Mit Neuzugängen selbst in der Winterpause war bei Calcio Leinfelden-Echterdingen stets zu rechnen – und das nicht zu knapp. In der Vorsaison präsentierte der Verein für die Rückrunde drei, ein Jahr zuvor waren es gar sieben neue Akteure. Freilich, nur wenige davon haben es dann auch in die Stammelf geschafft oder waren echte Verstärkungen. Vor dem zweiten Teil der Saison herrscht beim abstiegsbedrohten Oberligisten indes mehr ein Gehen als Kommen.
Fest steht: Maximilian Kuchler schließt sich den Italo-Schwaben an, soll der Innenverteidigung mehr Stabilität geben. Seit Anfang Januar war der 24-jährige, 1,83 Meter große Kuchler vereinslos. Zuvor stand er drei Spielzeiten lang in den Diensten des Liga-Konkurrenten TSG Backnang. In dieser Runde spielte er dort keine Rolle mehr, brachte es lediglich auf vier Einsätze. Und dennoch ist Kuchler laut dem neuen Sportlichen Leiter von Calcio, Achim Kiesel, der richtige Mann, den man gesucht habe. Er habe über sein großes Netzwerk Informationen über Kuchler eingeholt, sagt Kiesel, und die Nachforschungen hätten ergeben: „Er ist der richtige, kann unsere Probleme in der Innenverteidigung beheben.“ Ein guter Plan, schließlich ist dies bei einer Gegentorflut von 44 in 20 Spielen erstrebenswert.
Doch was spricht für Kuchler, schließlich wurde er bei Backnang aussortiert? Kiesels Informanten haben ihm berichtet, dass dieser „ eine unheimliche Mentalität mitbringt, nie aufgibt, die Zweikämpfe annimmt und auch ordentlich dazwischen fegen kann. Solche Typen haben wir zu wenig, brauchen wir im Kampf gegen den Abstieg.“
Weitere Gespräche mit potenziellen Verstärkungen würden noch laufen, ob es aber weitere „Jas“ für Calcio geben wird, „kann ich nicht mit Sicherheit sagen“, konstatiert Kiesel. Nur so viel: „Wir stöbern nicht wahllos, die Spieler müssen uns gleich weiterbringen.“
Definitiv sind indes weitere Abgänge – auch von zuletzt Startelfkandidaten. Nachdem der Ex-Regionalliga-Spieler und erfahrene Innenverteidiger Denis Zagaria (Enz/Murr-A-Kreisligisten TSV Grünbühl) bereits an Weihnachten – auch aus beruflichen Gründen – seinen Abschied vom Sportpark Goldäcker verkündet hat, folgen nun zwei weitere Akteure, die zum Stamm gehörten: Mittelfeldspieler Ali Ferati (13 Einsätze/ein Tor) und Rechtsverteidiger Claudio Paterno (15 Einsätze). Beide sind erst im Sommer vom Verbandsliga-Meister und Liga-Konkurrenten SV Fellbach zu Calcio gewechselt. Gut möglich, dass sie nun auch wieder im Doppelpack zum gleichen Verein wechseln. Ali Ferati hat bereits in Backnang unterschrieben. Vieles deutet daraufhin, dass auch Paterno seine Unterschrift beim Tabellen-13. leistet. Dies würde bedeuten, dass neben Trainer Mario Marinic insgesamt vier Spieler aus dem Fellbacher Meisterteam wieder zusammenarbeiten würden: Mika Müller, Sebastian Gleißner, Ali Ferati und möglicherweise Claudio Paterno.
Derweil sieht Achim Kiesel die Abgänge gelassen. „Der Kader war insgesamt zu groß, ist aber trotz der beiden neuerlichen Abgänge weiterhin hochwertig genug, um den Klassenverbleib noch zu schaffen.“ Bei der aktuellen Situation fehlen den Italo-Schwaben sieben Zähler zum rettenden Ufer.
Derweil liegt bereits der erste Test hinter dem Oberligisten und seinem Wiedereinsteiger-Trainer Francesco Di Frisco. Gegen den Regionalligisten SV Göppingen gab es eine 1:5-Abfuhr, jedoch mit vielen positiven Ansätzen, so der Sportliche Leiter. „60 Minuten waren wir auf Augenhöhe. Danach hat man gesehen, dass der Regionalligist bereits um die zehn Trainingseinheiten mehr als wir absolviert hat.“
Weiter geht die Testphase an diesem Samstag (14 Uhr) beim Verbandsliga-Schlusslicht VfL Pfullingen. Dabei soll dann Neuzugang Maximilian Kuchler sein Debüt im Calcio-Trikot geben.