Drei Jahre nach dem Abstieg kehren die Fußballer des SV Nufringen wieder in die Fußball-Bezirksliga zurück. „Und das vollkommen verdient“, freute sich Spielertrainer Dustin Kappus im Hinblick auf die starke Saison in der Kreisliga A, Staffel III, und einer mindestens genauso starken Relegationsrunde. Auch am 2:0-Erfolg gegen den Bezirksligisten Türk SV Herrenberg gab es keine Zweifel. „Glückwunsch an Nufringen für einen verdienten Sieg“, zollte Harun Güney seinen Respekt.
Der neue Trainer des Türk SV stand früher als geplant erstmals an der Seitenlinie und bekam gleich eine echte Bewährungsprobe. Wie von Kappus angekündigt, versteckten sich die Nufringer nicht. Die Abschlüsse von David Müller und Paul Lubig waren jedoch zunächst kein Problem für Keeper Enes Durmaz. Auch auf der anderen Seite klärte SV-Keeper Lukas Schäble souverän gegen Can Miftar. Nach einer flotten Anfangsphase verflachte das Tempo bei hohen Temperaturen jedoch zusehends. „Es ging hin und her“, beobachtete Kappus.
Seine Mannschaft versuchte mehr, fand jedoch die Lücken in der stabilen Defensive der Herrenberger nicht. Für Güney lag der Fokus für diese Partie ganz klar auf einer stabilen Abwehr. Für die Nufringer war jedoch klar: Irgendwann tut sich eine Lücke auf. Doch die Abschlüsse von Müller aus spitzem Winkel und Lubig in Hälfte zwei blieben bei den beiden besten Möglichkeiten weiterhin zu ungenau. „Wir hatten die besseren Chancen“, befand ihr Coach. Während es beim Türk SV eher danach aussah, als würden sie das 0:0 so lange wie möglich halten wollen.
Doch dann setzte sich der starke Timo Tropsch einmal mehr auf dem rechten Flügel durch und brachte den Ball scharf nach innen. Dort verpasste der eingewechselte Calvin Ludolph am ersten Pfosten, sodass das Leder auf dem Schlappen von Paul Lubig landete. Der Goalgetter schloss aus kurzer Distanz gekonnt zum 1:0 ab. „Besser geht es nicht“, lobte Kappus. Denn es war das Abschiedsgeschenk des Torjägers, der in der neuen Saison die Zweite des SVN trainieren wird, und bei dem die ein oder andere Träne in diesem emotionalen Moment zu sehen war.
Nun mussten die Herrenberger mehr investieren. „Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, dass wir noch etwas anbrennen lassen“, meinte der gegnerische Trainer trotz der sieben Minuten Nachspielzeit. Zumindest abgesehen von der Szene, als Miftar den Ball im Stil von Diego Maradona mit der Hand über die Linie drückte. Schiedsrichter Matti Kastendeich hatte es jedoch genau gesehen. Stattdessen zirkelte Kappus einen Eckball genau auf den Kopf von Ludolph, der zum 2:0 einnickte.
Anschließend wurde mit den zahlreichen Anhängern zunächst auf dem Weilimdorfer Sportplatz und anschließend in Nufringen gefeiert. Auf der anderen Seite richteten sich die Blicke auf das Relegationsspiel am Sonntag. Die Hoffnungen erfüllten sich allerdings nicht, denn durch die 2:5-Niederlage der SpVgg Holzgerlingen ist der Abstieg besiegelt.
Türk SV Herrenberg: Durmaz, Halil, Yaprak, Köse, Ö. Kilic, Yüksel, Miftar, Vural, Cakmak, Lukic (82. M. Kilic), Kizilagil (70. Karrica).
SV Nufringen: Schäble, Kaupp, Schmolla (63. D. Rothfuß), Tropsch (90. Noack), Müller, Llinares (63. Ludolph), Schuster, Supper, Kappus (90.+6 M. Rothfuß), Lubig (84. Ciuffreda), Stepan.
Tore: 0:1 (77.) Lubig, 0:2 (90.+5) Ludolph.
Zuschauer: 451.