Fußball-Oberliga vor dem Start Drei Favoriten und ein Ex-Bundesliga-Spieler als neuer Trainer
Die Titelkandidaten kommen aus Aalen, Pforzheim und Großaspach. Von Trainerseite lässt aber ein anderer Verein aufhorchen.
Die Titelkandidaten kommen aus Aalen, Pforzheim und Großaspach. Von Trainerseite lässt aber ein anderer Verein aufhorchen.
Diesen letzten Spieltag der vergangenen Saison werden sie in Großaspach wohl nie vergessen. Bis zur 87. Spielminute virtueller Tabellenführer und mit eineinhalb Beinen zurück in der Regionalliga. Dann, nur wenige Zeigerumdrehungen später, lediglich Abschlussdritter. Finaler Absturz vom Fußballhimmel ins Tal der Tränen.
Was die Begebenheit lehrt? Dass in der Oberliga Baden-Württemberg viel möglich ist – so auch in der nun an diesem Wochenende beginnenden neuen Runde, wenn man der Konkurrenz glauben darf. Angeführt wird die Favoritenliste nach deren Einschätzung von einem Trio. Angefangen beim Ex-Zweitligisten und aktuellen WFV-Pokalsieger VfR Aalen, der nach seinem dritten Abstieg innerhalb von neun Jahren unter dem Trainer Petar Kosturkov eine Wende einleiten will. Über den personell aufgerüsteten Vorjahresvierten 1. CfR Pforzheim, der seinen aktuellen Torschützenkönig der Spielklasse behalten hat (Konstantions Markopoulos, zuletzt 29 Saisontreffer). Bis hin zur erwähnten SG Sonnenhof Großaspach. Deren Intention ist klar. Es geht darum, das Trauma vom Juni zu überwinden. Dafür hat sich der Rems-Murr-Club unter anderem mit dem Ex-VfB-Nachwuchsprofi Fabian Eisele verstärkt (zuletzt FC Homburg).
Von Trainerseite lässt indes vor allem der FV Ravensburg aufhorchen. Bei ihm steht in Martin Braun ein einstiger Bundesligaspieler neu an der Seitenlinie. Der heute 55-Jährige schlüpfte einst für den SC Freiburg und den 1. FC Köln ins Trikot.
Brauns Amtskollege Francesco Di Frisco vom Aufsteiger Calcio Leinfelden-Echterdingen erwartet eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Eine Hälfte Teams, die um die Spitzenplätze kämpft. Eine Hälfte, für die es vor allem gegen den Abstieg geht. Zur zweiten Kategorie, logisch, gehört auch Di Frisco mit den Seinen. Jene sind einer von diesmal gleich vier Debütanten in der Liga. Auch der SV Fellbach, der FC Zuzenhausen und der FC 08 Villingen II sind zum ersten Mal dabei.
Aufstieg
Der Meister steigt in die Regionalliga auf. Der Vizemeister kämpft in einer Aufstiegsrunde mit den Zweiten aus Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar um einen weiteren Regionalliga-Startplatz. Gespielt wird dabei eine Einfachrunde im Modus „Jeder gegen jeden“, in der jeder der drei Qualifikanten einmal Heimrecht hat. Die Termine: 3. Juni, 6. Juni und 9. Juni 2025. In der vergangenen Saison schaffte der 1. Göppinger SV auf diesem Weg noch den Sprung nach oben.
Abstieg
Im günstigsten Fall müssen nur zwei Mannschaften absteigen, im schlechtesten Fall sechs, also ein Drittel aller Teams der Staffel. Abhängig ist die Zahl davon, wie viele baden-württembergischen Teilnehmer aus der Regionalliga absteigen (theoretisch möglich: 1. Göppinger SV, FC 08 Villingen, FC Astoria Walldorf, Bahlinger SC, SGV Freiberg, TSG Hoffenheim II, Stuttgarter Kickers, SC Freiburg II). Ein weiterer Einflussfaktor ist, ob der Vizemeister der eigenen Staffel über die Aufstiegsspiele aufsteigt oder nicht.