Klar, gewusst hat Giuseppe Iorfida auch so schon, was auf seine Mannschaft an diesem Donnerstagabend (Sportpark Goldäcker, 19.30 Uhr) zukommen wird. Im Rahmen der Spielvorbereitung hat der Trainer der Landesliga-Fußballer des TV Echterdingen dann aber sicherheitshalber trotzdem noch einen Blick über den Kader des anstehenden Gegners schweifen lassen. Das brachte die nachdrückliche Bestätigung, die Iorfida in aller Kürze so formuliert: „Wahnsinn.“
Doch Bange machen gilt bekanntlich nicht. Und es ist ja nicht so, dass die Gelb-Schwarzen ihrerseits nichts zu bieten hätten. Allemal groß sind die Vorfreude und die Spannung vor diesem Verfolger- und Schwergewichtsduell: TV Echterdingen gegen JC Donzdorf – der Fünfte gegen den Dritten, das Kräftemessen zweier Teams, die aus ihren Ambitionen keinen Hehl machen. Aufstieg in die Verbandsliga? Gerne ja. Zumindest der Sieger wird bei diesem Wunschvorhaben weiter bestens im Rennen sein. Aktuell trennen die beiden Kontrahenten in der dicht gedrängelten Spitzengruppe lediglich zwei Punkte.
Neuer Trainer als Ausrufezeichen
Die Donzdorfer, keine Frage, sind einstweilen eine der Mannschaften der Stunde. Seit Wiederbeginn im Kalenderjahr 2023 hat der Aufsteiger unter seinem neuen Trainer Tobias Flitsch 13 von 15 möglichen Zählern eingefahren. Eben die Verpflichtung Flitschs bedeutete das größte Ausrufezeichen einer winterlichen Transferoffensive. Der 43-Jährige, der zuvor unter anderem beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 und den Stuttgarter Kickers die Kommandos gab, soll das eigene Starensemble nun auf die nächste Leistungsstufe führen. Vor vier Jahren kickten die Donzdorfer noch ganz unten, in der Kreisliga B. Seither hat der Verein mit türkischen Wurzeln drei Aufstiege gefeiert – worin die Verantwortlichen aber längst nicht das Ende der Fahnenstange sehen. Nicht zuletzt die Basis eines ausreichend dicken Geldbeutels feuert den Erfolgshunger unverändert an.
Vor Wochenfrist, beim 5:0 gegen den FC Blaubeuren, las sich das Donzdorfer Aufgebot wie eine Best-of-Auswahl der Fußballregion. Zur Verfügung standen Flitsch in dem Ex-Zweitliga-Profi Dominik Mader (TuS Koblenz), Tarik Serour und Fatih Özkahraman unter anderem drei ehemalige Torschützenkönige der Staffel. Drei andere, Tomislav Ivezic, Denis Videc (nach Transferstreit mit Calcio Leinfelden-Echterdingen) und Denis Werner, bringen als Rückrunden-Neuzugänge Oberliga-Erfahrung ein. Es ist eine Aufzählung, die sich namhaft fortsetzen ließe. Fest steht für Iorfida: „Individuell ist es die bestbesetzte Mannschaft der Liga.“
Kuhn-Ausfall schmerzt
Aber auch das beste Team? Aber auch eine Formation, die deshalb nicht schlagbar wäre? Der Echterdinger Wille dafür ist jedenfalls da, wobei Iorfida sich gegen eine bedeutungsschwangere Überhöhung der Begegnung wehrt. „Es bringt uns gar nichts, wenn wir jetzt Donzdorf besiegen und dann die Woche darauf in Bernhausen verlieren“, sagt der Gastgeber-Coach. Es sei nur ein Spiel von noch zehn. Freilich: ein wichtiges definitiv. Und eines, vor dem beim eigenen Personal ein Umstand schmerzt: Der Abwehrchef und Kapitän Marvin Kuhn fehlt nach seinem Gelb-Rot-Platzverweis aus der Endphase vom 2:2 am vergangenen Wochenende in Buch. Wahrscheinlich, dass Iorfida in seiner Verteidigung von einer Fünfer- auf eine Viererkette umstellt. Insgesamt muss er zumindest zwei Änderungen vornehmen. Auch Florian Dölker ist wie angekündigt raus – in seinem Fall voraussichtlich ganz. Der Angreifer hat sich wie berichtet beruflich nach Villingen-Schwenningen verändert.
Für die nächste Saison steht bei den Echterdingern derweil ein erster Neuzugang fest. Vom Staffelrivalen und designierten Absteiger TSV Plattenhardt wechselt der Innenverteidiger Oliver Grun (20) in die Goldäcker.