Fußball-Oberliga: Calcio Leinfelden-Echterdingen „Neider können auf unser Aus lange warten“

Vorstand Innocenzo Di Frisco sieht Calcio Leinfelden-Echterdingen für die Zukunft gut aufgestellt – auch finanziell. Foto: Archiv Günter Bergmann

Innocenzo Di Frisco, Vorstand des Fußball-Oberligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen, äußerst sich zu Gerüchten und die Zukunft des Vereins.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Im Winter trennte sich der nun als Absteiger feststehende Fußball-Oberligist Calcio Leinfelden-Echterdingen von seinem Sportlichen Leiter Ioannis Tsapakidis. Eine neue Führungsriege trat an, unter anderem mit Innocenzo „Nuccio“ Di Frisco, der mittlerweile Vorstand der Italo-Schwaben ist. Indes kursierten vergangene Woche Gerüchte, der seither als zahlungsstark bekannte Verein stehe vor dem Aus. Im Gespräch dementiert dies Di Frisco aufs äußerste: „Das stimmt einfach nicht.“

 

Herr Di Frisco, kämpft Calcio ums finanzielle Überleben, steht der Calcio kurz vor der Insolvenz?

Nein, auf keinen Fall, wir sind weit von der Insolvenz entfernt. Da uns einige langjährige Sponsoren verlassen haben, sind wir auf der Suche nach neuen. Gerne dürfen es auch viele kleine sein. Sicherlich, es gibt viele Neider, die hoffen, dass wir kaputt gehen, aber darauf können sie lange warten.

Der Eindruck vom bevorstehenden Aus entstand aber aufgrund eines Spendenaufrufs des Vereins in der vergangenen Woche, der in den sozialen Medien die Runde machte. In dem war unter anderem zu lesen, der Verein kämpfe ums Überleben.

Zugegeben, der Inhalt war irreführend und ich habe das Schreiben auch nicht zu Gesicht bekommen, sonst hätte ich das nicht freigegeben. Zusätzliche Gelder sind immer gut und wir erhoffen uns von der Spendenaktion so um die 2000 Euro. Wären wir aber auf die 2000 Euro angewiesen, dann wären wir tatsächlich am Abgrund. Durch das Schreiben haben wir nun aber auch Kontakt zu einem größeren Sponsor, der möglicherweise bei uns einsteigen will.

Wie sieht dann die aktuelle Situation aus?

Fakt ist, dass wir seit dem Einstieg der neuen Führungsriege im Winter alles auf links gedreht haben, Rechtsanwälte und Steuerberater alles durchgeschaut und wir viele finanzielle Ausstände beglichen haben, um in Zukunft ein gesunder Verein zu sein. Darüber hinaus ist bis heute eine enorme finanzielle Lawine auf uns zugerollt, kamen Zahlungsforderungen von der Verwaltungs- und Berufsgenossenschaft, da die Spieler ja sozialversicherungspflichtig sind. Die Versäumnisse haben wir auch beglichen, die Nachzahlungen geleistet.

Sind damit die Zeiten der spektakulären Transfers vorbei?

Wir werden bei den Transfers sicherlich genauer draufschauen und nicht mehr Spieler wahllos verpflichten. Dennoch wird es für die kommende Saison sicherlich die ein oder andere Überraschung geben. Auch, damit die Leute sehen, das wir keinesfalls tot sind. Wir planen mit 50 Prozent aus dem jetzigen Kader, plus fünf, sechs erfahrenen Qualitätsspielern und jungen Akteuren, beispielsweise aus der A-Jugend der Stuttgarter Kickers.

Wie sieht dann der Etat für die Verbandsliga aus, ist er gesichert?

Ja, das ist er. Wir werden so viel investieren wie bei unserem letzten Aufstieg, etwa 20 Prozent weniger als jetzt in der Oberliga. Es wird keine Schönplanung geben, sondern solch eine, die den tatsächlich vorhandenen Mitteln auch entspricht.

Was sind die Ziele für die Verbandsliga?

Ein Platz unter den ersten Vier. Das Ganze ist davon abhängig, wer alles absteigt. Mit uns können das bis zu vier Teams aus Württemberg sein.

Und wie sieht es mit ihrem Neffen, Francesco Di Frisco aus. Bleibt er trotz der schwachen Rückrunde Trainer?

Definitiv, er macht weiter, er hat unser vollstes Vertrauen.

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