Fußball – Nachspiel Das große Zittern

Einsatz lohnt sich: Jonas Eichinger und der FC Esslingen haben ihre Situation im Abstiegskampf verbessert. Foto:  

Der Abstiegskampf in den Fußballligen ist nichts für schwache Nerven. Beim TSV RSK Esslingen feiern sie den Aufstieg „gemäßigt“.

Reporter: Sigor Paesler

Beim TSV RSK Esslingen feiern sie, beim TSV Köngen haben sie beste Chancen, auch bald zu jubeln – bei vielen Mannschaften der Fußballregion ist jedoch Zittern angesagt. Der Abstiegskampf hat es an den verbliebenen drei Spieltagen in sich.

 

Verbandsliga

Zehn Spiele in Serie verloren, zwei unentschieden gespielt und dann zwei gewonnen – die Ergebniskurve des FC Esslingen zeigt nach oben und entsprechend sind auch Laune und Hoffnung auf den Klassenverbleib gestiegen. Wenn man die Aussagen von Trainer Dominik Eitel nach dem 4:1-Erfolg gegen die starken SF Dorfmerkingen hört, bestätigt sich das. „Das war vielleicht unsere beste Leistung der gesamten Saison“, erklärte er, „wir sind hinten viel stabiler gestanden.“ Und vorne erzielte die Mannschaft vier Tore. Die Esslinger stehen zwar noch auf dem 12. Platz, aber der Punkteabstand nach oben ist kleiner geworden. Um ganz sicher zu gehen, sollte der FCE die drei Punkte auf den Zehnten (Dormerkingen) aufholen – denn Rang zwölf könnte in der Endabrechnung sowohl die Relegation als auch die sichere Rettung und den sicheren Abstieg bedeuten. „Sechs Punkte aus den verbliebenen drei Spielen sind realistisch“, sagte Eitel.

Landesliga

Abstieg? Für Aufsteiger FV Neuhausen kein Thema – seit dem 5:2-Sieg gegen den SV Rohrau auch rechnerisch. Derweil haben die Neuhausener im Sommer zwei Abgänge zu verkraften: Nico Schmid wechselt zum Verbandsligisten TSV Oberensingen, Luca Vochazer zum Bezirksligisten TSV Oberboihingen.

Bezirksliga

Die FVN-Fußballer freuen sich schon auf ein mögliches Duell mit dem TSV Köngen – dass es zu keinem mit dem FCE kommt, werden sie dem Nachbarn gönnen. Wenn alles zu ihren Gunsten läuft, können die Köngener – zuletzt 4:0 gegen den 1. FC Heiningen – die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga am kommenden Sonntag im Spiel beim FV Plochingen klarmachen – sonst machen sie es vermutlich später. Die Plochinger wiederum sind in Sachen Abstiegsrelegation noch nicht durch, was auch an der 1:2-Schlappe gegen Schlusslicht Catania Kirchheim liegt. Ob der 13. oder der 14. in die Relegation darf – so muss man es mittlerweile formulieren –, ist noch nicht ganz klar. Klar ist aber, dass es supereng zugeht. Catania sowie der ebenfalls siegreiche TSV Berkheim (4:1 gegen den noch drei Punkte besseren 13. SC Geislingen II ) und der TSV Deizisau davor haben jeweils 21 Punkte auf dem Konto. Deizisaus Spielleiter Thomas Stiehl ärgert sich umso mehr darüber, dass seine Mannschaft als einzige des Kellertrios nicht gewonnen, sondern gegen Oberboihingen 1:1 gespielt hat. „Das war einfach zu wenig“, sagte Stiehl, lobte die kämpferische Einstellung, aber haderte: „Der blöde Ball wollte einfach nicht mehr reingehen. Wir haben ein Mal ins Tor und drei Mal Aluminium getroffen.“ Von der berühmten Papierform haben die Deizisauer das schwerste Restprogramm der Konkurrenten. „Aber man muss hoffen, wir brauchen aus den drei Spielen sechs Punkte.“ Denn eines ist auch klar, wie Stiehl feststellte: „Deizisau und Kreisliga A hört sich ungewohnt an.“

Kreisliga A

TSV RSK Esslingen und Kreisliga A, das kann man in ein paar Wochen wieder streichen. Die Kicker von der Katharinenlinde haben durch den 2:1-Sieg bei der SG Eintracht Sirnau vorzeitig die Rückkehr in die Bezirksliga klargemacht – und nach ein bisschen Sektgespritze unten am Neckar oben im heimischen Sportheim gefeiert – „gemäßigt gefeiert“, wie Spielleiter Thomas Schuler berichtete, der selbst „nicht als Erster und nicht als Letzter“ heimgegangen ist. Sicherheitshalber aber hatten sich einige Spieler den Montag freigenommen. „Wir sind froh, dass es geklappt hat“, sagte Schuler, der zurecht feststellte, dass den Spielern angesichts der lockenden Aufstiegsfeier die Beine etwas schwer waren. Oder wie es der Spielleiter ausdrückte: „Wir haben ein bisschen verhalten gespielt.“ Den Meisterwimpel gibt es nun aus den Händen von Staffelleiter Michael Lenz am letzten Spieltag nach dem Match gegen den TSV Denkendorf.

Es ist gut möglich, dass die Denkendorfer dann auch ganz locker aufspielen können, weil sie den Relegationsplatz zwei schon sicher haben. Durch sind sie aber nicht und wenn man den aktuellen Spieltag anschauen, müssen sie trotz des 3:1-Sieges gegen den TSV Wernau und sechs Punkten Vorsprung auf den Dritten VfB Reichenbach auf der Hut sein. Denn während Denkendorfs spielender Co-Trainer Georgios Natsis von einem „sehr, sehr schwachen Auftritt“ gegen Wernau sprach, bei dem individuelle Aktionen den Erfolg gebracht hätten, war Reichenbachs Pressewart Ioannis Fotarellis nach dem 5:2-Sieg gegen den zuletzt starken ASV Aichwald geradezu aus dem Häuschen. Immerhin verdrängte der VfBR den ASV wieder von Platz drei. „Man muss ja mal wieder zeigen, dass man zurecht da oben steht – und das tun wir“, frohlockte Fotarellis, lobte die Mannschaft und allen voran Ümit Sahin: „Wie er von hinten das Spiel aufgezogen hat, war schon klasse.“ Dass Sahin überhaupt wieder im Reichenbacher Kasten stand, lag daran, dass er von seinem Hauptberuf Urlaub hat. Der 46-Jährige hatte Anfang Januar den Job als Torwarttrainer bei FC Shkupi in Nordmazedonien übernommen – und zuletzt dort interimsmäßig sogar den Chefcoachposten. Schön, wenn man dann zwischendurch noch Zeit für seinen Heimatverein hat.

Und wie geht es nun in Sachen Relegationsplatz weiter? „Aichwald fünf Tore einzuschenken, ist schon ein Statement“, hat Denkendorfs Natsis die Reichenbacher noch nicht abgeschrieben. Fotarellis will zwar nicht davon abrücken, dass er das Thema abgehakt hat, erklärt aber breit grinsen: „Wenn es so kommt, kommt es so.“

Der TSV Wendlingen hat derweil einen Coach für die kommende Saison gefunden: Aleksandar Kalic übernimmt von Interimstrainer Manuel Wagner, der als Assistent dabei bleibt.

Auch in der KLA tobt noch der Abstiegskampf. VfB Oberesslingen/Zell 30, FV Neuhausen II 28, TSV Wolfschlugen und Sirnau jeweils 27 Punkte heißt es auf den Plätzen 12 bis 15. Nur der TSV Baltmannsweiler ist mit drei Zählern abgeschlagen. Ihren dritten Punkt haben die Baltmannsweilerer ausgerechnet, und dieses Wort muss in diesem Fall verwendet werden, beim 1:1 gegen die Top-Rückrundenmanschaft TSG Esslingen geholt. „Leider konnten wir die Leistung der vergangenen Wochen nicht auf den Platz bringen und haben zu keiner Minute zu unserem Spiel gefunden“, konstatierte TSG-Pressewart Dominic Hornisch und lobte den Gegner: „Baltmannsweiler hat aufopferungsvoll gekämpft und sich den Punkt mit Einsatz und Leidenschaft redlich verdient.“ Und auch das vergaß Hornisch nicht: „Außerdem möchten wir an dieser Stelle dem TSV RSK Esslingen zur völlig verdienten Meisterschaft und souveränen Rückkehr in die Bezirksliga gratulieren.“

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