Da halfen auch die telefonischen Anweisungen des in Holland vor dem Livestream sitzenden Cheftrainers Grigorios Dimoulatos nichts mehr: Der SV Nufringen hatte den SV Hoffeld in der Anfangsphase des ersten Relegationsspiels zur Fußball-Bezirksliga völlig überrumpelt, und der Degerlocher Stadtteilclub lag am Samstag nach nur 17 Minuten mit 0:3 zurück. „Einen solch frühen Rückstand noch aufzuholen, ist schwer“, weiß der Co-Trainer Ismail Useini, der den im Urlaub weilenden Dimoulatos an der Seitenlinie vertrat und sich mühte, dessen Vorgaben umzusetzen. Alles in allem vergeblich. Am Ende stand es vor rund 500 Zuschauern in Böblingen 2:6, womit der Hoffelder Traum vom direkten Durchmarsch aus der Kreisliga B in die Bezirksliga beendet ist.
„Nufringen wollte es einfach mehr“, gibt Useini nach dem Duell der beiden Kreisliga-A-Vizemeister zu. Und das war von Beginn an zu sehen. Der Gegner schnürte die Hoffelder in deren Hälfte ein und erzielte alle seine Tore nach dem gleichen Muster: Verlagerung auf die schnellen Außenbahnspieler Timo Tropsch und Tobias Tauber, flache Hereingabe kurz vor der Grundlinie, platzierte Direktabnahme in der Mitte. Während die Nufringer immer mehrere einschussbereite Spieler im Strafraum postierten, ging es für die Hoffelder Defensive zu schnell. „So wie wir spielen wollten, haben die anderen gespielt“, sagt Useini.
Freilich, das eigene Überraschungsteam der Saison hatte auch ein Handicap. Beim unverhofften jetzigen Showdown fehlten zu viele Schlüsselspieler. Der Top-Stürmer Peter Güth, der zum Landesligisten FV Neuhausen wechselt, und der Ex-Bundesliga-Profi Marc Stein (Hansa Rostock, Hertha BSC) standen wir ihr Coach nicht zur Verfügung. Güth weilte auf einer Hochzeit, Stein ebenfalls im Urlaub. Und dann verletzte sich obendrein der Verteidiger Edward Azeta im Abschlusstraining. „Mit ihnen wäre es mit Sicherheit ein anderes Spiel gewesen“, sagt Dimoulatos. Er schickt seiner Mannschaft aus der Ferne aufmunternde Worte: „Wir können trotzdem stolz auf das sein, was wir in dieser Saison geleistet haben.“
Aktuell brachte eine Systemumstellung nach etwa einer halben Stunde dann immerhin etwas Besserung – Lukas Höhn ersetzte Nadyl Ibrocy, und der Stürmer Philipp Janle verteidigte dafür fortan auf der linken Seite. Insgesamt unterliefen den Hoffeldern im Spielaufbau und Passspiel aber zu viele Fehler und sie drangen nur selten in aussichtsreiche Angriffsbereiche vor. Der Treffer von Aziz Issa zum 1:3 kurz vor der Halbzeitpause kam aus dem Nichts und weckte noch einmal die Hoffnungen – allerdings nur kurzzeitig. Das vierte Gegentor, erzielt von David Müllers zehn Minuten nach Wiederanpfiff, zog den Kickern von der Hohen Eiche endgültig den Stecker. Nufringen legte zwei weitere Tore nach bewährtem Schema nach, ehe der eingewechselte Hans Fakner nach einem Eckball per Kopf noch etwas Hoffelder Ergebniskosmetik betrieb.
Im Relegationsendspiel trifft der SV Nufringen nun am nächsten Sonntag auf den Türkischen SV Herrenberg und hat gute Aufstiegschancen. Selbst bei einer Niederlage blieben noch zwei weitere Optionen durch Schützenhilfe des SV Waldhausen oder der Spvgg Holzgerlingen. „Wenn es wirklich klappt, dann ist richtig was los“, sagt der Nufringer Spielertrainer Dustin Kappus.
SV Nufringen: Schäble – Rothfuß, Kaupp, Schuster – Tropsch, Schmolla (70. Ciuffreda), Stephan, Tauber (78. Noack) – Müller, Kappus (72. Uysal) – Lubig (61. Ludolph).
SV Hoffeld: Kroker – Nadyl Ibrocy (29. Höhn), Kanzler, Valdet Ibrocy, Daniel Ade (64. Janjic) – Hakelberg, Waldmüller (61. Fakner) – Spahr (66. Hadish), Younis (61. Matthias Ade), Issa – Janle.
Tore: 1:0 Tropsch (6.), 2:0 Tauber (15.), 3:0 Lubig (17.), 3:1 Issa (45. +1), 4:1 Müller (51.), 5:1 Müller (54.), 6:1 Tropsch (60.), 6:2 Fakner (77.)