Fußball-Meister (Teil 3) TSV Dagersheim hat es geschafft, die ganze Saison unbesiegt zu bleiben

Da ist das Ding: Kapitän Yannick Dannecker präsentiert seinen Teamkollegen vom TSV Dagersheim den Wimpel. Foto: Kevin Schuon

In einer Serie beschäftigen wir uns mit den Fußball-Meistern 24/25 aus dem Kreis Böblingen. Teil 3: der TSV Dagersheim, der komplett ohne Niederlage durch die Saison marschierte.

Der TSV Dagersheim ist nicht nur Meister der Fußball-Kreisliga A, Staffel III, Stuttgart/Böblingen geworden, sondern hat dies auch mit weißer Weste geschafft, denn er marschierte komplett ohne Niederlage durch die Saison. Die Trainer Tim Lehle und Marco Bernhardt haben also allen Grund, stolz auf ihre Elf zu sein.

 

Der 1. Juni war für sie alle denkwürdig. Nach ihrem 1:0-Sieg beim TV Gültstein am vorletzten Spieltag warteten sie gespannt auf das Ergebnis des einzig verbliebenen Rivalen SV Nufringen. Dieser holte nur ein 2:2 beim TSV Waldenbuch. Die Coaches erinnern sich noch genau an den Moment, als sie das erfuhren. „Jeder saß mit dem Handy in der Hand auf der Tribüne und hat den Live-Ticker verfolgt.“ Als das Ergebnis des Kontrahenten feststand, seien alle Dämme gebrochen. „Da fiel so eine Last von uns ab“, nickt Marco Bernhardt. „Bei vielen sind sogar Tränen geflossen.“

Kein Wunder, dass die Party danach ausschweifend war. Bis in die Nacht hinein wurde der Titel zelebriert. Eine Woche später fand dann nach dem Duell gegen die SpVgg Aidlingen – lange Zeit auch Spitzenreiter – die richtige Feier statt. Mit Wimpelübergabe, Bierdusche und allem, was sonst noch dazugehört. Was die beiden Übungsleiter besonders freut: Obwohl es für sie um nichts mehr ging, gab die Mannschaft am letzten Spieltag noch einmal alles. „Alles andere wäre auch unfair gewesen“, sagt Tim Lehle. „Für Nufringen und Aidlingen ging es ja noch um die Relegation.“

Ein Kurztrip nach Mallorca rundete die Festivitäten ab. „Dieses Mal sogar mit einer richtig großen Gruppe“, berichtet Tim Lehle. „Ich glaube, da haben wir bestimmt ein Drittel des Fliegers gefüllt.“ Das haben sich die Mannen aus dem Waldstadion aber auch redlich verdient. Schließlich haben sie eine nahezu perfekte Runde hingelegt und ausgiebig für ihren großen Traum gekämpft. Nicht ein einziges Spiel haben sie verloren – 22 Siege, sechs Unentschieden, keine Niederlage. Ein gutes Gefühl, finden Tim Lehle und Marco Bernhardt. „Im Artikel zu unserer Auszeichnung als KRZ-Mannschaft des Monats Oktober 2024 habe ich noch davon gesprochen, dass unsere Jungs bei einigen Gegnern wie kopflose Hühner über den Platz rennen“, grinst Tim Lehle. „Aber nach so einer Saison kann man von sowas nicht mehr sprechen.“

Für die beiden Kommandogeber ist der Aufstieg auch insofern etwas Besonderes, als dass es ihre erste Spielzeit als Duo war. „Das ist echt das Highlight, dass wir so einen Erfolg als beste Freunde geschafft haben“, freut sich Marco Bernhardt. „Wobei wir das auch unserem restlichen Trainerteam zu verdanken haben. Die haben einen super Job erledigt“, ergänzt Tim Lehle.

Eine Mannschaft zu managen, ist allerdings auch als Kumpels nicht immer einfach. „Unser Spieler Admir Kasapi meinte mal, manchmal fühle man sich bei uns beiden wie ein Scheidungskind“, lacht Tim Lehle. „Aber gelitten hat unsere Freundschaft darunter nicht.“

Was die Coaches absolut verbindet, ist der gemeinsame Ehrgeiz. „Ab und zu sind wir vielleicht schon etwas zu ehrgeizig“, gibt Tim Lehle zu. „Wenn du rauf willst, kannst du dir ja eher selten erlauben zu verlieren“, erklärt Marco Bernhardt, warum das allerdings vielleicht gar nicht so schlecht war.

In der Bezirksliga dürfte es okay sein, wenn auch mal eine Niederlage zu Buche steht. Das soll allerdings nicht heißen, dass der TSV einen Gang zurückschaltet. Im Gegenteil: „Wir wollen auf jeden Fall eine feste Größe in dieser Klasse werden“, stellt Tim Lehle klar.

Ganz unbekannt wird die neue Umgebung für die Dagersheimer natürlich nicht ausfallen, denn sie waren schon mehrfach dort, letztmals 2022/2023. Die sieben Gegner aus dem Kreis Böblingen sind ihnen selbstverständlich ebenfalls ein Begriff. Was neu ist, sind die Mannschaften aus dem Stuttgarter Raum. „Wir haben Respekt, freuen uns aber auf jeden Fall auch darauf“, betont Tim Lehle.

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