Fußball-Oberliga: SV Fellbach Das war es dann
Die Oberliga-Fußballer des SV Fellbach verlieren ihr Heimspiel gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen mit 0:2 und sind nun selbst auch nicht mehr zu retten.
Die Oberliga-Fußballer des SV Fellbach verlieren ihr Heimspiel gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen mit 0:2 und sind nun selbst auch nicht mehr zu retten.
Das war es dann. Nach einem desolaten Auftritt am Freitagabend vor rund 200 Zuschauern gegen die Gäste von Calcio Leinfelden-Echterdingen, sind die Tage der Fußballer des SV Fellbach in der Oberliga gezählt. Nach der 0:2-Heimniederlage (0:1) beträgt der Rückstand auf den FV Ravensburg, der am Samstag gegen den 1. FC Normannia Gmünd mit 4:1 gewonnen hat, nun sechs Punkte. Bei noch zwei ausstehende Begegnungen und dem deutlich schlechteren Torverhältnis sind die Fellbacher nicht mehr zu retten. Damit steht jetzt schon fest, dass mit dem FC 08 Villingen II, Calcio Leinfelden-Echterdingen, dem FC Zuzenhausen und dem SV Fellbach alle vier Aufsteiger der vergangenen Spielzeit gemeinsam wieder in die Verbandsliga absteigen.
„Wir haben verdient verloren. Wir sind selbst schuld. Dass wir heute als Verlierer vom Platz gehen, darf nicht passieren, wenn wir in der Oberliga bleiben wollen“, sagte ein ziemlich angefressener SVF-Trainer Tomislav Zoric nach dem Schlusspfiff. Dabei hatte er die Marschroute für einen Sieg klar vorgegeben gehabt. Nachdem die Seinen im Hinspiel schon nach acht Minuten mit 0:1 in Rückstand gelegen hatten, sollten sie sich diesmal in den ersten 15 Minuten „kein blödes Ei einfangen, um dem Gegner so Energie zu geben“. Eine Maßgabe, die schon 84 Sekunden nach dem Anpfiff der Unparteiischen Sina Gieringer (SV Sinzheim) über den Haufen geworfen war. Nach einem viel zu kurzen Querpass von Fellbachs Torben Hohloch in der eigenen Spielhälfte sprintete Yilmaz Daler dazwischen, legte sich die Kugel noch einmal vor und hob den Ball aus vollem Lauf über den zu weit vor dem Tor stehenden Keeper Bleron Berisha in die Maschen – 1:0 für die Gäste.
Zwar hatte der Fellbacher Stürmer Sirin Emre Durmus kurz darauf die Großchance zum Ausgleich, doch Calcio-Torwart Ali Bozatziolou lenkte den Ball stark zur Ecke ab (4.). Eine halbe Stunde später war es erneut Durmus, der nach einem Fehlpass just von Bozatziolou an den Ball kam, diesen aber am weit entfernten Pfosten übers Tor hämmerte. Das war es dann auch schon an Großchancen der Fellbacher vor der Pause. Der Auftritt war blutleer, die Gier, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, nicht erkennbar.
Daran änderte sich auch nach Wiederanpfiff nichts. Nichts war von dem leidenschaftlichen Einsatz zu spüren, den die Fellbacher im Hinspiel abgerufen hatten und den 1:2-Pausenrückstand so am Ende noch in einem 3:2-Sieg drehten. Seinerzeit war die Mannschaft um den Kapitän Matteo Binner bärenstark aus der Kabine gekommen und hatte das Spiel an sich gerissen. Mit robustem Zweikampfverhalten und ganz viel Willen wurde dem Gegner den Zahn gezogen. Nichts von alldem war am Freitag zu sehen. Vielmehr konnten sich die Fellbacher zunächst bei Berisha bedanken, der mit einem super Reflex das 0:2 verhinderte. Adin Kajan hatte aus acht Metern abgezogen (49.).
Etwas mehr Leben ins Fellbacher Offensivspiel brachten erst wieder die in der 56. Minute eingewechselten Leon Leuze und Benjamin Causevic. Letztgenannter hatte dann auch gleich eine Großchance zum Ausgleich, doch Lukas Zweigle schlug die Kugel von der Linie (60.). Für die Entscheidung zeichnete schließlich Tasos Leonidis verantwortlich. Nach einem Zuckerpass des eingewechselte Daniele Cardinale in seinen Lauf ließ er Berisha keine Chance – 0:2 aus Sicht des gastgebenden SVF (75.).
Für Calcio war es nach zuletzt zehn Niederlage hintereinander wieder einmal ein Sieg. Den nahmen die Akteure nach dem Schlusspfiff allerdings nur zur Kenntnis, ein kollektiver Jubel blieb gänzlich aus. Den könnte es in der nächsten Saison wieder geben – hüben oder drüben – wenn sich dann beide Aufsteiger als Absteiger erneut in der Verbandsliga gegenüberstehen.
SV Fellbach: Berisha – Mallet (68. Dautaj), Thomas Bauer, Campanile, Dreher – Egle, Binner – Terpsiadis (56. Leuze), Fossi (56. Causevic), Hohloch (72. Sanyang) – Durmus (79. Njie).
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Zweigle, Parharidis, Unger, Peric, Kuchler – Seemann – Pepic, Kajan – Daler, Leonidis.