Meistertitel, Aufstieg. Beste Heimmannschaft der Staffel, beste Auswärtsmannschaft der Staffel. Und nun zum Abschluss auch noch ein 5:1-Sieg im bedeutungslos gewordenen Gipfelduell. Fußball-Herz, was willst du also mehr? Doch als wäre es mit alledem immer noch nicht genug, hat der TSV Weilimdorf am Wochenende hinter den Kulissen eine Nachricht draufgesetzt, die dramaturgisch perfekt zum aktuellen Feiermarathon passt.
Jawohl, die Würfel sind gefallen: Auch der wohl wichtigste Spieler bleibt. Der Kapitän und Liga-Torschützenkönig Bastian Joas hat die Hängepartie um seine Person beendet und für eine weitere Saison zugesagt. „Gut und wichtig. Die richtige Entscheidung für ihn und auch für uns“, sagt der Trainer Manuel Fischer, der beim aktuellen Saisonausklang gegen den SV Waldhausen selbst fehlte – er weilte als Gast auf einer Hochzeit.
Im bisherigen Kader steht nach Joas’ Ja-Wort nur noch ein dickes Fragezeichen. Der Spielmacher Enis Küley zögert nach wie vor, nachdem er dem Vernehmen nach ein Angebot aus der Oberliga vorliegen hat. An der Gerüchteküche werden sein Ex-Verein SSV Reutlingen sowie der FSV 08 Bietigheim-Bissingen als Interessenten gehandelt. Ein Ausstieg des 27-Jährigen, daraus machen die Weilimdorfer Verantwortlichen keinen Hehl, würde schmerzen. „Es ist eine Wonne, ihm beim Spielen zuzuschauen. Das hat alles Hand und Fuß, was er macht“, sagt der sportliche Leiter Michael Bachmann, fügt aber auch an: „Wenn einer die Chance hat, sich nach oben zu verbessern, dann volles Verständnis dafür.“
An diesem Samstag zog Küley somit womöglich ein letztes Mal die Fäden im Spiel der Nord-Stuttgarter. Die Tore erzielten indes andere. Zunächst netzte Tamer-Harun Fara fulminant aus 25 Metern ein (26.). Dann, in der zweiten Hälfte, legten Daniel Baierle, Riccardo Scarcelli, Emanuel Apler und Joas nach (68./72./85./90.). Letzterer verbuchte nach Foul an Terry Offei per Elfmeter seinen 28. Saisontreffer. Für die Gäste traf der Ex-Profi Fabian Weiß (früher zweite Liga in Aalen) zum zwischenzeitlichen Ausgleich (31.).
Zugute kam dem künftigen Verbandsliga-Neuling Weilimdorf freilich auch, dass sein Gegner Kräfte sparte. Während für Fischer und die Seinen nun bis zum Trainingswiederbeginn am 8. Juli Pause ist, steht dem Tabellenzweiten Waldhausen die wichtigste Saisonaufgabe erst noch bevor. Stichwort Aufstiegsrelegation. Los geht es für die Aalener am Mittwoch in Dorfmerkingen gegen den „Vize“ der Staffel 3, den VfL Nagold.
Weilimdorfer „Spieler des Spiels“
Enis Küley. Strippenzieher im Weilimdorfer Mittelfeld. Nach längerer Hinrunden-Verletzungspause ist der 27-Jährige in der zweiten Saisonhälfte zu einem der Erfolgsgaranten seiner Mannschaft avanciert. (Nominierungen: 4)
TSV Weilimdorf: Fajic – Raheem (16. De Sousa Lourenco), Sadikovic (46. Yilmaz), Bozoglu, Härle (54. Apler) – Genc, Krasniqi, Küley, Scarcelli (75. Offei) – Joas, Fara (66. Baierle).
SV Waldhausen: Wenninger – König, Herkommer, Kamm (61. Dolderer), Michel – Weiß (64. Bechthold), Avdrovski, Janik (61. Weber), Philipp Schiele (64. Yel) – Uhl – Mayer (84. Michael Schiele).