Fußball-Nachlese SV Fellbach Geschichten von der Ober- bis zur Kreisliga

Von , und Maximilian Hamm 

Mario Marinic ist fast 36 und schießt immer noch für die TSG Backnang Tore, auch der Fellbacher Niklas Pollex zeichnet sich aus. Leon Braun muss sich gedulden. Jan Stöcker siegt mit den Fußballern des TSV Schmiden.

Mario Marinic (links), auf unserem Bild noch in einem Testspiel gegen den VfB Stuttgart, trifft  in der Oberliga für die TSG Backnang  – wie  Niklas Pollex. Foto: Maximilian Hamm
Mario Marinic (links), auf unserem Bild noch in einem Testspiel gegen den VfB Stuttgart, trifft in der Oberliga für die TSG Backnang – wie Niklas Pollex. Foto: Maximilian Hamm

Fellbach - Der Kader ist groß genug mit fast 30 Spielern. Giuseppe Greco hat immer noch reichlich Auswahl. Dennoch vermisst der Cheftrainer der Fußballer des SV Fellbach in diesen ersten Wochen der Verbandsliga-Saison den einen oder anderen aus dem Maxiaufgebot. Ein paar seiner Kräfte mit ansonsten guten bis sehr guten Einsatzchancen plagen sich mit hartnäckigen Einschränkungen. Georgios Mahlelis hat aufgrund einer Mittelfußprellung ebenso keine der bisher 360 Spielminuten auf dem Grün verbracht wie Burak Sönmez – auch ihn hat eine Fußblessur gebremst – oder Leon Braun. Den 23-jährigen Zugang, zuletzt bei den Stuttgarter Kickers und davor bereits beim SGV Freiberg und beim FC Nöttingen in der Oberliga am Start, hindert ein Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel am aktiven Mitwirken. Zuerst hatte ihn ein Muskelfaserriss gestoppt, dann – nach dem Wiederbeginn – ein Muskelbündelriss. Deshalb kann er nicht wie erhofft mittendrin sein im Geschehen, dabei ist Leon Braun aber stets, wenn Training oder Spiele anstehen. Der Rückkehrer, als Jugendlicher bereits sechs Jahre lang beim SV Fellbach, hat großen Bezug zum Verein, zur Mannschaft. Einige seiner besten Freunde wie Marcello Vulcano, Nikola Jelic, Jamie Miller, Philipp Gutsche oder Dominic Sessa gehören mit ihm dem Team des SVF an. Ohne ihn kamen die Kumpels am Samstag über ein 0:0-Unentschieden bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach nicht hinaus, der unermüdliche Vorkämpfer Claudio Paterno war unser Spieler des Tages. Drei Tage zuvor, beim 1:1 gegen den 1. FC Normannia Gmünd, hatte sich Nikola Jelic die Auszeichnung verdient. Leon Braun kann es derweil „kaum erwarten“, im Fellbacher Trikot über den Platz zu sprinten. Er muss sich aber noch gedulden. „Das lief sehr, sehr unglücklich für Leon“, sagt Ioannis Tsapakidis, Assistenztrainer und Sportlicher Leiter. Der Offensivspieler, der in Waiblingen wohnt, wird erst im Oktober einsteigen. Nach seiner Genesung aber soll er dann so richtig einsteigen beim SVF. „Ich denke, er macht mit seiner Dynamik und Schnelligkeit einen enormen Unterschied aus“, sagt Ioannis Tsapakidis.

Michael Schick ist Spieler des Tages

Die Bilanz der Oeffinger Fußballer gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall ist negativ. Von neun Pflichtspielen seit 1996 gewannen die Haller sieben, zuletzt mit 2:0 die Partie in der Landesliga am Samstag. Einmal, in der dritten Verbandspokalrunde 2018, siegte der TVOe mit 2:1, dem im selben Jahr in der Liga ein 1:1 in Schwäbisch Hall gelang. Trainer Haris Krak freut sich aber immer auf die Begegnungen, weil er bei den Sportfreunden gute Bekannte hat. Dazu zählen der Vereinsvorsitzende Jürgen Lechner und Frank Nabholz, der Mannschaftsbetreuer. Mit beiden saß Haris Krak nach der Niederlage noch lange zusammen und holte sich viele Komplimente für das Spiel der ihm Anvertrauten ab. Vor allem für Michael Schick, den unermüdlichen Antreiber in den Reihen der Gäste und als Spieler des Tages Nachfolger von Drago Durcevic, dem zweifachen Torschützen beim 4:2-Heimsieg am Mittwoch gegen die SpVgg Gröningen-Satteldorf. „Klar freut mich das Lob. Das Ergebnis bleibt aber bitter, es waren Kleinigkeiten, Feinheiten, die die Haller besser gemacht haben als wir“, sagt Haris Krak.

Mitgejubelt hat auch der Abwehrmann Thomas Doser, ein weiterer Ex-Fellbacher

Als die Fußballer der Stuttgarter Kickers im Frühjahr 1988 in die erste Bundesliga aufgestiegen sind, war Mario Marinic drei Jahre alt. Niklas Pollex, Jahrgang 1997, kennt die erfolgreichsten Zeiten des Vereins auch nur von Erzählungen. Die beiden Spieler, früher beim SV Fellbach aktiv und heute im Trikot des Oberligisten TSG Backnang auf dem Platz, waren am vergangenen Mittwoch Gastgeber der Stuttgarter Kickers. Und beide haben sich beim 3:3-Unentschieden in die Torschützenliste eingetragen. Für Mario Marinic ist das schon Gewohnheit, für den Backnanger Zugang Niklas Pollex war es der erste Treffer für den Aufsteiger. Mitgejubelt hat auch der Abwehrmann Thomas Doser, ein weiterer Ex-Fellbacher. „Ich bin in jedem Spiel gleich motiviert, aber gegen die Kickers ist es doch noch etwas reizvoller“, sagt Mario Marinic, der den früheren Zweitligisten bei Heimspielen in Degerloch oftmals besucht hatte. Am Samstag hat der fast 36-Jährige wieder einen Treffer erzielt. Diesmal allerdings reichte es nicht zu einem Punktgewinn – das Team der TSG Backnang verlor mit 1:2 beim Freiburger FC.In der Kreisliga A werden Fußballspiele ohne offizielle Schiedsrichter-Assistenten ausgetragen. Diesen Part übernehmen zumeist Vereinsmitglieder. Und so schnappte sich am Sonntag Martin Wundrak die Fahne und bewachte auf dem Rasenplatz im Stadion des TSV Schmiden eine Seitenlinie. Der Abteilungsleiter der SG Weinstadt sah eine 0:1-Niederlage seines Teams – Torschütze war Jan Stöcker in der 72. Minute –, obwohl die Gäste zunächst überlegen waren. Allein ihr Torjäger Naoufel Jaouadi, der in der vergangenen, aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgebrochenen Saison, in der Kreisliga B mehr als 40 Tore erzielt hatte, scheiterte mehrmals am gut aufgelegten Schmidener Tormann Philipp Ganser. Dabei ist Naoufel Jaouadi eigentlich gar nicht aufgestiegen. Er zählte zum Kader der SG Weinstadt II, die jedoch knapp am Aufstieg scheiterte. Den Sprung nach oben schaffte in einer anderen Staffel die dritte Vertretung des Vereins, doch von ihr sind fast keine Spieler übrig geblieben. „Wir wollten in der neuen Liga die sportlich stärkste Mannschaft aufbieten“, sagt Martin Wundrak. Ganz offensichtlich waren die Akteure des sportlichen Aufsteigers anderer Meinung und wechselten fast geschlossen zum TSV Strümpfelbach. Neu beim Aufsteiger sind dagegen unter anderen Leon Ziegler, der aus der eigenen A-Jugend kommt. Sein Vater Marc Ziegler, früher Bundesliga-Tormann beim VfB Stuttgart, schaute am Sonntag auf der Schmidener Sportanlage vorbei. Und neu ist bei der SG Weinstadt auch Rifaat Al-Shammaa, der vom TV Stetten kam und früher beim TV Oeffingen gespielt hatte.




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