Fußball: SV Fellbach Eine bärenstarke Hälfte reicht nicht aus

Nach starkem Flügellauf doch noch gestoppt: Fellbachs einmal mehr überzeugender Youngster Niklas Loraing Foto: Günter Schmid

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach verlieren gegen den Tabellendritten TSV Oberensingen nach starker erster Hälfte und einer 1:0-Führung am Ende doch noch mit 1:3.

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach wollten es im Rückspiel gegen die TSV Oberensingen besser machen als noch im Hinspiel. Jenes hatten sie am 19. September des vergangenen Jahres mit 0:4 verloren. Und tatsächlich: Das Team um das Trainer-Duo Kiriakos und Nicos Gountoulas machte am Donnerstagabend vor knapp 200 Zuschauern im Max-Graser-Stadion gegen den Tabellendritten vieles viel, viel besser. Allerdings nur in den ersten 45 Minuten, in denen Torben Hohloch die Gastgeber nach einem langen Pass von Innenverteidiger Ibrahim Njie zudem mit seinem Tor in Führung geschossen hatte (21. Minute). Dies auch dank eines Stellungsfehlers von Julian Miller. „Das war unsere bisher beste Hälfte in der ganzen Saison“, sagte Nicos Gountoulas zur Leistung der Fellbacher Elf. Am Ende allerdings stand erneut eine 1:3-Niederlage und die Erkenntnis, dass 45 gute Minuten einfach nicht ausreichen, um eine Spitzenmannschaft zu besiegen.

 

40 Sekunden nach Wiederanpfiff fällt das 1:1

Einer der Knackpunkte im Spiel war sicherlich der frühe Ausgleichstreffer der Gäste nach Wiederanpfiff. Gerade einmal 40 Sekunden waren gespielt, als Georgios Avtzis zum 1:1 einnetzte. Nach einem scharf getretenen Freistoß von Lukas Linder von der rechten Strafraumgrenze ging der Ball vorbei an Freund und Feind, ehe er bei dem Oberensinger landete.

Mit dem zweiten Sechser läuft es bei den Gästen besser

Danach sah man ein gänzlich anderes Gästeteam. Hatten die Fellbacher vor der Pause in der Zentrale noch die Oberhand gehabt und ihren Gegnern lediglich ein paar Durchbrüche über die Außenbahnen gewährt, die diese aber nicht zu nutzen wussten, dominierten nun die Oberensinger das Geschehen – mithilfe eines zweiten Sechsers. „Ich habe umgestellt, danach lief es für uns besser“, sagte TSV- Trainer Leonard Gjini. Die Fellbacher wurden in der eigenen Hälfte eingeschnürt, kamen kaum mehr in den gegnerischen Strafraum und verzeichneten in den zweiten 45 Minuten keinen einzigen Torschuss mehr.

Das hatte in der ersten Hälfte noch anders ausgesehen. Rafael Terpsiadis hatte bereits in der dritten Minute und später noch einmal in der 31. Minute beste Einschussmöglichkeiten gehabt, ließ aber beide ungenutzt. Und auch der junge Außenverteidiger Niklas Loraing wurde nach starkem Flügellauf gerade noch geblockt (37.). Die einzige Chance der Gäste bis zum Pausenpfiff hatte Patrick Werner, der auf der linken Seite frei vor SVF-Keeper Levin Härtel aufgetaucht war, die Kugel aber Richtung Seitenaus verzog – was wohl auch der Unebenheit des Rasens geschuldet war.

Wieder zwei Gegentore nach ruhenden Bällen

Dass Ibrahim Njie in der 53. Minute, der Innenverteidiger war umgeknickt, vom Feld musste, dürfte ebenfalls ein Knackpunkt gewesen sein. Denn bei einer erneut von Linder getretenen Ecke, fehlte der größte Abwehrspieler, zuletzt zweimal Spieler des Spiels, als Marlon Linder zum Kopfball hochstieg und zur 2:1-Führung traf (65.). Es war der insgesamt fünfte Treffer nach einem ruhenden Ball in den beiden Spielen des SVF gegen die TSV Oberensingen. „Die schlagen die Standards wirklich gut. Aber wir haben uns diesmal halt auch nicht gewehrt“, sagt Kiriakos Gountoulas. Es war ein Rückfall in alte Zeiten, nachdem die Fellbacher zuletzt bei Standards gar nicht mehr anfällig waren.

Luxus: Der Ex-Profi kommt erst nach 70 Minuten

Das entscheidende 3:1 gelang schließlich Top-Stürmer Werner mit seinem nunmehr 14. Saisontreffer. Nach einem Ballverlust im Mittelkreis bekam der Sekunden zuvor eingewechselte Nico Schmid den Ball auf der rechten Seite und passte ihn nach einem Lauf quer zu Werner, der Härtel keine Chance ließ. „Die Oberensinger haben so eine hohe Qualität in der Offensive. Die Spieler über 90 Minuten auf Distanz zu halten, schaffen nur die wenigsten Teams“, sagte Nicos Gountoulas. Wie gut der Dritte vorn besetzt ist, zeigt die Tatsache, dass es sich Gjini erlauben konnte, den Ex-Profi Simon Brandstetter nach seiner Gelb-Rot-Sperre erst in der 70. Minute zu bringen.

Der nächste Gegner ist auf Augenhöhe

Drei Tage haben die SVF-Kicker nun frei, ehe am Ostermontag das erste Training mit der Vorbereitung aufs nächste Spiel am 11. April beginnt. Da ist der SV Fellbach zu Gast bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach. Nach den Topteams aus Dorfmerkingen und Oberensingen „wieder ein Gegner auf Augenhöhe“, sagt Kiriakos Gountoulas.

   SV Fellbach: Härtel – Buzhala, Njie (51. Kastrati), Thomas Bauer, Loraing – Tobias Hohloch, Leon Bauer (82. Durmus) – Icmez (75. Heilig), Fossi (66. Kara), Torben Hohloch (82. Dulabic) – Terpsiadis.

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