Fußball-Relegation: Bezirksliga Die Rückkehr muss weiter warten
Aus 27 werden mindestens 28 Jahre: Die SGV Murr verliert das zweite Relegationsspiel gegen den TSV Heimsheim mit 0:2 und verpasst damit den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga.
Aus 27 werden mindestens 28 Jahre: Die SGV Murr verliert das zweite Relegationsspiel gegen den TSV Heimsheim mit 0:2 und verpasst damit den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga.
Es war einer der Momente, bei dem man das Gefühl hat, die Sekunden vergehen langsamer. Soeben hatte der Top-Torjäger des TSV Heimsheim, Lino Widmaier, in der Nachspielzeit mit dem Rücken zum leeren Tor den Ball über den Verteidiger der SGV Murr gelupft. Die Kugel landete jedoch zunächst an der Latte und kullerte dann zusammen mit dem zurück geeilten Torhüter Kevin Pollich zum 2:0-Endstand über die Linie. Während es bei den Heimsheimern kein Halten mehr gab, platzte bei der SGV Murr im zweiten und entscheidenden Relegationsspiel der Traum nach 27 Jahren wieder in die Bezirksliga Enz/Murr aufzusteigen. „Natürlich ist es jetzt enttäuschend, auch wenn der Gegner deutlich besser war“, sagt der Trainer der SGV Murr, Ben Blümle.
Gestartet war der Zweite der Kreisliga A, Satffel 1 vor 1140 Zuschauern in Renningen gut. David Werner hatte nach sieben Minuten mit einem satten Schuss die erste Chance des Spiels. Auch der anschließende Eckball sorgte für Gefahr. Dann aber kamen die Murrer kaum noch gefährlich vor das Heimsheimer Tor. Bei bis zu 37 Grad übernahm der als leichter Favorit ins Spiel gegangene Vizemeister der als stärker eingeschätzten Parallelstaffel 2 zunehmend die Spielkontrolle.
In der 39. Minute erzielte Lino Widmaier dann die verdiente Führung. Der Angreifer, der in dieser Saison in 28 Einsätzen 35 Treffer erzielte, setzte sich im Laufduell stark gegen die Murrer Verteidiger durch. Seinen Schuss konnte Keeper Pollich zwar zunächst noch abwehren, der Nachschuss landete jedoch zum 1:0-Halbzeitstand im Netz. Ärgerlich für die SGV Murr: Kurz vor der Pause verwehrte ihnen Schiedsrichter Tobias Lochmüller einen möglichen Handelfmeter.
Die in rot gekleideten Murrer Fans verschafften den 22 bereits aufgestellten Spielern vor dem Wiederanpfiff noch einige Minuten mehr Verschnaufpause. Wie bereits vor dem Anpfiff zeigten sie auf der Tribüne des Sportparks Stegwiesen eine Choreografie, von der jedoch zahlreiche Luftballons auf dem Rasen landeten und erst entfernt werden mussten. Auch in der zweiten Hälfte taten sich die Murrer weiter schwer, die die gegnerische Verteidigung zu knacken. Die Partie blieb mit Blick auf das Ergebnis jedoch weiter, weil der TSV Heimsheim mehrere Chancen auf die Entscheidung vergab.
Und so wäre Michael Winkle in der ersten Minute der Nachspielzeit fast der glückliche Treffer für die sich gegen die Niederlage stemmenden Murrer gelungen, den Schuss aus leicht spitzem Winkel entschärfte Torhüter Heiko Dieter jedoch noch. Kurz darauf entschied eben Lino Widmaier mit seinem zweiten Treffer des Tages dann doch die PArtie vorzeitig. „Wir hätten es früher klarmachen müssen“, sagt der Trainer des TSV Heimsheim, Oliver Kudera. In seiner ersten Saison als Coach gelang ihm direkt der Aufstieg in die Bezirksliga. „Wir haben eine überragende Saison gespielt, der Aufstieg ist jetzt maximal geil“, freut sich der Coach.
Auch bei der SGV Murr ist man trotz der bitteren Enttäuschung zum Abschluss zufrieden. „Ich glaube, wenn sich das alles gesetzt hat, dann kann jeder zufrieden auf die Saison schauen und stolz darauf sein, was wir geleistet haben“, sagt der Kapitän David Werner.