Duellanten im Kampf um den Ball: Der Heimerdinger Hakan Tepegoez (re.) gegen GSV-Spieler Robin Slawig, der zwei Treffer für Pleidelsheim erzielte. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Der TSV Heimerdingen hat sich nicht aus dem Tabellenkeller befreien können und steckt tief im Abstiegssumpf. Beim GSV Pleidelsheim gab es trotz früher 2:0-Führung eine 3:4-Pleite.
An der Mannschaft des TSV Heimerdingen klebt weiterhin das Spielpech. Trotz einer positiven Tordifferenz hat der Landesligist in dieser Saison jedes zweite Spiel verloren – so auch das Kellerduell in Pleidelsheim am Samstag.
„Zum Kotzen“, fluchte Trainer Markus Koch. Auch nach dem Kantersieg über die Spvgg Satteldorf (5:0) gelang es dem TSV nicht, ein zweites Spiel in Folge zu gewinnen; die Resultate bleiben inkonstant. „Wir hatten alles auf dem Präsentierteller samt früher Führung“, schimpfte Koch. Es hatte nur acht Minuten gedauert, bis Salvatore Pellegrino nach einem Freistoß von Haris Gudzevic das 2:0 erzielte – in der vierten Minute hatte Gudzevic das Führungstor per Eckball vorbereitet, als Sebastian Bortel einköpfte. Was folgte, waren laut Koch „20 wilde Minuten, die uns gänzlich das Spiel kosten“.
Führung vor der Pause wieder verspielt
Die Misere begann in der 23. Minute mit dem Anschlusstreffer durch einen direkten Freistoß von Robin Slawig, der unter Koch drei Jahre beim VfB Neckarrems spielte. Drei Minuten später fiel der Ausgleich für den GSV Pleidelsheim, nach einem Steckpass kam Jan Schlipf frei vor Lukas Emmrich zum Torerfolg. Für Koch war die Situation „unerklärlich“. Besonders verärgert war der Coach über das 2:3 in der 35. Minute. „Wir haben noch darauf hingewiesen, dass sich ein Spieler im Rückraum anschleicht“, klagte Koch. Nach einem Einwurf kam aus eben jenem Rückraum Marvin Porubek zum Abschluss und traf aus 20 Metern flach ins Eck.
Grimmiger Blick: TSV-Trainer Markus Koch (Mi.) war mit der Darbietung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Damit nicht genug, in der zweiten Minute der Nachspielzeit trat Slawig erneut einen Freistoß vor das Tor, im Getümmel stocherte Daniel Pfeiffer das Spielgerät über die Linie. Aus einem 2:0 wurde ein 2:4 zur Pause, wieder verspielte der TSV eine frühe Führung. Im zweiten Durchgang reichte es nur noch zum Anschlusstreffer, erneut verwertete Bortel eine Standardsituation per Kopf (70.).
Ein möglicher Strafstoß zum potenziellen Ausgleich blieb den Gästen in der Schlussphase verwehrt. „Es war mehr drin, aber das haben wir nicht geschafft“, seufzte Koch, „wir haben den Faden verloren, waren nicht stabil, haben den Gegner nach der Führung nicht laufen lassen. Das ist keine Entschuldigung, aber ein Stück weit bezeichnend.“
Torschütze Jan Schlipf (li.) entwischt den Heimerdingern Salvatore Pellegrino (Mitte) und Shakur Traore (re.). Foto: Baumann/Alexander Keppler
Auf dem kleinen Kunstrasen in Pleidelsheim wurde jeder Standard gefährlich, fünf der sieben Treffer waren direkte Folgen einer Standardsituation. Auch fügte der Heimerdinger Trainer an, der Kopf spiele in solchen Spielen eine Rolle, eine Parallele zum Spiel beim SV Kaiserbach (3:4 nach 3:0-Führung) wollte er jedoch nicht aufmachen: „Spiele entwickeln sich unterschiedlich. Es war in diesen 20 Minuten einfach konfus“.
Die Situation bleibt angespannt
Damit rutscht der TSV Heimerdingen einen Platz in der Tabelle ab und verbleibt knietief im Abstiegskampf, nur einen Zähler trennt den Club vom Relegationsrang. Koch versucht, Ruhe zu bewahren. „Es macht mir keine Sorge, dass es so weitergehen könnte“, beschwichtigte der Trainer, „mir macht es aber Sorgen, dass wir zum wiederholten Mal unnötig Punkte liegen lassen. Hätte, wäre, würde hilft da alles nicht, aber mit Wehmut habe ich auf die Tabelle geschaut. Mit vier, fünf, sechs Punkten mehr würde man nicht über solche Dinge reden.“ Die anhaltende Misere muss der TSV Heimerdingen schleunigst abstellen, um die sportliche Situation nicht noch prekärer werden zu lassen. Am besten bereits am nächsten Sonntag (14.30 Uhr), wenn der starke Aufsteiger SG Schorndorf sich an der Weissacher Straße vorstellt. TSV Heimerdingen: Emmrich – Fota, Baumeister, Geppert, Pellegrino – Reichardt, Baroudi (46. Riedmiller), Bortel, de Sousa Lourenco (46. Traore) – Tepegoez (78. Schlick), Gudzevic