Fußball Spvgg Renningen Ex-Profi Michael Schürg plant kein Comeback als Spieler

Bis Ende 2022 jagte Michael Schürg (vo.) noch im Trikot der SKV Rutesheim dem Ball nach – im Januar 2023 beendete er die aktive Karriere. Foto: Andreas Gorr

Ex-Profi Michael Schürg kehrt zu Heimatverein Spvgg Renningen als Trainer zurück. Einen Einsatz auf dem Feld schließt der 40-Jährige vorerst aber noch aus.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Nachdem Michael Schürg seine Karriere beim damaligen Verbandsligisten SKV Rutesheim im Januar 2023 beendet hatte, verschwand er von der Fußball-Bühne. Nun kehrt der Ex-Profi als Trainer beim Kreis-A-Ligisten Spvgg Renningen zurück.

 

Herr Schürg, zurück zu den fußballerischen Wurzeln, oder?

Ja, nach 25 Jahren bin ich wieder bei meinem Heimatverein gelandet. Ich kann mich noch gut erinnern, als mein Vater hier gespielt hat, damals in der Verbandsliga. Ich kenne das Gelände in- und auswendig, daher war mir diese Rückkehr eine Herzensangelegenheit.

Wann sind die Spvgg-Verantwortlichen auf Sie zugekommen mit der Frage, ob Sie als Trainer einsteigen?

Nach dem schweren Schicksalsschlag von Trainer Marcel Pfeffer hat mich der Club gefragt, ob ich interimsweise übernehmen könnte. Aber ich war der Meinung, dass das keinen Sinn macht. Die Spvgg steckte da schon ganz tief im Abstiegssumpf und ich war der Meinung, dass auch ich den Bock nicht mehr umstoßen kann. Deshalb haben wir uns auf später vertagt.

Michael Schürg (re.) 2009 im Trikot der Stuttgarter Kickers mit Trainer Edgar Schmitt. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Nach nur einem Jahr in der Bezirksliga ist die Spvgg Renningen wieder in der Kreisliga A. Schade, oder?

Natürlich. Ich habe einige Spiele gesehen, aber zu wenig, um mir ein wirkliches Urteil bilden zu können. Viele Dinge liefen gegen die Spvgg: Der Kader war ohnehin dünn, es kamen viele Verletzte dazu.

Lautet das Ziel unter Ihrer Regie nun: sofortiger Wiederaufstieg?

Man muss sehen, dass in der Mannschaft ein großer Umbruch stattfindet. Louis Gerken und Felix Dietrich, zwei Urgesteine des Renninger Fußballs, hören auf. Es kommen viele junge Spieler in den Kader, der ja noch von Marcel Pfeffer zusammengestellt worden ist. Und ich bin ein Neuling als Trainer. Wir müssen sehen, wie sich die Saison entwickelt. Aber über eines bin ich mir sicher: Wir haben ein schlagkräftiges Team.

Sie sind ein Trainer-Rookie – gab es denn vor der Spvgg Anfragen an Sie?

Im vergangenen Dreivierteljahr sind einige Vereine auf mich zugekommen, die teilweise höherklassig spielen und mich als Co-Trainer verpflichten wollten. Die habe ich aber abgelehnt. Allerdings verspürte ich schon die Lust, irgendwie im Fußball wieder aktiv zu sein – und da ich einen super Kontakt zu Marcel Pfeffer habe, haben sich die Dinge mit der Spvgg Renningen zugespitzt. Und dann wurden wir uns schließlich einig.

Welche Qualifikationen als Fußball-Trainer bringen Sie mit?

Wenn Sie damit Lizenzen oder Trainerscheine meinen, keine. Ich habe bislang keine Ausbildung als Fußball-Coach, aber ich besitze mehr als 20 Jahre Fußball-Erfahrung als Spieler und ich habe in dieser Zeit unter namhaften Trainern wie Ronny Borchers bei Wormatia Worms, Edgar Schmitt bei den Stuttgarter Kickers und Michael Wittwer beim FC Nöttingen gespielt. Da kann man sich schon etwas abschauen, da bleibt schon etwas an Fachwissen hängen.

Michael Schürg (li.) 2006 als Spieler des SGV Freiberg gegen die SG Sonnenhof Großaspach in der Oberliga. Foto: imago sportfotodienst

Sie sind mit 40 Jahren im Schwabenalter – reicht das noch, um auch in der Kreisliga A auf Torejagd zu gehen?

Ich habe es nicht vor, ein Comeback auf dem Spielfeld hat keine Priorität, aber ich sage auch: Sag’ niemals nie. Ich halte es da mit Profi-Coach Niko Kovacs (derzeit Borussia Dortmund, d. Red.), der würde das so ausdrücken: Stand jetzt ist es ausgeschlossen, dass ich für die Spvgg Renningen wieder als Spieler aktiv werde. Aber man weiß ja nie, wie sich die Dinge im Fußball entwickeln.

Wie sieht die Planung bei der Spvgg unter Trainer Michael Schürg aus?

Aktuell haben wir noch Sommerpause, der Trainingsauftakt ist für den 15. Juli vorgesehen. Wir suchen noch einen Co-Trainer an meiner Seite und auch auf dem Spielermarkt strecken wir unsere Fühler weiter aus. Es kann also durchaus sein, dass wir im Kader noch Zuwachs bekommen.

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