Fußball-Oberliga Frauen: FSV Waldebene Stuttgart-Ost Neues Trainerduo und eine zurückgekehrte Torschützenkönigin

Nach einem Jahr zurück auf der Waldebene: Lisa Kröper. Foto: /Beautiful Sports/Gawlik

Die Waldebene-Frauen starten trotz einer holprigen Vorbereitung optimistisch in die Saison – und haben mittelfristig ein großes Ziel. Oder schon früher?

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Zwischendurch hätte einem ja schon mulmig werden können. Testspiel beim Zweitligisten Weinberg: ein 0:11. Pokalderby gegen den VfB Stuttgart: wegen Spielerinnenmangels abgesagt. Und in der Tat ist es insgesamt „eine etwas holprige Vorbereitung“ geworden, wie der Spielleiter Florian Kapfer sagt. Und dennoch: An den Start gehen die Oberliga-Fußballerinnen des FSV Waldebene Stuttgart-Ost an diesem Wochenende durchaus mit Optimismus – was nicht zuletzt mit dem neuen Trainergespann zu tun hat.

 

In der jüngeren Vergangenheit war es im Verein auf diesem Posten gefühlt wie in einer Drehtür am Flughafen. Stetes Kommen und Gehen. Seit der Coronapause ist die aktuelle Konstellation die sechste unterschiedliche an der Seitenlinie. Nun, mit den Einsteigern Stefan Specht und Stefan Zemmel, soll endlich Konstanz einkehren. Zumal Kapfer beiden einen „super positiven Eindruck“ und „unglaublich viel Fachwissen“ attestiert. Nebensache dabei, dass es ihre jeweils erste Trainerstation im Frauenbereich ist. Bislang coachten sie männliche Jugendteams, Specht als der Routinierte des Duos in Pforzheim und Freiberg.

Die neuen Trainer Stefan Specht und Stefan Zemmel (von rechts). Foto: Günter Bergmann

„Mit ihnen kommt ein frischer Wind rein, der auch notwendig war“, sagt Kapfer, nachdem in der Rückrunde der vergangenen Saison die Luft ziemlich draußen war. Tabellarisch im Niemandsland, dazu verletzungsbedingt nurmehr mit einem Notaufgebot unterwegs – so schleppte die Mannschaft sich schließlich mehr schlecht als recht in die Sommerpause.

Seither hat sich auch deren Gesicht verändert. In Daniela Schneider und Sophie Schwägler haben zwei Identifikationsfiguren aufgehört. Und auch Sina Bühler, die studienbedingt nach Thüringen gezogen ist, gehörte zu den Leistungsträgerinnen. Demgegenüber stehen neun Zugänge, unter denen zwei Namen hervorstechen. Maike Bendfeld bringt als langjährige Stammkraft vom Regionalligisten SV Hegnach viel Erfahrung mit. Die 29-Jährige soll im zentralen Mittelfeld zu einer Stütze werden. Und dann ist da Lisa Kröper. Eine Akteurin, die auf der Waldebene noch in bester Erinnerung sein dürfte. In der Saison 2022/23 war sie dort Oberliga-Torschützenkönigin. Nun, nach einem Jahr ebenfalls höherklassig in Hegnach, ist Kröper zurück.

Insgesamt haben die beiden Stefans auf der Trainerbank einen 22er-Kader, quantitativ mehr als bisher – in dem allerdings für zwei Spielerinnen die Hinrunde bereits beendet ist, bevor sie begonnen hat. Hannah Pocesny (Kreuzbandriss) und die aus Sindelfingen gekommene Saskia Kazmaier (Knieoperation wegen Knorpelschaden) fallen noch für mehrere Monate aus.

Zuletzt reichte es für die Stuttgarterinnen zu den Abschlussrängen drei, vier und erneut vier. Das soll auch diesmal der Richtwert sein, nachdem sich die bisherige Übermannschaft der Staffel, der VfB Stuttgart, in die Regionalliga verabschiedet hat. Als Saisonziel nennt Kapfer vor dem Auftakt am Sonntag (14 Uhr) zuhause gegen den FC Freiburg-St. Georgen „das obere Drittel“. „Es geht jetzt erst einmal darum, uns zu finden und neu Anlauf zu nehmen“, sagt er. Wobei klar für ihn ist: Mittelfristig dürfen es dann durchaus größere Ambitionen sein. „Diese Saison kommt es vielleicht noch ein Jahr zu früh“, sagt Kapfer, „früher oder später wollen wir aber schon nach oben schauen.“ Man beachte das Wörtchen „vielleicht“. Sollte am Ende doch bereits in der bevorstehenden Runde mehr gehen können, warum nicht.

Eckdaten

Zugänge
Maike Bendfeld, Lisa Kröper, Julia Müller (alle SV Hegnach), Svenja Jörg, Saskia Kazmaier, Leonie Müller (alle VfL Sindelfingen), Lia Kayser (SV Hoffeld), Annika Meßner (SV 67 Weinberg II), Madeleine Theil (TSG Hoffenheim III).

Abgänge
Sina Bühler, Michelle Martins (bei beiden Umzug), Daniela Schneider, Sophie Schwägler (bei beiden Karriereende), Alexa Schwarz (pausiert).

Trainer
Stefan Specht und Stefan Zemmel (beide bisher C-Junioren SGV Freiberg) für Lena Mowlai (pausiert).

Spielstätte
Waldebene Ost 223, 70186 Stuttgart.

Saisonziel
oberes Tabellendrittel (Platzierung in der vergangenen Saison: 4.).

Meistertipp
TSV Neuenstein.

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