Das eine Jahr in der Fußball-Kreisliga B, Staffel VI, Stuttgart/Böblingen hat den TV Altdorf extrem zusammengeschweißt. Trotzdem ist der Meister froh über seinen direkten Wiederaufstieg. Das Ziel eine Klasse höher wird jetzt sein, dieses Mal drin zu bleiben. „Wir wollen eine gute Runde spielen und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben“, stellt Coach Timo Gmoser klar.
Der TVA ist einer der wenigen Vereine, dem das Vorhaben tatsächlich gelungen ist, einen Betriebsunfall direkt zu korrigieren. Keine Selbstverständlichkeit, wie Timo Gmoser und sein Trainerkollege Marcus Binder wissen. „Allein, dass die Mannschaft zusammenblieb, ist etwas Besonderes“, sagt letzterer. Schließlich geraten Absteiger gerne in ein Haifischbecken. „Da kommen dann ständig Anfragen von anderen Vereinen, die jemanden abwerben wollen.“ Oft mit Erfolg, „aber bei uns sind die meisten geblieben“. Nicht nur das: Mit Florent Demaj und Qendrim Jaha kamen sogar noch zwei erfahrene Rückkehrer dazu.
Diese große Qualität des Aufgebots hat die Altdorfer laut Marcus Binder stark gemacht. „Wir haben ein paar körperlich krasse Spieler wie Jonas Trümper und Florian Dieterle, dann die Arbeiter und Wuseligen, die für ihre Nebenleute kämpfen“, so Marcus Binder. „Und dann noch viele technisch starke Spieler.“ Ein breiter Kader sei allerdings Fluch und Segen zugleich. „Man muss ja auch immer schauen, dass man die Spielzeit gerecht verteilt“, gibt Timo Gmoser zu bedenken. In dieser Hinsicht sei die Zeit in der Kreisliga B jedoch gut gewesen. „Wir haben uns stark weiterentwickelt und konnten auch den vielen Jungen Einsätze auf dem Platz einräumen“, erklärt er. „Ich freue mich, dass sich diese jetzt in der nächsthöheren Klasse beweisen können.“
Über die gesamte Saison hinweg ging die Truppe vom Schönbuchrand nur zweimal komplett leer aus. Einmal beim 2:3 gegen die SG Gäufelden, einmal beim 1:2 gegen den SV Bondorf. „Das war aber wiederum auch gut, weil wir gesehen haben, dass wir uns Woche für Woche anstrengen und Gas geben müssen“, resümiert Marcus Binder. „Gerade die Auftaktniederlage war ein Weckruf und rückblickend sehr wichtig.“
An den Moment, als ihre Schützlinge erstmals realisierten, dass der Titel in greifbarer Nähe ist, erinnern sich die Übungsleiter sehr gut. „Das war beim 5:2 in der Rückrunde beim TV Darmsheim II“, erzählt Marcus Binder. Durch diesen zweiten Dreier war der direkte Vergleich gegen den schärfsten Konkurrenten eingetütet. „Danach hätte es schon mit dem Teufel zugehen müssen, wenn es nicht mehr gereicht hätte.“
Als der Triumph fix war, fiel trotzdem eine große Last von allen ab, vor allem aber von den beiden Männern auf der Kommandobrücke. „Ich weiß nicht, wie oft Timo und ich uns umarmt haben“, schmunzelt Marcus Binder. „Ich glaube es gibt wenige Trainerteams, die sich so blind verstehen wie wir und unser kickender Co Manuel Rupp.“
Gefeiert wurde natürlich ausgiebig. Ein geschmückter Maifestwagen kutschierte die Mannschaft durch den ganzen Ort. Auf dem Sportplatz wartete neben den obligatorischen Sekt- und Bierduschen auch ein Futtersilo, den ein paar Tüftler aus dem Team zum beheizten Whirlpool umfunktioniert hatten. „Das war echt ein Highlight“, grinst Timo Gmoser. „Die Party ging bis in die Morgenstunden.“
Aktuell befindet sich der TV Altdorf noch in der wohlverdienten Sommerpause. Nächste Woche startet dann aber bereits wieder die Vorbereitung für 25/26. Diesmal soll in der Kreisliga A nämlich alles anders werden. „Schon vor unserem Abstieg waren wir jahrelang immer bereits am Anfang hinten drin gehängt und mussten kämpfen“, erläutert Timo Gmoser. „Das wollen wir jetzt vermeiden. In der abgelaufenen Runde konnten wir taktisch einiges einstudieren.“
Trotzdem bleiben die Coaches realistisch angesichts einiger hochkarätiger Gegner. „Schade ist, dass wir kein Derby mehr gegen einen direkten Nachbarn haben werden“, meint Timo Gmoser. „Aber wir freuen uns im Gegenzug darauf, dass wir kein Flex mehr spielen müssen.“