Fußball-Landesliga/ Verbandsliga Neues Glück, diesmal aber getrennt

Marc Mägerle (rechts) erzielte bereits ein Tor für den TV Echterdingen. Foto: Archiv Günter Bergmann

Nach einer gemeinsamen Saison beim GSV Maichingen spielen die Brüder Marc und Daniel Mägerle nun beim TV Echterdingen beziehungsweise MTV Stuttgart.

Ausgerechnet der Sportplatznachbar Calcio Leinfelden-Echterdingen hat mit seinem Last-Minute-Aufstieg in die Oberliga Mitte Juni dafür gesorgt, dass der TV Echterdingen weiter in der Verbandsliga bleiben durfte. Wäre dem nicht so gewesen, dann würde es in der aktuellen Saison in der Landesliga das Duell des TVE mit dem MTV Stuttgart und damit möglicherweise auch das Aufeinandertreffen der Brüder Marc (32) und Daniel Mägerle (28) geben.

 

Daniel Mägerle vom MTV Stuttgart. Foto: Günter Bergmann

Vergangene Saison war das im Stuttgarter Osten aufgewachsene Brüderpaar noch Seite an Seite für den Verbandsligisten GSV Maichingen unterwegs. Nach dessen Abstieg suchten sowohl Daniel nach sieben Spielzeiten im Trikot der Grün-Weißen, als auch Marc nach nur einer Saison im Allmend eine neue Herausforderung in der Region. Ersterer in den Goldäckern auf den Fildern, zweiterer mit einer Heimkehr an den Kräherwald. „Ich hätte gerne noch einmal die Oberliga probiert und mir das auch zugetraut. Aber dann kam der TVE-Trainer Valentin Haug mit seiner Anfrage um die Ecke und hat mich von einer interessanten Aufgabe überzeugt“, sagt Marc Mägerle, der nun einen adäquaten Ersatz für den kurzfristig abgewanderten Stefan Todorovic im Abwehrverbund der Gelb-Schwarzen darstellt.

Vor dem Wechsel nach Maichingen an die Seite des Bruders hat der 1,92 Meter lange Rechtsfuß für fünf Vereine (Stuttgarter Kickers II, Grunbach, Pforzheim, Göppingen, SU Neckarsulm) zwölf Jahre lang in der Oberliga gespielt, dabei allerdings nur knapp 200 Partien absolviert. Der Grund dafür waren ein halbes Dutzend langwierige Verletzungen, mit denen Marc Mägerle teilweise über mehrere Monate ausfiel. „Wenn er nicht ganz so anfällig gewesen wäre, dann hätte er vom Talent her durchaus Profi werden können“, sagt der Bruder Daniel. Ganz nah dran war Marc Mägerle gleich zu Beginn der Karriere bei den Stuttgarter Kickers, als er im Oberligateam kickte, bei den Drittliga-Profis mittrainierte, aber dort nicht zu einem Einsatz kam. Der Traum von der ganz großen fußballerischen Laufbahn ist nun mit 32 ausgeträumt, einiges an Ehrgeiz bringt der Vater eines einjährigen Sohnes, der als Einkäufer bei einem Lebensmittelriesen in Neckarsulm arbeitet und in Korntal lebt, allerdings mit: „Ich glaube, wir können eine richtig gute Saison spielen“, sagt der Neuzugang, der mit dem Angreifer Caglar Celiktas bereits in der Jugend der Kickers zusammen spielte und zu den ersten vier Punktgewinnen der Echterdinger gleich selbst ein Tor beigesteuert hat. Am Sonntag (15.30 Uhr) zuhause gegen Hofherrnweiler sollen drei weitere Zähler folgen.

Sein Bruder Daniel ist nach zwei Spieltagen noch ohne eigenen Treffer und sein Team noch ohne Punkt. Am Sonntag (15 Uhr) geht es zum TSV Bernhausen. Allerdings ist der Rückkehrer zum MTV Stuttgart (nach acht Jahren), der gerade sein Studium mit dem Master abgeschlossen hat, fest davon überzeugt, dass schon bald die ersten Zähler aufs Konto kommen: „Wir haben eine sehr junge Mannschaft und gerade gegen Bad Boll ein paar verhängnisvolle Fehler zu viel gemacht. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir im sicheren Mittelfeld der Liga mitspielen können“, sagt Daniel Mägerle. 2017 hatte sich „Mägi“ von seinem Heimatclub entfernt, um zunächst bei der SV Böblingen und dann sieben Spielzeiten lang in Maichingen sein Glück zu suchen und zu finden. Nun ist er wieder zurück beim MTV und hat in Raphael Hahn, Joel-Noah Graham, Emre Türköz und Trainer Björn Lorer einige alte Mitstreiter wiedergefunden, mit denen er zum Teil schon in der Jugend gemeinsam aktiv war. „Der Kontakt ist nie abgerissen. Sie haben in den vergangenen Jahren jedes Mal gebohrt, wenn wir uns gesehen haben und jetzt im Frühjahr haben sie mich im richtigen Moment erwischt und von der Rückkehr überzeugt“, sagt Daniel Mägerle. Jetzt fehlt zur Abrundung seines persönlichen Märchens nur noch eines: „Vielleicht schaffe ich es ja, meinen Bruder in den nächsten Jahren auch noch zum MTV zu locken.“

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