Fußball-Landesliga: TSV Weilimdorf Käpt’n Joas und die Männer von der Bank
Die Nord-Stuttgarter gewinnen das Mitfavoritenduell in Sindelfingen eindrucksvoll mit 5:2. Für ihren Trainer geht dabei nur eines schief.
Die Nord-Stuttgarter gewinnen das Mitfavoritenduell in Sindelfingen eindrucksvoll mit 5:2. Für ihren Trainer geht dabei nur eines schief.
Die Kamera, mit der der Trainer Manuel Fischer die Spiele aufzeichnen lässt, gab den Geist auf. Offenbar zu große Hitze. Aber das war dann die einzige wirkliche Panne an einem ansonsten rauschenden Fußballnachmittag des Landesligisten TSV Weilimdorf. Am Ende stand ein 5:2-Auswärtssieg. Fünf Tore beim VfL Sindelfingen, mithin einem Gegner, der vor Rundenbeginn selbst zum erweiterten Favoritenkreis gezählt worden war. Wenn das mal kein Ausrufezeichen ist.
„Gut und wichtig für uns. Wir haben gegen eine Mannschaft mit echter Qualität gespielt“, sagt Fischer, der den Seinen den nächsten Schritt in einem „sehr guten Entwicklungsprozess“ attestiert. „In der vergangenen Saison hätten wir solche Spiele teils noch verloren“, konstatiert er. Aktuell nicht. Da wird auch rein tabellarisch der Kontrast immer größer. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten hatten die Nord-Stuttgarter nach vier Spieltagen zwei Punkte auf dem Konto und waren Drittletzter. Seinerzeit ein verpatzter Start des späteren Vizemeisters. Nun sind es zehn Zähler und Platz zwei.
Mann des Tages war am Samstag Bastian Joas. Der Kapitän erzielte die ersten drei Treffer seiner Elf. Zweimal per Elfmeter, nach einem Handspiel der Gastgeber sowie einem Foul an Anthony Jeremy Raheem (8./59.). Zudem drückte er den Ball nach Vorlage von Raheem über die Linie (54.). Vollends für klare Verhältnisse sorgten dann in der Schlussphase die eingewechselten Emmanuel Apler und Fadel Boukari mit ihren Toren (81./90.+3).
Überhaupt die Männer von der Bank. „Da konnten wir mit mächtig Speed nachlegen“, sagt Fischer, „alle Eingewechselten haben es sehr gut gemacht.“ Hatte es zur Pause noch eher glücklich für die Seinen 1:1 gestanden, so drehten diese in Durchgang zwei auf, den hohen Temperaturen zum Trotz. Im Vergleich dazu eiskalt nutzten sie, dass ihr Kontrahent, als er erneut im Rückstand lag, das offensive Risiko erhöhen musste. „Als die Räume größer wurden“, lobt Fischer, „war es insgesamt ein brutal gutes Spiel von uns“ – mit einer letztlich bedröppelten Gegenseite. Für die ambitioniert in die Saison gestarteten Sindelfinger ist es ihrerseits bereits die dritte Niederlage. Da halfen auch die zwischenzeitlichen Ergebniskorrekturen durch Gianluca Gamuzza (1:1, 36.) und Tobias Kubitzsch (2:3, 79.) nichts.
Letzteres waren die beiden ersten Weilimdorfer Gegentore der laufenden Runde. Die Null ist also futsch – was für die Gäste von der Giebelstraße in Anbetracht der weiteren Umstände aber leicht zu verschmerzen ist.
Bastian Joas. Drei Tore erzielt – das spricht für sich. Bei den beiden Elfmetern übernahm der Kapitän nervenstark die Verantwortung und ging im Spiel auch sonst als Führungsfigur voran. Insgesamt steht er nun bereits bei sechs Saisontreffern. (Nominierungen: 1)
VfL Sindelfingen: Zivny – Kilinc, Dittrich, Brendle, Kasikci (61. Diedma-Andrades) – Gamuzza, Kubitzsch, Weinhardt – Simao (75. Franke), Beurenmeister (61. Behramaj), Ademi.
TSV Weilimdorf: Velvelidis – Krasniqi, Sadikovic, Biljeskovic, Härle (58. Apler) – Raheem (75. Boukari), Milenkovic, Fara (46. Offei), Scarcelli (89. Tepegöz) – Joas, Baierle (46. Schieber).