannte, dass sich nach einem Ballgewinn am Strafraum viel Platz vor ihm auftat. Umsichtig trieb er den Ball nach vorne, schlug einen exakten Pass über 40 Meter auf Robin Reichardt am rechten Flügel, dessen butterweiche Flanke Rudolf Buxmann aus kurzer Distanz nur noch zum 3:0 einnicken musste.

 

Das dritte Saisonspiel des TSV gegen Kaisersbach war der erste Startelf-Einsatz für Leon Baumeister. Vor dem Spiel an diesem Sonntag (15.30 Uhr) bei Aufsteiger GSV Pleidelsheim kommt der Neuzugang auf insgesamt sechs Einsätze und 363 Spielminuten. Der TSV hat ihn vom Bezirksligisten SV Perouse geholt, weil nach dem Wechsel von Tim Schlichting zum TSV Münchingen auf der Innenverteidigerposition ein Platz frei geworden war. Platzhirsch in der Zentrale der Viererkette ist Kapitän Sebastian Bortel, die Nummer zwei Collins Oniha. Gegen Kaisersbach kam Leon Baumeister zum Einsatz, da Bortel im Urlaub war. Und er hat seine Chance auf Anhieb genutzt. „Er hat gespielt, als wäre er schon viel länger bei uns“, lobte Trainer Daniel Riffert.

Solche Auftritte sind der Anspruch, den der 23-Jährige an sich selbst stellt. „Ich will es dem Trainer so schwer wie möglich machen, sich für einen Innenverteidiger zu entscheiden“, sagt er selbstbewusst. Auch wenn er in Perouse eine Klasse tiefer gespielt hat, ist die Landesliga kein Neuland: Sowohl in seiner ersten Aktivensaison bei der SV Böblingen als auch in den zweieinhalb Jahren bei Germania Bietigheim war Leon Baumeister in der siebthöchsten Spielklasse am Ball.

1,92 Meter Größe als Trumpf

Mit dem Kicken begonnen hat er im Alter von vier Jahren bei seinem Heimatverein FV Ingersheim. Bereits in der F-Jugend wurde der SGV Freiberg auf Leon Baumeister aufmerksam. „Ich war immer schon einer der Größten in meinem Alter“, sagt der 1,92 Meter-Mann. Bis auf einen halbjährigen Abstecher zu den Stuttgarter Kickers verbrachte der Ingersheimer seine Jugend beim SGV Freiberg, bevor er nach Böblingen wechselte.

Coach Daniel Riffert hätte Leon Baumeister gerne schon vor zwei Jahren von Germania Bietigheim zum TSV gelockt. „Damals hatte ich aber wichtige Prüfungen“, erklärt der Mechatronik-Student, der derzeit an seinem Master-Abschluss arbeitet, seine damalige Absage. Riffert schätzt dessen Ruhe am Ball, das Stellungs- und Aufbauspiel, seine Beidfüßigkeit und das starke Kopfballspiel, das den Innenverteidiger auszeichnet. „Außerdem findet er stets eine spielerische Lösung und muss sich nur selten mit einem Befreiungsschlag behelfen“, ergänzt Riffert.

Vorbilder sind Boateng, Hummels, Ramos, Puyol

Auf die Frage nach Vorbildern greift der Ingersheimer ganz oben ins Regal: In Jérome Boateng, Mats Hummels, Sergio Ramos und dem ihm von der Lockenpracht ähnelnden Carles Puyol (Torschütze bei Spaniens 1:0-Sieg im WM-Halbfinale 2010 über Deutschland) führt der 23-Jährige vier ehemalige Weltstars an. Und er räumt ein, dass er von einem langjährigen Oberligaakteur wie Sebastian Bortel unglaublich viel mitnehmen kann. „Seine Erfahrung und Ruhe am Ball sind bewundernswert“, sagt Leon Baumeister, der sich mit dem TSV Heimerdingen den Aufstieg in die Verbandsliga zum Ziel gesetzt hat. Er traut sich aber auch zu, eines Tages Oberliga oder Regionalliga zu spielen. „Nach oben gibt es keine Grenzen“, sagt er. Leon Baumeister ist nicht nur körperlich ein Großer, er arbeitet auch mit großen Zielen.

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