Fußball-Regionalliga Darum drückt der 1. Göppinger SV Waldhof und VfB II die Daumen

Kevin Dicklhuber, Filip Milisic, Emmanuel McDonald (v.li.): Drei Schlüsselspieler bejubeln ein Tor des 1. Göppinger SV, der weiter auf den Regionalliga-Klassenverbleib hofft. Foto: IMAGO/Eibner

Aufsteiger 1. Göppinger SV hofft vor seinem Heimspiel gegen Kickers Offenbach weiter auf den Klassenverbleib. Der Blick geht dabei, wie bei allen abstiegsgefährdeten Regionalligisten, auch eine Spielklasse höher.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

„Wir wollen das Unmögliche möglich machen.“ Das sagt Paul Lambert, der Vorsitzende des Fußball-Regionalligisten 1. Göppinger SV, wenn er auf die Mission Klassenverbleib angesprochen wird. Doch so „unmöglich“ ist dieses Unterfangen für den Aufsteiger nach dem überraschenden Last-Minute-1:0-Auswärtssieg beim TSV Steinbach Haiger am drittletzten Spieltag gar nicht mehr.

 

OFC kommt am Samstag

Zwar rangiert die Mannschaft von Trainer Gianni Coveli vor den ausstehenden Spielen am Samstag daheim gegen Kickers Offenbach und am 17. Mai (jeweils 14 Uhr) beim FSV Frankfurt mit 34 Punkten auf dem drittletzten Platz, doch davor sind noch Teams auf Schlagdistanz. Der FC Gießen und der 1. FSV Mainz 05 II haben jeweils 35 Punkte, der Bahlinger SC 37. Auch Eintracht Trier und der FC-Astoria Walldorf (jeweils 40 Punkte) sind noch nicht gerettet.

Der Blick der Regionalliga-Kellerkinder geht dabei auch in die dritte Liga. Mit dem SV Sandhausen steht ein Absteiger in die Regionalliga Südwest definitiv fest. Deshalb wird es mindestens vier Absteiger in die Oberliga geben. Lange Zeit sah es so aus, dass entweder der VfB Stuttgart II oder der SV Waldhof Mannheim Sandhausen in die Regionalliga Südwest begleiten wird. Dann würde sich die Zahl der Absteiger in die Oberliga auf fünf erhöhen.

Blick auf BVB II – VfB II

Doch inzwischen besteht die realistische Chance, dass der VfB II und Waldhof das Team von Borussia Dortmund II (alle 43 Punkte) hinter sich lassen – und es dann eben nur vier Absteiger aus der Regionalliga Südwest geben würde. Ein vorentscheidendes Spiel ist dabei an diesem Freitag (19 Uhr) das direkte Duell BVB II gegen VfB II.

„Wir schauen nur auf uns, wissen, dass es eine Herkulesaufgabe wird, aber wir werden alles reinhauen, damit wir unsere beiden Endspiele gewinnen“, sagt GSV-Kapitän Filip Milisic. Eigentlich sind sich unterm Hohenstaufen alle einig, dass es leichter sein dürfte, in dieser Saison drin zu bleiben, als in der kommenden Runde den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen – mit Konkurrenten wie dem FC 08 Villingen, VfR Aalen, VfR Mannheim und der TSG Balingen, falls der WFV-Pokal-Finalist über die Aufstiegsrunde den Sprung nach oben verpassen sollte.

Coveli muss weiter zittern Foto: Pressefoto Baumann

Leichter, drin zu bleiben, als wieder aufzusteigen

„Es wäre einfach wichtig drinzubleiben, weil wir nach dem Aufstieg so viel angestoßen haben, wenn ich da nur an die vielen Investitionen rund um unser Stadion denke“, sagt Lambert. Um alle Kriterien für die Lizenzerteilung vor dieser Saison zu erfüllen, habe man „1000 Stunden“ an Arbeit aufwenden müssen, das gleiche Prozedere für die kommende Runde sei in „sechs Stunden“ erledigt gewesen. Man kann also auf viele Erfahrungswerte bauen und sich auf dieser Basis weiter entwickeln. Auch der Zuschauerschnitt hat sich laut dem GSV-Chef eine Etage höher auf 1200 verdoppelt. Ein Abstieg würde den Traditionsclub also zurück-, wenn auch nicht umwerfen.

Für Planungssicherheit steht Coveli (seit 2014 Trainer in Göppingen), der auf jeden Fall an Bord bleiben wird. Nur die Rolle ist noch nicht zu 100 Prozent klar. Der Mann fürs große Ganze wird der nun auch formal zum Sport-Geschäftsführer beförderte Ex-Kickers-Profi auf jeden Fall bleiben. Bleibt nur die Frage, ob der auch in seinem eigenen Sportartikelhersteller-Unternehmen stark beanspruchte 54-Jährige einen Trainer installiert, der ihn entlastet.

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