Während der TSV Weilimdorf am Sonntag den nächsten Schritt in Richtung Meistertitel der Fußball-Landesliga machen will, freut sich der Tabellendritte TSV Bernhausen aufs für ihn geografisch interessanteste Derby der Saison und über zwei weitere Sommertransfers. Vor dem Nachbarschaftsduell mit dem Mitaufsteiger FV Neuhausen stehen am Fleinsbach die Neuzugänge Nummer zwei und drei für die nächste Saison fest.
TV Darmsheim – TSV Weilimdorf (Sonntag, 15 Uhr)
Vor dem Spiel beim Tabellenvierzehnten ist die Zielsetzung aufseiten des Spitzenreiters klar: „Wir wollen am Wochenende Platz zwei fix machen, alles Weitere ist Zugabe“, sagt der Weilimdorfer Trainer Manuel Fischer. Platz zwei? Rechnerisch braucht sein Team noch diesen einen Dreier für das Mindestziel. Und die Zugabe? „Wir brauchen nicht um den heißen Brei reden, was wir in dieser Saison erreichen wollen, ist klar.“ Natürlich, am Ende sollen es dann auch der Titel und der damit verbundene Direktaufstieg sein. Auch wenn Fischer weiter auf die Euphoriebremse drückt und weiß: „Gegen uns wachsen die Gegner immer ein Stück weit über sich hinaus, vielleicht weil sie nichts zu verlieren haben.“
Gegen den TV Darmsheim feierten die Seinen im Hinspiel ihren höchsten Saisonsieg. Mit 7:0 wurde das Kellerkind vom Platz gefegt, von einem Selbstläufer will Fischer aber nicht reden. Vielmehr erwartet er einen abgezockteren Auftritt als in der vergangenen Partie gegen den TSV Ehningen. Da verpassten es die Weilimdorfer im zweiten Abschnitt, per 2:0 für die Vorentscheidung zu sorgen, stattdessen stand beim Abpfiff ein 1:1 zu Buche. Auch in puncto Leidenschaft und Einsatzwillen gebe es bei dem ein oder anderen noch Nachholbedarf. „In den letzten Wochen ist es mir zu wenig Input von der Bank“, kritisiert Fischer. Seiner Mannschaft müsse klar sein: „Ihr steht auf dem Präsentierteller und müsst zeigen, dass ihr auch in Zukunft Teil dieser Mannschaft sein wollt.“ Auch mit Blick auf die kommende Saison ziehe er seine Schlüsse. Durchblicken lässt der Coach: „Für den ein oder anderen wird es vermutlich nicht reichen.“
Im Aufgebot wird es zumindest eine Veränderung geben. Erdinc Bozoglu ist nach seiner geschäftsbedingten Abwesenheit wieder dabei.
TSV Bernhausen – FV Neuhausen (Sonntag, 15.30 Uhr)
Bei den Bernhausenern schreiten die Kaderplanungen indes weiter voran: Nach Manuel Kranz (vom SC Geislingen) sind mit Hrvoje Markic und Dimitrios Vidic jetzt auch die Sommerneuzugänge zwei und drei fix. Ersterer kommt vom Verbandsligisten FC Esslingen an den Fleinsbach und soll die Offensive unterstützen. „Markic ist ein Stoßstürmer – das passt sehr gut zu unserer Spielweise, weil wir nur mit einem Stürmer spielen“, erläutert der Coach Roko Agatic, und unterstreicht: „Außerdem bringt er mit seinen 28 Jahren wichtige Erfahrung für unsere junge Mannschaft mit.“
Bereits in höheren Ligen konnte auch der ein Jahr jüngere Vidic umfassende Erfahrung sammeln. Der Defensiv-Allrounder stammt aus der Jugend der Stuttgarter Kickers, spielte mit dem SSV Reutlingen bereits in der Oberliga und hat mit Calcio Leinfelden-Echterdingen zudem vier Verbandsliga-Spielzeiten in seiner Vita. Aktuell ist er ausgerechnet beim nächsten Gegner der „Veilchen“ engagiert, dem FV Neuhausen. Das Aufeinandertreffen mit seinem künftigen Verein muss am Sonntag aber ausfallen: Vidic befindet sich im Urlaub und kam zuletzt bei der ersten Mannschaft ohnehin nicht zum Zug – aus sportlichen Gründen, wie Neuhausens Spielertrainer Ugur Yilmaz betont. Stattdessen hielt er sich freiwillig bei der zweiten Belegschaft in der Kreisliga fit.
Nach dem Hinspiel haben die Bernhausener noch eine Derby-Rechnung offen. 1:3 ging die Partie in Neuhausen verloren, bereits zur Pause lag der aktuell Tabellendritte mit 0:3 zurück. „Damals hat der Gegner unsere Fehler ausgenutzt, und der Platz war in schlechtem Zustand“, sagt Agatic. Vor eigenem Publikum und auf dem „sehr guten“ heimischen Geläuf soll es zur Revanche gegen den Mitaufsteiger kommen.
Zählen kann der Trainer wieder auf seinen Kapitän und Toptorjäger Ivan Matanovic, der im vergangenen Spiel gegen den SV Waldhausen noch aufgrund eines Hochzeitbesuchs fehlte. Außerdem ist Ovidiu Sterian nach seiner Schienbeinprellung zurück im Kader. Fehlen wird derweil aller Voraussicht nach erneut Filip Jordacevic, der an einer Sprunggelenkverletzung laboriert.
MTV Stuttgart – GSV Maichingen (Sonntag, 15 Uhr)
„Nicht mehr viel zu holen, wenig zu verlieren“ – so beschreibt Björn Lorer, Coach der Kräherwald-Kicker, die aktuelle Stimmungslage beim Tabellenvierten. Im oberen Niemandsland der Liga ist das Team auf bestem Wege, das eigene Saisonziel deutlich zu übertrumpfen. „Ein Platz im Mittelfeld“ lautete das Vorhaben vor Beginn der aktuellen Spielzeit. Gleichzeitig beträgt der Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz sieben Punkte, dessen Inhaber aus Waldhausen hat zudem ein Spiel weniger absolviert. Angesichts dieser Tabellensituation bestätigt Lorer: „Man merkt, dass die Spannung bei dem ein oder anderen nicht mehr ganz da ist.“ Ein Stück weit sind es daher auch erkenntnisreiche Wochen für den Coach – nämlich in puncto Kaderplanung. „Ich sehe, auf wen ich bauen kann und wer nur noch für die Galerie spielt“, sagt Lorer.
Was Verstärkungen von außerhalb angeht, wünscht sich der Coach mehr Erfahrung – auf den offensiven Flügeln und im zentralen Mittelfeld. Eben im Mittelfeld wird es von Sommer an darum gehen, Paolo Carbone (studienbedingter Umzug nach Italien) und Filip Primorac (will kürzer treten) zu ersetzen. Beide Spieler werden auch gegen Maichingen nicht im Aufgebot stehen. Carbone laboriert noch immer an muskulären Problemen, und Primorac fehlt aus privaten Gründen, genauso wie Egzon Sufaj.