Fußball TSV Heimsheim Die Widmaier-Brüder – zwei aus einem Guss
Mit vier Neuen hat der TSV Heimsheim die Vorbereitung auf die Bezirksliga-Rückrunde aufgenommen und will weiter für Furore sorgen. Tim und Lino Widmaier spielen eine wichtige Rolle.
Mit vier Neuen hat der TSV Heimsheim die Vorbereitung auf die Bezirksliga-Rückrunde aufgenommen und will weiter für Furore sorgen. Tim und Lino Widmaier spielen eine wichtige Rolle.
Es ist mehr als nur eine Duftnote, die der TSV Heimsheim als Aufsteiger in der Bezirksliga-Hinrunde hinterlassen hat. Mit zehn Siegen aus 16 Partien liegt der Liga-Novize auf Rang drei und stellt mit 50 Toren die beste Offensive der Liga.
Die 28 Gegentore unterbieten zwar sechs Kontrahenten – allerdings stammen neun dieser 28 Gegentore aus den letzten beiden Hinrundenspielen gegen den TV Aldingen (1:4) und bei der Spvgg Besigheim (2:5), als dem jungen Team im Endspurt ein wenig die Luft ausging.
Pech hatte der TSV Heimsheim zudem zu Beginn der Saison, als das Team mit Germania Bietigheim und dem TSV Münchingen auf die einzigen beiden Gegner traf, die in der Tabelle noch vor ihm liegen. „Wir haben uns schnell an das Niveau der Liga gewöhnt und sind teilweise wie ein Wirbelwind hindurchgefegt“, ordnet Trainer Oliver Kudera vor allem die Phase zwischen dem 8. und 15. Spieltag ein, als dem TSV sieben Siege in Serie gelangen, sechs davon sogar ohne Gegentor.
Am besten haben ihm die Auftritte seines Teams beim 1:0-Sieg in Kornwestheim und beim 3:0 beim SV Pattonville gefallen. „Beide Male hat das Team den Matchplan voll erfüllt, musste zeitweise leiden und hat sich dann doch in zwei hochwertigen Bezirksligaspielen durchgesetzt“, zeigt sich Kudera zufrieden. Die unnötigste Niederlage war für ihn das 1:2 auf eigenem Platz gegen den FV Löchgau II, als zahlreiche Chancen vergeben wurden. „Insgesamt muss man aber positiv bewerten, dass wir immer wieder mit Spielerausfällen fertig geworden sind und nach dem glanzvollen Sieg in der Relegation vor 1700 Zuschauern in Renningen nicht emotional in ein Loch gefallen sind. Das war für unsere Verhältnisse wie ein WM-Finale“, freut sich Kudera.
Am 8. Januar hat der TSV Heimsheim bereits mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen, in Kevin Kemmler und Robin Kuhn von der Spvgg Weil der Stadt, Robin Haaße von der Spvgg Renningen und Taha Sahin (Fatihspor Pforzheim) sind vier Neuzugänge dabei, denen nur Nico Österreicher (zum SV Neuhausen) als Abgang gegenübersteht. „Ich will neue Reizpunkte setzen und das Konkurrenzdenken steigern“, erklärt Kudera seinen derzeitigen großen 27er-Kader, der bis zum Rückrundenstart am 8. Februar gegen den TSV Münchingen aber noch verkleinert werden soll.
Große Hoffnungen ruhen beim TSV Heimsheim in der zweiten Saisonhälfte wieder auf den Brüdern Lino und Tim Widmaier, die in der Hinrunde die Dauer(b)renner im Team waren. Der 26-jährige Tim, der die TSV-Fußballer als Kapitän aufs Spielfeld führt, stand in allen 16 Partien über die gesamte Spielzeit auf dem Platz (1440 Minuten), bei seinem drei Jahre jüngeren Bruder Lino sind es nur 21 Minuten weniger.
Seit vier Jahren hat Coach Kudera die Brüder unter seinen Fittichen und weiß nur zu gut, was er an ihnen hat: Von den 50 Saisontoren der Heimsheimer hat Lino elf erzielt und liegt damit auf Rang drei der Liga-Torjägerliste. Nur drei weniger sind es bei Tim, bei dem in der Statistik daneben noch die Rekordzahl von 14 Assists stehen.
Die Zahlen verraten viel über die Spielweise des unterschiedlichen Brüderpaares. „Lino ist ein Stürmer, der als Neuner oder über die Flügel kommen kann und einen unglaublichen Killerinstinkt mitbringt“, erklärt Oliver Kudera. Er schätzt dessen Wille, Physis, Technik und Abschlussstärke. „Da hat er sich unglaublich gut entwickelt“, lobt der Trainer, der den 23-Jährigen bei sich als Werkstudent beschäftigt und nicht selten am Montag das Spiel vom Tag zuvor noch einmal Revue passieren lässt.
Eine besondere Beziehung hat Kudera aber auch zum drei Jahre älteren Bruder Tim. „Er ist ein eher introvertierter Typ, der eine bestimmte Ansprache braucht“, weiß der TSV-Coach. Der 26-Jährige verfüge über eine überragende Technik, sei beidfüßig und habe eine präzise Schusstechnik. „Er hat ein Riesenpotenzial und kann noch mehr als er bisher gezeigt hat“, prophezeit Kudera dem offensiven Mittelfeldakteur, der meist als Achter oder Zehner agiert. Er sei ein Akteur, der seine Mitspieler besser mache.
Es überrascht nicht, dass andere (höherklassige) Vereine die Fühler nach dem Brüderpaar ausgestreckt haben. Doch die Widmaiers wissen, was sie am familiären Vereinsumfeld des TSV und der besonderen Zuwendung ihres Trainers haben. Oliver Kudera ist daher mit Blick auf die Zukunftsperspektive der Widmaier-Brüder zuversichtlich. „Sie werden nur wechseln, wenn das haargenau passende Angebot zum richtigen Zeitpunkt kommt“, vermutet der TSV-Coach.