Fußball-Landesliga: TSV Weilimdorf, MTV Stuttgart, TSV Bernhausen Nach dem Trainer-Coup: Weilimdorfer Revanche beim Schlusslicht?

Im Fall des zuletzt im Krankenhaus gelandeten Weilimdorfer Torhüters Zacharias Velvelidis steht die Diagnose. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Der Spitzenreiter ist beim Schlusslicht gefordert. Die Bernhausener sind vor dem „besten Spieler der Landesliga“ gewarnt, und beim MTV Stuttgart werden Erinnerungen an ein dramatisches Hinspiel wach.

Sport: Dominik Grill (grd)

Die Nachricht von der überraschenden Vertragsverlängerung des Erfolgstrainers Manuel Fischer beim TSV Weilimdorf ragt vor dem 22. Spieltag der Fußball-Landesliga heraus. Nun geht es aber auch für den Tabellenführer sogleich zurück in den sportlichen Alltag: Er hat am Sonntag beim Schlusslicht etwas gutzumachen. Derweil wollen der MTV Stuttgart und der TSV Bernhausen in Heimspielen ihren Erfolgslauf fortsetzen.

 

SV Rohrau – TSV Weilimdorf (Sonntag, 15 Uhr)

Für eine zusätzliche Schubkraft scheint also schon einmal gesorgt: Nicht nur, dass die Fußballer des TSV Weilimdorf ja zunehmend das große Ziel Aufstieg vor Augen haben, auch die wie berichtet überraschende Doch-noch-Vertragsverlängerung des Trainers Manuel Fischer könnte auf der Schlussgeraden der Punkterunde den ein oder anderen im Kader pushen. Und: Aktuell kommt obendrein eine Geschichte aus dem Hinspiel hinzu. „Vielleicht unsere schlechteste Saisonleistung“, erinnert sich Fischer. Ausgerechnet gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Rohrau kamen die Seinen damals nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Insofern gibt es für den Favoriten an diesem Sonntag etwas gutzumachen. Mit voller Kraft zur Revanche. Wobei Fischer für alle, die womöglich bereits in Schützenfest-Kategorien denken, einen pflichtgemäß mahnenden Hinweis hat: „Wir müssen auf der Hut sein. Der Gegner hat nichts mehr zu verlieren.“ Ihren direkten Wiederabstieg werden die Kicker aus dem Gärtringer Teilort so oder so nicht mehr verhindern. Aus ihren bisherigen 20 Saisonspielen haben sie gerade einmal drei Punkte geholt – einen davon eben gegen Fischers Team.

Jenes will dagegen den nächsten Schritt in Richtung Meistertitel tun, bevor es für die Nord-Stuttgarter anschließend in eine zweiwöchige Ligapause geht. Am Osterwochenende wäre eigentlich das Gipfelduell mit dem JC Donzdorf auf dem Terminplan gestanden, welches sich nach dem Rückzug des Gegners aus dem Spielbetrieb aber erledigt hat. Nun spricht vieles für einen Titelzweikampf. Der Weilimdorfer Sieben-Punkte-Vorsprung auf den schärfsten Verfolger Waldhausen hat dabei etwas Trügerisches, haben die Ostalbkicker doch zwei Spiele weniger absolviert. Zu einem großen Showdown könnte es am letzten Spieltag kommen. Dann, am 7. Juni, wird der Kontrahent von der Ostalb in Weilimdorf zu Gast sein.

Einstweilen gilt: Hausaufgaben machen, Tüfteln an der Aufstellung inklusive. Klar ist, dass Fischer seine Startelf zumindest auf einer Position verändern muss. Der Torhüter Zacharias Velvelidis fällt aus. Immerhin aber Entwarnung: Seine vor Wochenfrist beim 1:1 gegen den GSV Maichingen zugezogene Verletzung ist weniger schlimm als befürchtet. Nichts mit dem Kopf, keine Gehirnerschütterung – „nur“ eine schwere Prellung an der Hand. Heißt: Nach Ostern dürfte der Youngster wieder dabei sein. Aktuell soll an seiner Stelle Friedrich Köhler auflaufen – das Saisondebüt für die eigentliche Nummer zwei.

Ansonsten kehren Luka Milenkovic (nach Gelb-Rot-Sperre) und Eldin Sadikovic (nach Stammzellenspende) ins Aufgebot zurück. Und der Abwehrroutinier Josip Biljeskovic (Knieverletzung) fällt nach wie vor aus.

MTV Stuttgart – TSGV Waldstetten (Sonntag, 15 Uhr)

Im Hinrundenduell der beiden Mannschaften gab es für den MTV Stuttgart eine dramatische 1:2-Niederlage. Zweimal Gelb-Rot und ein Last-Minute-Treffer durch Waldstettens Silas Podilczak bedeuteten den Knock-out. Der Trainer Björn Lorer erinnert sich noch lebhaft an das Spiel: „Wir haben uns selber um den Erfolg gebracht, weil wir uns mehr mit dem Schiedsrichter als mit Fußball beschäftigt haben.“ Aber auch die eigene, starke Anfangsphase ist im Kopf geblieben – und sorgt für Zuversicht im anstehenden Rückspiel. „Wenn wir uns nicht ins eigene Fleisch geschnitten hätten, hätten wir das Spiel gewonnen“, konstatiert der Lorer, „und wenn man unsere letzten Spiele anschaut, sind wir auf dem Papier leichter Favorit.“

Nach dem 3:1-Sieg über den TV Darmsheim am vergangenen Wochenende erwartet der Coach gegen Waldstetten eine deutlich andere Partie: „Darmsheim hat hinten den Riegel vorgeschoben. Waldstetten spielt in der Regel offensiver und arbeitet mit schnellen Bällen in die Tiefe.“ Da gelte es aufzupassen. Verzichten muss Lorer auf drei Spieler, die bereits zuletzt fehlten: Götz Gaiser fällt wegen muskulärer Probleme aus, Egzon Sufaj hat Leistenbeschwerden, und Daniel Mägerle laboriert weiterhin an einem Ödem am Bein. Für Erleichterung sorgt dagegen der Urlaubsrückkehrer Carl-Anders Zimmermann. Der Stammtorhüter wird wieder zwischen den Pfosten stehen, nachdem dessen Vertreter, Heiner Kaschner, sich gegen die Darmsheim einen Riss der Achillessehne zugezogen hat und für den Rest der Saison ausfallen wird.

Mit einem Sieg würden die Gastgeber ihren dritten Tabellenplatz festigen. „Die Mannschaft weiß, was sie zu tun hat, und ich mache mir wenige Sorgen, dass sie nicht ihre Leistung bringt“, sagt Lorer.

TSV Bernhausen – SC Geislingen (Sonntag, 15.30 Uhr)

Der Aufsteiger aus Bernhausen empfängt den SC Geislingen, ein wahres Urgestein der Landesliga. Und doch geht der Filderclub als Favorit in das Duell. Die viertplatzierten Bernhausener spielen eine überragende Rückrunde, auf der anderen Seite kriselt es bei den Kickern vom Fuße der Schwäbischen Alb. Gewarnt ist Roko Agatic, Trainer der Gastgeber, aber allemal: „Der Tabellenplatz von Geislingen lügt“, sagt er , „sie haben eine sehr gute, technisch starke Mannschaft und müssten weiter oben stehen.“ Besonderes Augenmerk dürfte auf einem Winterneuzugang des Gegners liegen, einer Ex-Personalie des abgestürzten JC Donzdorf: „Mert Özdemir ist für mich der beste Spieler der Liga“, sagt Agatic, „so ein Spieler hat in der Landesliga eigentlich nichts verloren.“ Der 22-jährige Angreifer sei ein überragender Techniker. „Wir dürfen ihm natürlich keine Räume lassen. Aber wir stellen nicht unser Spiel wegen ihm um“, kündigt der Coach an.

Stattdessen wollen die Bernhausener sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Zurückgreifen kann Agatic am Sonntag wieder auf Erik Meinlschmidt (nach Verletzungspause). Auch Daniel Frenzel Medina ist zurück auf dem Trainingsplatz, das Geislingen-Spiel kommt für ihn laut Trainer aber zu früh. „Ich erwarte ein enges Spiel zwischen zwei spielerisch starken Mannschaften“, sagt Agatic und führt aus: „Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber wir wollen die drei Punkte holen.“

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