Fußball-Nachlese SV Fellbach Tabellenführer zumindest bis Freitagabend

Von und Maximilian Hamm 

Nach dem gelungenen Verbandsliga-Auftakt dürfen die Fußballer des SV Fellbach und ihre Gäste vom TSV Crailsheim sogar duschen. Hakan Aslantas spielt jetzt in Kirchheim. Die Oeffinger testen noch einmal vor dem Saisonstart – 4:3.

Giuseppe Greco (links) sieht nach der Pause  entschlossene SVF-Akteure: Tamás Herbály und  die Fellbacher Fußballerzeigen zum Verbandsliga-Start  ihre Muskeln Foto: Maximilian Hamm
Giuseppe Greco (links) sieht nach der Pause entschlossene SVF-Akteure: Tamás Herbály und die Fellbacher Fußballerzeigen zum Verbandsliga-Start ihre Muskeln Foto: Maximilian Hamm

Fellbach - Der Abteilungsleiter hatte sich schon ein bisschen besorgt umgeschaut, als er die Spieler des SV Fellbach am Samstag im Max-Graser-Stadion zu sehen bekam. Auf den ersten und auch auf den zweiten Blick konnte er Steven Kröner nicht erspähen. „Ich hatte schon befürchtet, Steven ist gar nicht dabei“, sagte Mathias Fischer. Es passiert ja manchmal kurzfristig noch ein Malheur, so musste etwa Mika Müller gegen den TSV Crailsheim „mit einem Elefantenfuß“ (Cheftrainer Giuseppe Greco) passen, weil er in eine Biene getreten war. Doch im Falle von Steven Kröner durfte der Fellbacher Fußball-Boss bald aufatmen. Der neue Defensivstratege mit Regionalliga-Erfahrung war schon da im Sportzentrum Südwest an der Esslinger Straße, er schaute nur etwas ungewohnt aus mit verändertem Haarschnitt ohne den markanten Zopf hintendran. Auf dem Rasen war der 31-Jährige mit seiner geschmeidigen Verteidigungsarbeit ohnehin nicht zu verkennen. Steven Kröner hatte beim 4:0-Erfolg zum Verbandsliga-Auftakt wesentlichen Anteil daran, dass die Gäste in der ersten Spielhälfte ihre leichten Vorteile auf dem Grün nicht zu ihrem Vorteil nutzen konnten. Der Abwehrchef, unser Spieler des Tages, unterband die Bemühungen des TSV Crailsheim stets rechtzeitig, wenn erforderlich. Unterstützt auch von seinem starken Adjutanten Ibrahim Njie, 20 Jahre jung, und von Charalambos Parharidis, der im defensiven Mittelfeld eine vorzügliche Vorstellung gab. Dem 23-Jährigen selbst gelang kurz vor der Pause nach feinem Passspiel auch der erste Treffer; nach der Pause knüpfte der SV Fellbach, einmal in Schwung, direkt an diese Offensivszene an. Ali Ferati per Strafstoß, Dominic Sessa mit einem Heber und der neue Angreifer Tamás Herbály mit einem Traumtor erhöhten binnen zehn Minuten auf 4:0. Das war fast schon ein wenig zu viel des Guten. Die Mannschaft aus Crailsheim war keineswegs so viel schlechter als jene des SV Fellbach. Steven Kröner hatte mit seinen Nebenleuten bis zum Schluss nicht ganz wenig Arbeit damit, einen Gegentreffer zu verhindern. Weil den Gastgebern das aber gelungen ist, führen sie vor der Auswärtsaufgabe am Freitagabend, 19.30 Uhr, beim 1. FC Heiningen tatsächlich die Verbandsliga-Tabelle an.

Die Duschen der städtischen Sportstätten dürfen wieder benutzt werden

In der Vorbereitungsphase hatten die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach schon jede Menge Gäste. Sie kamen aus Pforzheim, mit Tamás Herbály, der eben von dort infolge eines offenbar massiven Fehlverhaltens eines Familienmitglieds vor wenigen Tagen beim SVF eingetroffen ist. Sie kamen auch vom VfB Stuttgart. Vom SGV Freiberg. Vom SSV Reutlingen. Oder von den Stuttgarter Kickers. Was sie alle vereinte: Sie mussten nach den sommerlichen Anstrengungen bei oft mehr als 30 Grad verschwitzt heimkehren aus dem Max-Graser-Stadion. Duschen war dort wie in den anderen städtischen Sportanlagen über Wochen hinweg nicht gestattet. Nach der Zwangspause aufgrund der Covid-19-Pandemie hatten die Verantwortlichen einen Legionellenbefall befürchtet und Prüfungen angeordnet. Dieser Vorgang führte dazu, dass die Duschen der städtischen Sportstätten in Fellbach den Sommer über bis vor wenigen Tagen nicht benutzt werden konnten. Die Beteiligten brauchten ganz viel Geduld. Doch am Samstag, zum Saisonstart gegen den TSV Crailsheim, war es im Max-Graser-Stadion tatsächlich wieder erlaubt zu duschen. Auch an fast allen anderen Sportstätten darf nun nach Mitteilung der Stadt die Körperhygiene nach dem Sport wieder beachtet werden.

Niklas Pollex feiert seinen Ligaeinstand bei der TSG Backnang

Die Fußballer der TSG Backnang sind zurück in der Oberliga – und mit ihnen auch der Angreifer Mario Marinic, der seinen bemerkenswerten Torinstinkt vor Jahren auch schon beim SV Fellbach und beim TV Oeffingen bewiesen hat. Doch Mario Marinic ist in dieser Saison nicht nur für die Sturm- und Drangphase seiner Mannschaft verantwortlich, er hat auch die Rolle des Assistenztrainers übernommen. Vor dem ersten Ligaspiel am vergangenen Samstag war er noch mehr: Weil der Cheftrainer Holger Ludwig im Urlaub war, bereitete der 35-Jährige den Aufsteiger auf die Begegnung mit den Gästen des SGV Freiberg vor. „Das war anspruchsvoll, eine andere Sicht auf die Dinge, aber es hat riesig Spaß gemacht“, sagte Mario Marinic, der nach seiner Spielerkarriere eine Laufbahn als Trainer anstrebt. Doch noch möchte er Tore schießen. Am Samstag hat dies noch nicht geklappt. Nach dem 0:1-Rückstand zur Pause – Torschütze war Yannick Thermann in der 15. Spielminute – traf Marc Bitzer zum 1:1-Endstand. In der Startformation der TSG Backnang stand auch Thomas Doser, der 31-jährige Abwehrspezialist mit Fellbacher Vergangenheit; und da stand erstmals auch Niklas Pollex, 23, der vor dieser Saison eben vom SGV Freiberg nach Backnang gewechselt war. Niklas Pollex hatte in der Jugend beim SV Fellbach gespielt, bevor er im Sommer 2014 nach Freiberg gegangen ist. „Er ist eine absolute Verstärkung für uns, ist viel auf dem Platz unterwegs und sehr giftig“, sagte Mario Marinic über seinen neuen Mitspieler, vor dieser Runde auch beim SVF im Gespräch. Für die TSG Backnang geht es nächsten Sonntag, 15 Uhr, mit dem Spiel beim Mitaufsteiger FV Lörrach-Brombach weiter. Nur drei Tage später empfangen Mario Marinic und seine Mitstreiter die Stuttgarter Kickers.

Drago Durcevic erzielt drei Tore für den TV Oeffingen

Auch Haris Krak hat am Sonntag ein Fußballspiel begleitet. Doch im Gegensatz zu seinen Trainerkollegen in der Landesliga (Staffel 1) ist der Coach des TV Oeffingen seine Aufgabe eher freundschaftlich angegangen. Weil aufgrund der Coronavirus-Pandemie und des Abbruchs der vergangenen Saison in dieser Runde 19 Mannschaften am Wettbewerb teilnehmen, muss immer ein Team pro Spieltag pausieren. Zum Saisonauftakt traf dies den Oeffinger Verbund. Deshalb hatte Haris Krak ein Testspiel organisiert. Zu Gast auf der Sportanlage Tennwengert war die zweite Vertretung des FSV 08 Bissingen, die erst am 6. September in die Bezirksliga Enz-Murr startet. Die Gastgeber gewannen das Spiel mit 4:3 – es trafen Fabian Kolb und dreimal Drago Durcevic. Sie mussten dabei auf zahlreiche Spieler verzichten – wie zum Beispiel auf den Tormann Mario Peric. In der Offensive waren die Oeffinger Fußballer präsent, in der Abwehr zeigten sie noch einige Lücken. Doch das bereitet Haris Krak keine bleibenden Sorgen: „Die Luft ist raus bei den Freundschaftsspielen. Wir sind jetzt so weit, dass wir den Ligabetrieb brauchen.“ Der hat ja am Wochenende schon begonnen, mit wenig überraschenden Ergebnissen, wie der Trainer des TV Oeffingen festgestellt hat. So haben die Aufstiegsanwärter Sportfreunde Schwäbisch Hall (2:1 beim SV Germania Bietigheim), SV Breuningsweiler (3:1 gegen die TSG Öhringen), SpVgg Gröningen-Satteldorf (1:0 gegen den Aufsteiger SV Allmersbach) und FV Löchgau (4:1 beim SV Kornwestheim) allesamt ihre Auftaktspiele gewonnen. Einen besonderen Blick hat Haris Krak auf das Resultat des TSV Pfedelbach (0:3 beim Aufsteiger Türkspor Neckarsulm) geworfen. Denn am Samstagnachmittag, 15.30 Uhr, startet das Team des TV Oeffingen eben in Pfedelbach in die Saison 2020/2021.

Hakan Aslantas, davor beim SV Fellbach, spielt jetzt für den VfL Kirchheim

In der Winterpause der vergangenen Saison war der Profifußballer Hakan Aslantas, 34, vom türkischen Zweitligisten Eskisehirspor zum SV Fellbach gewechselt. Mit ihm und zahlreichen weiteren Verstärkungen wollte der Aufsteiger den Verbleib in der Verbandsliga sichern. Doch aufgrund der Coronavirus-Pandemie und des folgenden Saisonabbruchs trug der Abwehrspieler nur dreimal das Fellbacher Trikot. Es werden auch – das ist schon lange sicher – keine weiteren Einsätze dazukommen. Hakan Aslantas sah sich auch in der Zwangspause noch immer als Profifußballer, doch diese Ansicht teilten die Verantwortlichen des SV Fellbach um den Abteilungsleiter Mathias Fischer, den Cheftrainer Giuseppe Greco und den Sportlichen Leiter Ioannis Tsapakidis nicht. Die beiden Parteien konnten sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen, die finanziellen Mittel spielten dabei eine entscheidende Rolle. Nun hat sich der 34-Jährige, der in Kirchheim wohnt, dem VfL Kirchheim/Teck (Bezirksliga Neckar/Fils) angeschlossen.

Corona-Krise: Die Sorgen bleiben

Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft des TSV Nellmersbach hätten am Sonntag in den Wettbewerb um den Bezirkspokal einsteigen sollen. Doch die Verantwortlichen entschieden sich letztlich, die Spiele abzusagen. Was war passiert? Am Samstag meldete sich ein Akteur krank, der in der vergangenen Woche im Vorbereitungsspiel zwischen der Spielgemeinschaft SKG Erbstetten II/TSV Nellmersbach III und dem TSV Nellmersbach I eingesetzt wurde. Das Ergebnis des Corona-Tests kam nicht rechtzeitig, und somit verzichteten die Mannschaften auf einen Einsatz. Dieser Fall hat sich schnell herumgesprochen – bis nach Backnang zu Mario Marinic, der sagt: „Mein Gefühl sagt, dass die Situation schon im Oktober kippen kann und wir die Saison nicht beenden können.“ Am Montag kam dann das Testergebnis vom Verdachtsfall in Erbstetten: Negativ – aber die Sorgen bleiben.




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