Fußball-Oberliga: Calcio Ex-Nationalspieler als Nachfolger für den Trainer Di Frisco?

Der Trainer Francesco Di Frisco erwägt seinen Ausstieg. Foto: Günter Bergmann

Beim sicheren Echterdinger Absteiger könnte sich nun doch ein Trainerwechsel anbahnen. Zwei Namen sind im Gespräch. Derweil zerschlägt sich für den Kader eine erhoffte Rückkehr.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Es war die Frage, die kommen musste. Und Francesco Di Frisco hätte sie am liebsten weit weg geschoben. „Oh je, Themawechsel, bitte“, erwiderte der Trainer der Oberliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen mit einem Lachen. Gleichwohl handelt es sich um eine Angelegenheit, die nach der sportlich bedeutungslosen 1:3-Niederlage gegen den VfR Aalen im letzten Heimspiel der Saison einer Klärung bedarf: War dies am Samstag zugleich Di Friscos letzter Auftritt als Coach des Filderclubs im Goldäcker-Stadion? Nicht nur fürs aktuelle Spieljahr, sondern überhaupt? Die Anzeichen sind da, dass es bei den als Absteiger feststehenden Echterdingern doch zu einem Trainerwechsel kommen könnte.

 

Vor drei Wochen hatte sich das vonseiten der Vereinsführung noch ganz anders angehört. „Definitiv“, der „France“ mache weiter, hatte Innocenzo Di Frisco, der Calcio-Vorsitzende und Onkel des Amtsinhabers an der Seitenlinie, kund getan. Sein Neffe hatte dies allerdings schon damals nicht so eindeutig bestätigen wollen. Inzwischen sagt jener, schließlich doch noch auskunftsbereit: „Es sind familiäre und berufliche Faktoren, die mich überlegen lassen.“ Er habe sich weitere Bedenkzeit erbeten – und den Echterdinger Verantwortlichen einstweilen eine zweigleisige Planung nahe gelegt.

Inwieweit dabei zudem die sportliche Situation eine Rolle spielt, fällt in den spekulativen Bereich. Di Frisco weist jene als Grund für sein Zögern zurück. Freilich, zur Wahrheit gehört schon auch, dass vor allem die Bilanz der Rückrunde eher nicht als Bewerbungsschreiben für eine Fortsetzung des eigenen Engagements taugt. Das Vorhaben, im Tabellenkeller die große Aufholjagd zu starten, ist krachend gescheitert. Von 13 Spielen seit Di Friscos Wiedereinstieg im Januar hat Calcio elf verloren und nur eines gewonnen.

Aktuell heißt dies nun, dass die Echterdinger den Markt vorsorglich nach potenziellen Nachfolgern sondieren. Wie aus zuverlässiger Quelle zu hören ist, hat es mit zwei Trainern bereits Gespräche gegeben. Deren Namen: Tobias Weis und Roko Agatic. Weis (39), Ex-Nationalspieler und vormaliger Bundesligakicker der TSG Hoffenheim, ist derzeit beim Franken-Bezirksligisten TSG Öhringen engagiert. Und Agatic (44) reüssiert gerade als Erfolgsmacher des TSV Bernhausen. Nach dem letztjährigen Landesliga- Aufstieg hat er mit den Filderstädtern sogar noch vage Aussichten auf den Durchmarsch in die Verbandsliga. Auf der Calcio-Kandidatenliste war Agatic schon in der vergangenen Winterpause, seinerzeit nach Di Friscos zwischenzeitlichem Rücktritt. Allerdings sind die Echterdinger Chancen auch im zweiten Anlauf schlecht. Der Umworbene gibt ein klares Bekenntnis zu seinem jetzigen fußballerischen Arbeitgeber ab. Dort, bekräftigt er auf Nachfrage unserer Zeitung, stehe er zu seinem bereits gegebenen Wort.

Die zweite große Calcio-Baustelle ist derweil der Kader. Für den sind wie berichtet in Pero Mamic (28, offensives Mittelfeld/Angriff, FSV 08 Bietigheim-Bissingen) und Andrei-Lucian Ulici (24, Abwehr, TSV Heimerdingen) die beiden ersten Zugänge fix. Ein dritter soll in dieser Woche folgen: Dan Constantinescu (31, Abwehr) vom künftigen Staffelrivalen Young Boys Reutlingen, dem Vorgängerverein des Echterdinger sportlichen Leiters Achim Kiesel. Dagegen haben sich die Hoffnungen auf eine Rückkehr von Joao Victor Schick (momentan 1. FC Normannia Gmünd) zerschlagen. Der Außenangreifer wechselt wohl zum 1. CfR Pforzheim.

Schnell erzählt ist indes die Geschichte der aktuellen Partie. Erst gleich zwei verursachte Foulelfmeter des Kapitäns Charalampos Parharidis, von denen der Keeper Maximilian Otto gegen seinen künftigen Verein einen abwehrte und der Aalener Sasa Maksimovic einen verwandelte (12./20.). Dann zwei weitere Gegentore durch Benjamin Kindsvater (27./47.). Und zuletzt immerhin noch der Ehrentreffer von Julian Unger, erzielt per Kopf nach einer Ecke von Maximilian Kuchler (81.). Alles in allem waren erneut ersatzgeschwächte Echterdinger chancenlos. Obendrein scheiterte ihr fünftplatzierter Gegner dreimal an der Querlatte.

Calcio-„Spieler des Spiels“

Julian Unger. Gute Zweikampfbilanz, gutes Stellungsspiel – ein stabiler Auftritt in der Innenverteidigung, wobei der 24-Jährige zudem als zweifacher Torschütze gefiel. Sein erster Treffer wurde vom Schiedsrichter jedoch wegen eines vorangegangenen Foulspiels aberkannt (37.), der zweite bedeutete dann immerhin Echterdinger Ergebniskosmetik. (Nominierungen: 3)

Calcio Leinfelden-Echterdingen: Otto – Kuchler, Spahiu (84. Saindina), Parharidis (90.+1 Pagano), Unger, Zweigle – Daler, Seemann, Kajan (78. Körtge Corral) – Leonidis, Cardinale (69. Micko).

VfR Aalen: Wick – Schaupp, Campagna, Odabas, Szabo – Schlotterbeck (69. Rapp), Maier, Torres Farias (78. Guerriero) – Wächter (69. Döringer) – Maksimovic (69. Fofanah), Kindsvater (69. Sauerborn).

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