Fußball Landesliga Und wieder Murmeltiertag bei der SKV Rutesheim

Den Schuss von Marcel Held (Mi.) kann TSV-Keeper Luis Rohn noch abwehren, der Nachschuss von Laurin Stütz (nicht im Bild) bringt das 1:0 für die SKV Rutesheim. Foto: Andreas Gorr

Fünf Spiele, vier Punkte, kurz vor der Abstiegszone – der Fußball-Landesligist liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Das 1:2 gegen den TSV Ilshofen zerrt an den Nerven.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Christopher Baake war deutlich angefressen, als habe ein Spaßvogel seine Fußballschuhe versteckt. „Der TSV Ilshofen weiß wahrscheinlich gar nicht, warum er gewonnen hat“, stöhnte der Trainer der SKV Rutesheim nach der ärgerlichen, unnötigen 1:2(1:1)-Niederlage gegen die Gäste aus dem Unterland.

 

Der von vielen Liga-Konkurrenten als Meisterschaftsmitfavorit gehandelte Club taumelt mit erst einem Sieg, einem Remis und drei Pleiten wie ein angeschlagener Boxer im unteren Tabellendrittel. „Vier Punkte nach fünf Spielen, das ist erbärmlich wenig“, sagt Baake im Habitus eines politischen Spitzenkandidaten, dessen Partei bei einer Wahl weit unter dem erwarteten Ergebnis geblieben ist.

Bei der SKV Rutesheim war wieder Murmeltiertag. Wie im Hollywoodfilm mit Bill Murray von 1993 wiederholt sich ein und derselbe tägliche Ablauf immer wieder – im Fußball sind es 90 Minuten nach dem Muster: Die SKV spielt gut, erarbeitet sich Chancen, doch sie werden zu oft vergeben, sodass beim Abpfiff der Gegner mindestens einen Treffer mehr erzielt hat. „Ich bin es leid, über solche Spielverläufe zu sprechen“, knurrte Baake nach der Partie gegen Ilshofen, „es ist immer das Gleiche: Wir sind mindestens so gut wie der Gegner, aber wir machen aus unseren Möglichkeiten zu wenig Tore.“

Ärger um einen Abseitspfiff

An jenem Murmeltiertag vor knapp 100 Zuschauern sah es eine Weile so aus, als würden die Kicker um Kapitän Tobias Gebbert diesen imaginären Fluch besiegen. Die Begegnung brauchte einige Minuten, um in Schwung zu kommen. Nach 20 Minuten setzten die Gäste die ersten beiden Chancen, danach eroberten sich die Rutesheimer mehr und mehr Spiel- und Feldanteile. Gebbert hätte für die Führung sorgen können, doch aus fünf Metern brachte er den Ball nicht im TSV-Tor unter (30.). Antonio di Viesti traf zwar ins Netz (34.), doch hatte Schiedsrichter Kevin Schmidt auf Abseits erkannt – sehr zur Verwunderung aller SKV’ler. „Nie und nimmer, um drei Meter nicht“, schimpfte Coach Baake noch nach dem Schlusspfiff.

Das 1:1 fällt aus dem Nichts

Als Laurin Stütz zum 1:0 abgestaubt hatte (40.), nachdem Marcel Held noch am TSV-Tormann Luis Rohn gescheitert war, schien sich alles zum Guten zu wenden – doch aus dem Nichts stand es 1:1. Ilshofens stets gefährlicher Sturmtank Lukas Lindner nutzte eine kleine Verwirrung in der SKV-Defensive nach einer eigentlich ungefährlichen Flanke (45+1). Und es kam im Sportpark Bühl alles wie in Punxsutawney im Murmeltier-Film. Janis Lamatsch scheiterte am TSV-Keeper (60.), Gebbert köpfte vorbei (61.), Stütz marschierte allein aufs TSV-Tor zu und schob den Ball am Pfosten vorbei (65.). Keine Frage: Die Rutesheimer wollten den Sieg.

Baake stellt die Qualitätsfrage

Den holte sich Ilshofen. Lindner ging steil, SKV-Goalie Jan Göbel kam ihm entgegen – der Schuss des Ilshofeners ging zwar vorbei, doch Göbels Fuß traf danach den Stürmer. Und Kevin Schmidt war nicht der erste Schiri, der deshalb auf den Punkt zeigte. „Clever gemacht von Lindner“, räumte Baake ein. Dogukan Kaplan verwandelte (73.). Die Rutesheimer gaben sich nicht geschlagen, drängten mit Engagement auf den zweifellos verdienten Ausgleich, doch die eine Großchance kam aus den Bemühungen nicht heraus. Frust im Sportpark Bühl, und Chefcoach Baake resümierte mit Blick auf die Offensive kritisch: „Es ist auch eine Qualitätsfrage, warum wir so wenige Tore schießen.“ Die nächsten Übungseinheiten werden kaum vergnügungssteuerpflichtig werden. SKV Rutesheim: Göbel – Di Viesti (69. Heiler), Kogel, Ludwig (89. Weiß), Maier (59. Vaihinger) – L. Feigl, Gebbert, Russ, Held (D. Feigl) – Stütz, Lamatsch (64. M. Wellert).

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