Fußball-Oberliga: SV Fellbach, Calcio Leinfelden-Echterdingen Befreiungsschlag im Kellerduell

Siegtorschütze Benjamin Causevic und seine Fellbacher Mitstreiter setzen sich beim Mitaufsteiger in Echterdingen durch. Foto: /Günter Schmid

In einem packenden Abstiegskrimi beweisen die Oberliga-Fußballer des SV Fellbach Comeback-Qualitäten und vor allem eines: Charakter. Am Ende siegt das Team bei Calcio Leinfelden-Echterdingen mit 3:2.

Sport: Dominik Grill (grd)

45 Minuten lang boten die beiden Oberliga-Aufsteiger Calcio-Leinfelden Echterdingen und der SV Fellbach Fußballunterhaltung vom Feinsten, in den zweiten 45 Minuten stellte sich die Frage: Wer will es mehr? Die Antwort lieferten die Gäste mit zwei schnellen Toren und leidenschaftlichem Einsatz. Am Ende hieß es 3:2 für den SVF. Spielerisches Prädikat: Abstiegskampf.

 

In den drei Spielen zuvor bekommt der SVF 17 Gegentreffer

Die Heimelf startete furios, presste sehr hoch und erzielte gegen überrumpelte Fellbacher das frühe Tor. Calcio-Abwehrspieler Lukas Zweigle traf per Kopf nach einer Ecke (8.) – der Wachmacher für den SVF, der sich auch von einem von Fossi getretenen und von Calcio-Ersatzkeeper Ali Bozatziolou gehaltenen Foulelfmeter nicht unterkriegen ließ (15.). Zu diesem Zeitpunkt befürchtete Tomislav Zoric, der Fellbacher Trainer, allerdings noch ein bitteres Déjà-vu: „Es ging nahtlos so weiter wie in den vergangenen Spielen.“ In den drei Begegnungen zuvor hatten die Fellbacher 17 Gegentore bekommen, selbst nur einmal ins Netz getroffen. An diesem Spieltag auf dem Naturrasen des Sportparks Goldäcker lief es indes besser. Von der 15. Minute an gelang es den Gästen immer besser, sich mit schnellem Umschaltspiel durch die anstürmenden Reihen in Blau zu kombinieren. Die Wiedergutmachung für den Fehlschuss von Fossi war folgerichtig (19.), der SVF kämpfte sich ins Spiel und es entwickelte sich eine enge Partie, der Wille war auf beiden Seiten zu spüren. Die Marschroute lautete: Alles oder Nichts.

Auch die Echterdinger hatten zuletzt dreimal verloren, im direkten Duell sollte endlich der Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelingen. Zur Halbzeit war der Filderklub noch auf einem guten Weg aus der Krise, in der 38. Minute fiel die 2:1-Führung für die Heimelf durch ein Eigentor von Abwehrspieler Luca Campanile. Die nächste bittere Pille, die der SVF schlucken musste.

Der SVF kämpft leidenschaftlich

Hatten die Echterdinger in der ersten Hälfte noch mehr vom Spiel, kam die Fellbacher Mannschaft bärenstark aus der Kabine und riss das Spiel an sich. „Die Mannschaft hat sich reingebissen und die Tore haben uns Energie gegeben“, sagte ein zufriedener Zoric, der sich bei letzteren auf den schnellen Doppelschlag von Matteo Binner (53.) und Benjamin Causevic (58.) bezog. Auf die Aufholjagd folgte ein leidenschaftlicher Kampf der Gäste, die mit robustem Zweikampfverhalten und ganz viel Willen dem Gegner den Zahn zogen – weniger ansehnlich als die erste Hälfte, dafür Abstiegskampf pur.

Calcio-Sportdirektor: „Die Fellbacher haben mehr gewollt“

Auch Zoric betonte: „Wir sind über den Charakter gekommen. Den brauchst du auch, wenn du nach drei Packungen in den letzten Spielen so zurückkommen willst.“ Den Fellbachern gelang also in den 90 Minuten gegen Calcio ein doppeltes Comeback – angetrieben von einer Willenskraft, die auch der Calcio-Sportdirektor Joannis Tsapakidis anerkannte: „Am Ende des Tages haben die Fellbacher mehr gewollt als wir, deswegen geht der Sieg in Ordnung.“ Man selbst bleibe ratlos zurück, besonders die zweite Hälfte sorgt beim Filderklub für Kopfzerbrechen: „Ich weiß nicht, was plötzlich los war, wir haben komplett den Faden verloren.“

Krisensitzung bei Calcio

Direkt im Anschluss an die Begegnung wurde eine Krisensitzung in der Echterdinger Trainerkabine einberufen – es dürfte nicht die letzte in den kommenden Tagen gewesen sein. Beim SV Fellbach dürfte dagegen erst einmal „heile Welt“ herrschen. Trainer Tomislav Zoric war hochzufrieden: „Ich bin sehr glücklich mit der Mannschaft und über den verdienten Sieg.“

SV Fellbach: Berisha – Hohloch (45. Mallet), Campanile, D’Aleo (90. Moreno), Kohler (89. Weiß), Strahl – Binner, Egle, Fossi (71. Stanic) – Sanyang, Causevic.

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