Fußball-Relegation, Kreisliga A TSV Dagersheim III war zu einer flexibleren Spielweise fast gezwungen

Die passenden T-Shirts hatte der TSV Dagersheim III schon zum letzten regulären Saisonspiel parat. Foto: Kevin Schuon

Dass der TSV Dagersheim III in der Rückrunde der Fußball-Kreisliga B, Staffel VIII, Stuttgart/Böblingen so viel besser war als in der Hinrunde, hat nicht nur mit mehr Spielglück zu tun.

Die Hinrunde des TSV Dagersheim III in der Fußball-Kreisliga B, Staffel VIII, Stuttgart/Böblingen war nicht schlecht. Aber sie war mit 18 Punkten aus elf Spielen eben auch nicht gut. Ganz im Gegensatz zur zweiten Halbserie, als das Team 27 Zähler aus elf Partien einsammelte und sich noch die Teilnahme an der Relegation zur Kreisliga A, Staffel III, sicherte.

 

Was sich in der Winterpause änderte? „Eigentlich gar nicht viel, wir hatten einfach mehr Glück“ zuckt Trainer Stefan Bartel mit den Schultern. „In der Rückrunde wurden unsere guten Auftritte auch belohnt.“ Eine ganz bestimmte Zahl zeigt allerdings, dass die Gründe vielleicht doch etwas vielfältiger sind: die Trefferquote von Torjäger Philip Sautter. Der hatte Anfang November nach sieben Auftritten bereits 16-mal eingenetzt, am Ende der Saison standen dann 24 Glocken für ihn zu Buche. Das spricht dafür, dass die Mannschaft nicht mehr so abhängig von seinen Buden war.

„Die Gegner hatten sich ungemein auf ihn eingeschossen“, bestätigt sein Coach. „Er wurde immer gedoppelt, teilweise zu dritt bewacht.“ Aus der Not machte das Team eine Tugend, fand andere Lösungen, wurde flexibler, war bei weitem nicht mehr so abhängig von Sautter. „Simon Zeile hat da beispielsweise eine wichtige Rolle gespielt“, betont Stefan Bartel. „Aber auch andere sind in seine Fußstapfen getreten.“ Die Truppe versuchte es nicht mehr so häufig mit Langholz auf den flinken Ausnahmestürmer, sondern begann damit, aus der zudem stabiler gewordenen Abwehr heraus zu kombinieren.

Eines ist dem Übungsleiter und seinen Schützlingen trotz aller Euphorie und der Vorfreude aufs Relegationshalbfinale gegen K.F.I.B. Sindelfingen am Sonntag (17 Uhr) in Ehningen bewusst. „Man muss ganz klar zugeben, dass Staffel VIII die schlechteste von allen ist“, nickt Stefan Bartel, betont jedoch: „Auch da muss man erstmal Zweiter werden.“ Schließlich könne jeder jeden schlagen, Ausrutscher der vermeintlichen Topteams sind keine Seltenheit. „Wer am wenigsten patzt, steht verdient vorne.“

Doch es ist nicht der Gedanke an dieses vermeintlich etwas niedrigere Allgemeinniveau, das die Dritte aus dem Waldstadion in das Bonusduell gehen lässt. Vielmehr haben die Kicker im Hinterkopf, dass sie im gesamten Kalenderjahr 2025 bislang ungeschlagen sind. „Das gibt uns Auftrieb“, sagt Stefan Bartel.

So sehr, dass die Trainingsbeteiligung derzeit so hoch ist wie selten. Am Dienstag waren 24 Akteure da, für Donnerstag hatten sich sogar 26 angekündigt. Theoretisch sind also sogar zu viele an Bord. Ausgerechnet der anfangs lobend erwähnte Simon Zeile wird allerdings nicht dabei sein, da er sich am Knöchel verletzt hat. Ein dicker Wermutstropfen.

Stefan Bartel stand übrigens schon dreimal selbst in einer Relegationspartie auf dem Platz – zweimal mit dem TSV Dagersheim II, einmal mit dem TSV Malmsheim, stets erfolglos. Diesen Fluch will er nun als Kommandogeber an der Seitenlinie brechen. Sicherlich könnte auch die zu erwartende Kulisse eine Rolle spielen. Bislang schauen die Duelle seiner Jungs im Schnitt 30 Leute an, am Wochenende könnten es gut und gerne 20-mal so viele sein.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Relegation