Fellbach - Erlebnisvielfalt in der Verbandsliga. Die Fußballer des SV Fellbach, offenbar offen für allerlei Extravaganzen, haben in dieser Runde, im November, schon einmal in Rekordlaune mit 8:0 gegen den VfB Neckarrems gewonnen. Erst kürzlich, Ende Februar, haben sie zum Ausgleich beim 1. FC Normannia Gmünd mit 0:9 verloren. Und fast ganz am Anfang der Saison waren sie schon einmal an einer Begegnung mit neun Treffern beteiligt. Damals, im August 2021, entschieden sie ein auch nicht direkt gewöhnliches Fußballspiel beim 1. FC Heiningen nach einem 0:3-Rückstand noch mit 5:4 für sich. An diesem Mittwoch, Beginn ist um 19 Uhr, kommen die beiden Teams, die
sich beim ersten Treffen mit Abwehrarbeit gar nicht weiter beschäftigen wollten, zum Rück- und Nachholspiel auf dem neuen Kunstrasenplatz in Fellbach zusammen. 10:0? 0:11? 6:6? Man kann an diesem Abend wahrscheinlich nichts ausschließen.
Das Hinspiel gewannen die Fellbacher nach einem 0:3-Rückstand mit 5:4
Der Sieg in Heiningen war der zweite für den SV Fellbach im zweiten Saisonspiel. Genau jenen staunenswerten Erfolg hat indes der eine oder andere Beobachter als Ausgangspunkt weiterer Nachlässigkeiten im Verdacht. Wer an solch einem Abend noch den kompletten Ertrag einstreicht, dem kann auf der weiteren Strecke doch nicht mehr
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so viel Unerfreuliches passieren – oder!? Es ist dann auf der weiteren Strecke doch zu viel Unerfreuliches passiert aus Sicht der Fußballer des SV Fellbach. So viel, dass Anfang November der Cheftrainer Fatih Ada seine Bemühungen einstellen musste. Und so viel, dass die Mannschaft auch jetzt wieder, nach dem 2:2-Unentschieden gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach, einen Abstiegsplatz in der Verbandsliga innehat. Gerade 19 Punkte hat der Verbund des SVF nach jenem Eishockey-Ergebnis in Heiningen bei 20 Gelegenheiten erbeuten können. Der Gegner aus dem Kreis Göppingen, nun schon Zwölfter, hat in jener Zeit 29 Zähler gesammelt.
Der SVF hat gerade keine Chance, eine Stammformation zu etablieren
Der Sportliche Leiter Ioannis Tsapakidis hat seit der Übernahme des Traineramts im Herbst mit den ihm Anvertrauten zumindest zehn Punkte aus sieben Spielen hinzufügen können. Ungeachtet der anhaltenden Personalprobleme. Der 44-Jährige hat bis dahin keine Chance, eine Stammformation zu etablieren. Leon Braun, der hoch geschätzte Anführer, fehlt schon seit Wochen aufgrund einer Fußblessur. Timo Marx, an sich einer der drei Kapitäne neben Leon Braun und Koray Yildiz, ist ebenso Langzeitpatient wie Nikola Jelic oder Ilias Michaltsis. Ibrahim Njie plagen nun nach seiner starken Vorstellung gegen die Gäste aus Hofherrnweiler Kniebeschwerden; diese Woche war zunächst ungewiss, ob er erneut die Abwehr des SV Fellbach organisieren kann. Benito Baez Ayala, am Samstag Aushilfskapitän auf dem Kunstrasenplatz, muss an diesem Mittwoch aus privaten Gründen passen. Valentin Jäkel, derzeit nicht mehr in der Verfassung der Hinserie, will und soll pausieren. „Doch wir haben genügend Jungs im Kader“, sagt Ioannis Tsapakidis und denkt etwa an den ebenfalls länger verletzten Marvin Zimmermann, Mitte August in Heiningen zweifacher Torschütze, oder an Niklas Greß aus der zweiten Vertretung. „Wenn alle bereit sind, werden wir dieses Spiel gewinnen. Aber schon mit einem Prozent weniger wird es nicht reichen.“ SV Fellbach: Haug – Greß (Njie), Müller, Weiß, Binner, Parharidis, Hofmeister, Koroll, Ferati, Zimmermann, Domic.