Anders als üblich, hatte er seine Mannschaft mit einer defensiveren Ausrichtung auf den Platz geschickt. Das funktionierte auf die gesamte Spielzeit gesehen ausgesprochen gut. Doch zunächst mussten die Gäste einen frühen Rückstand wegstecken, als Anna Hofrichter den Ball nach neun Minuten über die Linie schob.
Davon ließen sich die Gäste jedoch nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Lisa Marie Sock steckte den Ball auf Sina Rahm durch, die umkurvte Keeperin Franziska Glaser und erzielte den Ausgleich. Danach gab es sogar die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Doch genau hier lag der Unterschied: Der Favorit machte mehr aus seinen Möglichkeiten. Dreimal boten die Herrenbergerinnen etwas an, zweimal schlugen die Gastgeberinnen zu. Lea Würth hatte nach einer Stunde zu viel Platz und traf zum 2:1. Jana Lennartz hatte den Ausgleich auf dem Schlappen. Doch der Ball flog hauchzart am Gehäuse vorbei. „Vielleicht hat er sogar noch den Pfosten berührt“, trauerte Riechers der Großchance nach.
Wenn schon erneut keine Punkte, nahm der Trainer die positiven Erkenntnisse aus dieser Partie mit. Was bleibt, ist die Frage: Was wäre gewesen, wenn die Mannschaft ähnlich starke Leistungen zuletzt gegen die direkte Konkurrenz gezeigt hätte? Diesen Schwung würde der Trainer nun gerne mitnehmen. Allerdings steht das nächste Spiel erst am Sonntag, 12. April, auf dem Programm. Dann ist der SC Freiburg II in Herrenberg zu Gast.
Bereits nach der jüngsten 1:6-Niederlage gegen den SC Sand II hatte der Trainer angekündigt, dass es seine vorerst letzte Saison beim VfL Herrenberg sein wird - und er den Verein nach der Spielzeit nach vier Jahren Amtszeit verlassen wird.
VfL Herrenberg: Knies, Wirth (80. Marquart), P. Schmidt (74. Della Latta), Lennartz, Baumann, A. Schmidt (62. Brunnenmiller), Sock, Czech, Claar, Schiewe (84. Delisimunovic), Rahm (90. Riechers).
VfL Sindelfingen Ladies – TV Jebenhausen 1:1 (1:0)
Wieder kein Sieg für den VfL Sindelfingen Ladies in der Verbandsliga. Die Partie gegen den TV Jebenhausen endete 1:1. Dabei waren die Sindelfingerinnen vor allem in der ersten Hälfte überlegen. Doch es reichte nur zum 1:0 von Selina Martens. „Wir hätten den Deckel draufmachen können“, sagte Teammanager Marc Pflieger. Doch so verflachte die Partie zunehmend und die Gäste kamen in der zweiten Hälfte zum Ausgleich. „Das war unnötig.“
Keine Punkte für Kreisvereine in der Regionenliga
Die SG Nufringen/Emmingen/Jettingen unterlag beim Tabellenführer der Regionenliga, Staffel IV, SpVgg Aldingen mit 0:4. „Das Ergebnis täuscht“, sagte Trainer Michael Ruoff. „Ein Punkt wäre vollkommen verdient gewesen.“ Denn eigentlich war es ein Spiel auf Augenhöhe. Der einzige Unterschied: Die Gäste haben ihre Chancen genutzt. Vielleicht wäre sogar noch einmal etwas gegangen, wenn Tabea Rieker beim Stand von 0:2 den Elfmeter verwandelt hätte. Doch so stand am Ende ein klares Ergebnis. „Im Vergleich zum Hinspiel sehen wir, dass die Entwicklung stimmt. Das zählt.“
Personell gebeutelt fuhr der VfL Herrenberg II zur TSG Wittershausen und holte sich eine 1:5-Niederlage ab. „Unter diesen Umständen war gegen den Tabellenzweiten nicht viel zu machen“, sagte Trainer Steffen Bohle. „Dafür hat es der Gegner auch zu gut gemacht.“ Zu allem Übel verletzte sich Leah Filipe Günthner bereits nach zehn Minuten schwer am Knie. Rebecca Zahner erzielte in der Schlussphase den Ehrentreffer (78.). „Mund abputzen und weitermachen“, lautete die Devise von Bohle, der in den kommenden Wochen bereits Verstärkung bekommt. Johannes Kraus aus Sindelfingen steigt als Co mit ein – und soll in der kommenden Spielzeit das Traineramt übernehmen.
Auch das dritte Kreisteam im Bunde kassierte eine Niederlage: Der TSV Grafenau unterlag im wichtigen Spiel beim SV Unterdigisheim mit 0:1. „Das war wirklich maximal unverdient“, ärgerte sich Trainerin Nina Steger. Das Spiel fand nahezu ausschließlich in der gegnerischen Hälfte statt. „Dann kommen die einmal vor unser Tor, und der Ball ist drin.“