Fußball Regionalliga-Südwest Umzug des SGV Freiberg nach Heilbronn:„Das ist für den Verein wie ein Neustart“

Freibergs Kapitän Marco Kehl-Gomez freut sich auf die neue Heimspielstätte in Heilbronn. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der SGV Freiberg feiert nicht nur den 1:0-Erfolg im Nachholspiel gegen Eintracht Trier: Spieler und Trainer sind vor allem erleichtert über die Klärung der Stadionfrage.

Ludwigsburg: Elke Rutschmann (eru)

Die gute Nachricht für alle, die es mit dem SGV Freiberg halten, hat sich bis nach Trier herumgesprochen. „Ich gratuliere dem Verein zur neuen Heimspielstätte in Heilbronn, zieht das jetzt durch mit dem Aufstieg“, sagte Thomas Klasen, der Coach von Eintracht Trier nach dem 1:0 der Freiberger im Nachholspiel der Regionalliga Südwest. Auch bei allen Freiberger Beteiligten gab es in der Ausweichspielstätte beim FC Nöttingen nur eine Gefühlsregung – Erleichterung. „Wir hatten ja zwei Jahre lang kein Ziel mit dem Verzicht auf die Drittliga-Lizenz. Jetzt hat der Verein sehr, sehr hart gearbeitet und hat wie die Mannschaft, wir im Trainerteam und im Staff jetzt das große Ziel vor sich“, sagt Coach Kushtrim Lushtaku, der in Bad Friedrichshall unweit von Heilbronn wohnt und beim VfR einst in der Jugend gespielt hat.

 

Nach jahrelanger Suche wird der Präsident in Heilbronn fündig

Dem schloss sich auch der Kapitän Marco Kehl-Gomez an. „Das ist für den Verein jetzt wie ein Neustart. Ich bin extrem erleichtert und optimistisch, dass wir den Aufstieg auch schaffen“, sagte der Schütze des entscheidenden Treffers. Seit Montag ist klar, dass der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Südwest seine Heimspiele und die Trainingseinheiten unabhängig von der Ligazugehörigkeit in der kommenden Spielzeit im Frankenstadion in Heilbronn austragen wird. Freibergs Präsident Emir Cerkez hatte über Jahre nach einer passenden Lösung gesucht und ist jetzt in Gesprächen mit Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel zu einer Einigung gekommen. „Mit der vorhandenen Infrastruktur im Frankenstadion haben wir eine sehr gute Grundlage, Heimat für hochklassigen Fußball mit Strahlkraft weit über die Stadt hinaus zu werden“, wird der OB in einer Pressemitteilung zitiert. Um die entsprechende Tauglichkeit zu erlangen, muss die Stadt jetzt den Einbau einer Rasenheizung, die Erweiterung der Tribünenkapazitäten von derzeit 1200 auf 2000 Plätzen sowie den Bau einer Flutlichtanlage umsetzen.

Die Stadt Heilbronn wird in die Infrastruktur des Frankstadions investieren. Foto: Werner Kuhnle

Eine letzte Hürde gilt es dabei noch zu überwinden: Der Gemeinderat muss den erforderlichen Investitionen am 26. März zustimmen. Daran wird wohl auch die Haltung der Supporters 740 Heilbronn nichts mehr ändern, die sich auf Social Media gegen einen Umzug der Freiberger aussprechen. „Grund für einen Umzug ist keine emotionale Nähe der handelnden Akteure. Allein infrastrukturelle Fragen und der Umstand, dass nicht mal die Stadt Freiberg sich für den eigenen Verein begeistern kann, waren Anlass für diesen Schritt. Für uns ist klar: Heilbronn verdient höherklassigen Fußball. Aber erarbeitet und nicht geschenkt“, lautet das Statement der Fangruppe. Beim Heimspiel am Wochenende gegen den TSV Weilimdorf prangte ein Banner der Ultras mit der Aufschrift „Nein zum SGV!“. Die Verantwortlichen beim VfR Heilbronn stehen den neuen Gästen positiv gegenüber und versichern ihren Mitgliedern, dass der Trainings-und Spielbetrieb des VfR davon nicht tangiert werden soll. „Wir unterstützen das Ziel, Drittliga-Fußball in Heilbronn zu etablieren und sind offen für konstruktive Gespräche“, so die VfR-Vorstandsmitglieder Onur Celik und Wolfgang Gottwald.

Suche nach neuen Vereinsnamen beginnt

SGV-Präsident Emir Cerkez will möglichst schnell die Gespräche mit den Beteiligten suchen, weil auch im Raum steht, den Vereinsnamen SGV Freiberg zu ergänzen, weil man damit die Nähe zu Heilbronn aufnehmen will. Die genaue Bezeichnung ist noch offen – zur Debatte stehen SGV Freiberg-Heilbronn oder SGV Heilbronn-Freiberg.

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