Fußball, SV Fellbach Auf sportlich und beruflich glücklichen Bahnen

Marko Leskovar bei der Arbeit: Der kaufmännische Leiter des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm möchte Ende 2025 die ersten Züge in den Hauptbahnhof einfahren sehen. Foto: Privat
Marko Leskovar bei der Arbeit: Der kaufmännische Leiter des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm möchte Ende 2025 die ersten Züge in den Hauptbahnhof einfahren sehen. Foto: Privat

Der Fußball fasziniert auch in Fellbach und in Kernen: Wir wollen in dieser Serie Akteure vorstellen, die besondere Momente und besondere Erfolge erlebt haben. Heute: Marko Leskovar, 44, der in Oeffingen wohnt und lange beim SV Fellbach aktiv war.

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Fellbach - Ab und zu treffen sich Marko Leskovar und Mario Marinic, die beiden fußballverrückten Kumpels, auf der Sportanlage in Oeffingen. Manchmal sind bei diesen wöchentlichen Treffen auch Denis Musik, Dominik Rohr, Philipp Lang, Nico Hinderer oder Tobias Fichter mit dabei, früher alle beim SV Fellbach aktiv. Dann schnappen sie sich einen Ball und duellieren sich auf dem kleinen Tartanplatz im Fußballtennis. Wenn Mario Marinic zum akrobatischen Fallrückzieher ansetzt, muss Marko Leskovar staunen. „Das würde ich heute nicht mehr hinkriegen, da tun mir schon beim Zuschauen die Knochen weh“, sagt der 44-Jährige, der seit dem vergangenen Jahr unweit der Sportanlage in Oeffingen wohnt. Früher hatte auch er sehenswerte Aktionen in seiner Fußballsammlung, allerdings war er mehr für seine Kopfballstärke bekannt, hatte deshalb auch die Spitznamen „Büffel“ oder „Sturmtank“. Doch anders als der gelenkige Mario Marinic, der heute noch bei der TSG Backnang in der Oberliga zuverlässig Tore schießt, spielte Marko Leskovar zuletzt nur noch bei den Senioren des SV Fellbach – jetzt trifft er sich lediglich zum Kick mit Freunden.

Marko Leskovar begann seine Laufbahn beim TB Cannstatt

Angefangen hatte die Fußballkarriere von Marko Leskovar im Alter von sechs Jahren beim TB Untertürkheim. Nach einem kurzen Abstecher zur Jugend des VfB Stuttgart spielte er bei der SG Untertürkheim weiter und später mit den Männern in der Bezirksliga. Seine Leistungen dort weckten das Interesse von größeren Vereinen, und so bekam er Einladungen ins Probetraining der Stuttgarter Kickers oder auch vom VfB Stuttgart. Doch Ende des Jahrtausends landete er schließlich beim SC Korb. In der Mannschaft um die Trainer Frank Weinle und Markus Weiß hatte er eine erfolgreiche Zeit in der Landesliga. Zur Saison 2004/2005 wechselte das Trainerduo zum Ligakonkurrenten SV Fellbach, Marko Leskovar und Stephan Lehmann schlossen sich an. Gleich in der ersten Saison sollte dem Team um den Angreifer Marko Leskovar der Aufstieg in die Verbandsliga gelingen – unter anderen auch mit Philipp Lang und Nico Hinderer. Rund ein Jahr später jubelten sie in Fellbach erneut, diesmal über den Verbleib in der Verbandsliga. Für Marko Leskovar war danach zunächst einmal Schluss. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Der Stress ist mir zu viel. Es ist es mir nicht mehr wert, einen Tag von meinem kurzen Wochenende mit Fußball zu verbringen.“

Es waren vornehmlich berufliche Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen hatten. Sein Studium im Fach Bauingenieurwesen hatte er im Jahr 2002 an der Fachhochschule Stuttgart mit einer Diplomarbeit über das Projekt Stuttgart 21 abgeschlossen. Im Anschluss fing er als Bauingenieur bei der Deutschen Bahn an, zunächst bei regionalen Projekten. Nach der Schlichtung und dem Volksentscheid zu Stuttgart 21 wechselte er im Jahr 2012 als kaufmännischer Projektleiter zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Zunächst arbeitete er am Flughafen, bevor er im Jahr 2018 in ein Baubüro am Hauptbahnhof umzog. Das Projekt hatte ihn schon früh fasziniert. Nach wie vor engagiert er sich leidenschaftlich für seine Arbeit und freut sich darauf, wenn Ende 2025 die ersten Züge durch den neuen Hauptbahnhof in Stuttgart fahren werden.

Die Leidenschaft für den Fußball ist tief verwurzelt

Die Leidenschaft für den Fußball ist ebenfalls tief verwurzelt beim Sohn kroatischer Gastarbeiter. Nach seinem Abschied vom SV Fellbach konnte Marko Leskovar seine Kickschuhe nicht lange verstaut lassen. Bereits 2007 heuerte er beim TSV Nellmersbach als Spielertrainer an. Bald merkte er jedoch wieder, dass sich die Verpflichtungen mit seinem Privatleben nicht vereinbaren ließen. Sein Nachfolger beim TSV Nellmersbach wurde Michael Felix, der heute die Fußballer des TSV Schmiden in der Kreisliga A betreut. Einige Jahre später traf Marko Leskovar sich dann wieder mit seinen ehemaligen Mitspielern bei den Senioren des SV Fellbach. „Wenn du mal ein Team gewohnt bist, dann fehlt dir das im Alltag: die Gemeinschaft, Spaß haben, zusammen ein Bier trinken“, sagt Marko Leskovar. Das alles kehrte zurück, als er mit dem Tormann Frank Strotbek, mit Philipp Lang, Nico Hinderer, Vladimir Trickov, Bülent Güner oder auch dem SVF-Abteilungsleiter Mathias Fischer in einer Mannschaft zusammenkam.

Ein Höhepunkt mit der Ü32 war das Spiel gegen den FC Bayern München

Im Herbst 2016 gewann Marko Leskovar mit den Ü-32-Senioren des SV Fellbach die württembergische Meisterschaft. Im Jahr darauf nahm die Mannschaft um Tim-Florian Nagel, Matthias Daniel und den Spielleiter Adriano Marrazzo beim 12. deutschen Altherren-Supercup, den inoffiziellen deutschen Senioren-Meisterschaften, im Vogtland teil. Im Achtelfinale unterlag sie dem Team des FC Bayern München mit 1:2. „Das war sicherlich ein Höhepunkt für mich, da haben wir die Bayern ein bisschen geärgert“, sagt Marko Leskovar. Endgültig Schluss war im Sommer 2019 nach dem Auftritt mit den Ü-40-Fußballern des SVF bei den süddeutschen Titelkämpfen in Nürnberg. Dort belegte der Verbund um den Trainer Roland Sandmeyer den vierten Platz – auch dank der Treffer von Marko Leskovar.

Heute weiß der 44-Jährige immer noch mit dem Fußball umzugehen. Das zeigt er regelmäßig auf dem kleinen Tartanplatz bei der Tennisanlage in Oeffingen. Auch wenn er nicht mehr gar so akrobatisch ist wie sein guter Kumpel Mario Marinic.




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