Fußball-Landesliga: TSV Weilimdorf Der Patient Scarcelli zündet den Turbo

Zwei Tore erzielt, einen Treffer vorbereitet – Riccardo Scarcelli war der Weilimdorfer Mann des Tages. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Mit einem 4:2-Sieg in Geislingen festigen die Fußballer des TSV Weilimdorf ihren ersten Tabellenplatz. Nach einem holprigen Start des Titelanwärters dreht vor allem ein Spieler auf.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Würde allein die Auswärtstabelle zählen, dann könnten sie schon jetzt den Meistersekt in den Kühlschrank stellen. Aber auch so ist der nächste wichtige Schritt in Richtung des großen Ziels Aufstieg getan: Mit einem 4:2-Sieg beim SC Geislingen haben die Fußballer des TSV Weilimdorf am Wochenende ihre Spitzenposition in der Staffel 2 der Landesliga untermauert. „Dort gewinnt man nicht so leicht. Wir sind froh, dass wir diese Hürde nun weg haben“, bilanziert der Trainer Manuel Fischer, in dessen Mannschaft vor allem ein Spieler einen Glanztag erwischte.

 

Unter der Woche hatte Riccardo Scarcelli seinem Coach noch Sorgen gemacht. Knieschmerzen setzten dem 22-Jährigen zu. Einsatz damit fraglich. Am Spieltag reichte es dann aber doch – und wie! Der Linksaußen zündete den Turbo und bestätigte seine schon seit Saisonbeginn starke Form. Seine aktuelle Matchbilanz: zwei Tore erzielt, eines vorbereitet. „Ein herausragender Auftritt von ihm“, lobt Fischer, „mit seiner individuellen Qualität hat er immer wieder Tempo ins Spiel gebracht.“ Insgesamt steht Scarcellis Zähler in dieser Runde nun bereits bei 14 Treffern.

In Geislingen bedeutete sein Doppelschlag die Wende der Begegnung. Eine halbe Stunde lang taten die Weilimdorfer sich nach ihrer zuletzt zweiwöchigen Osterpause schwer, in Tritt zu kommen. Der Gegner diktierte das Geschehen und ging auch in Führung. Der Torschütze Malik Eyüpoglu profitierte davon, dass der Keeper Zacharias Velvelidis einen Flankenball unterschätzte (26.). Dann schlug Scarcellis Stunde. Im einen Fall erlief er einen zu kurzen Rückpass der Gastgeber, im anderen eine Mustervorlage seines Teamkollegen Bastian Joas – und beide Male blieb er beim Abschluss cool (39./48.). Damit nicht genug: Zuletzt revanchierte er sich auch noch bei Joas und legte umgekehrt für jenen auf (60.). Dazwischen jagte obendrein Enis Küley die Kugel per Weitschuss ins Netz (53.). „Von Minute 30 an war es ein überhaupt sehr gutes Spiel von uns“, konstatiert Fischer. An diesem Fazit änderte auch der späte zweite Gegentreffer durch Luca De Lucia nichts mehr (90.). Dieser hatte für die auf Tabellenplatz neun stehende Heimelf lediglich noch ergebniskosmetischen Charakter.

Die Weilimdorfer haben damit von bisher zwölf Auswärtspartien dieser Saison neun gewonnen. Nur in Donzdorf und im Derby beim MTV Stuttgart gab es Niederlagen (jeweils 1:5), wobei die erstgenannte wegen des Ligaausstiegs des Gegners ja inzwischen aus der Wertung gestrichen ist. In der Punkterunde sind es nun noch sechs Spieltage, fünf davon im Fernduell mit dem Verfolger SV Waldhausen, ehe die beiden einzigen verbliebenen Titelkandidaten zum Abschluss am 7. Juni an der Giebelstraße direkt aufeinander treffen werden. Ob es der große Showdown werden wird? Oder ob einem schon zuvor eine Entscheidung gelingt?

Fischer sieht es ganz nüchtern so: „Wir machen unseren Job, indem wir unsere Spiele gewinnen. Und so lange das so ist, müssen wir nach niemand anderem schauen.“ Fürs Erste haben die Seinen nun sieben Punkte Vorsprung. Allerdings kann der Zweite Waldhausen noch zweimal nachlegen – an diesem Sonntagnachmittag in Bad Boll sowie dann am Mittwoch im Nachholspiel beim FV Neuhausen.

Weilimdorfer „Spieler des Spiels“

Riccardo Scarcelli. Begründung siehe oben. Nicht nur wegen seiner drei Torbeteiligungen war der einstige Junioren-Bundesligakicker des 1. FC Heidenheim der herausragende Akteur. (Nominierungen: 3)

SC Geislingen: Piegsa – Schmohl (51. Kranz), Boni, Ivezic, Mayer (46. Köse) – Niederberger, Volk (75. Loser), Eyüpoglu (75. Aljwir), Sönmez (62. De Lucia) – Dias Matos, Özdemir.

TSV Weilimdorf: Velvelidis – Raheem (65. Härle), Krasniqi, Milenkovic, Boukari (90. Sadikovic) – Offei (65. Aziz), Schieber (85. Yilmaz), Küley, Scarcelli (65. Genc) – Joas, Fara.

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