Fußball: TSV Jahn Büsnau Mit Premiere-Doppelpack im Megapark
Meisterserie, Teil fünf:
Der TSV Jahn Büsnau steigt erstmals in die Bezirksliga auf und gewinnt den Pokal. Im Kampf um den Klassenverbleib wird der Torjäger fehlen.
Meisterserie, Teil fünf:
Der TSV Jahn Büsnau steigt erstmals in die Bezirksliga auf und gewinnt den Pokal. Im Kampf um den Klassenverbleib wird der Torjäger fehlen.
Als es in Stuttgart im Dezember kalt und grau war, da sehnten sich die Kicker des TSV Jahn Büsnau schon nach Mallorca. Nicht um Urlaub mit der Familie zu machen, zieht es doch gemeinhin Sportler aller Spielklassen nach einer erfolgreichen Saison auf die spanische Party-Insel. Erfolgreich, das stellten die Verantwortlichen des Vaihinger Stadtteilclubs immer klar, heißt Meisterschaft in der Kreisliga A, Staffel 2, und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga.
Besteigen werden die Büsnauer den Flieger gen Ballermann nach dem erstmaligen Gewinn des Bezirkspokals (2:1 im Finale gegen den TSV Kuppingen) sogar als Double-Sieger. „Da wird die Mannschaft das ein oder andere Kaltgetränk zu sich nehmen“, sagt der Spielertrainer Dominik Lenhardt mit einem Schmunzeln. Im Megapark holen die Büsnauer ihre ausgefallene Meisterfeier nach. Denn wegen eines tragischen Todesfall beim letzten Gegner Möhringen, fiel das Spiel aus und die Büsnauer wurden am letzten Spieltag kampflos Meister.
In der Schlussphase der Runde hatte sich der spätere Meister einen spannenden Dreikampf mit dem SV Sillenbuch und SV Hoffeld geliefert. Vier Spieltage vor Saisonende hatten die Büsnauer die Meisterschaft beinahe verspielt. Nach den beiden aufeinanderfolgenden Niederlagen in den Spitzenspielen gegen Sillenbuch (1:2) und Hoffeld (2:4) war die Tabellenführung futsch. Nur, weil die beiden selbst noch einmal strauchelten, übernahm Büsnau mit einem Punkt Vorsprung auf die beiden punktgleichen Verfolger wieder die Spitzenposition.
„Wir waren insgesamt die konstanteste Mannschaft von den Dreien, auch wenn wir aus den Spitzenspielen gegen Sillenbuch und Hoffeld nur zwei von möglichen zwölf Punkten geholt haben“, sagt der Spielertrainer Dominik Lenhardt. Das müsse in der Bezirksliga besser werden, denn dann habe sein Team nur noch Spitzenspiele, sagt er.
Schmerzlich vermissen werden die Büsnauer im Kampf um den Klassenverbleib in der Bezirksliga die Tore von Stürmer Cedric Hornung. Den Liga-Top-Torjäger der vergangenen beiden Runden zieht es bekanntlich zurück zu seinem Ex-Team, dem SV Böblingen. Kommen soll dagegen ein anderer Angreifer mit Landesligaerfahrung, dessen Name Lenhardt jedoch noch nicht veröffentlichen möchte. Ebenfalls verlassen wird den Club Verteidiger Marc Agyemang, der nicht mehr von seinem Zweitspielrecht gebrauch machen wird und vollständig in die Landesliga zum BSV Schwenningen wechselt.
Schon in den vergangenen Jahren lockte der Verein mehrere Spieler aus der Verbands- und Landesliga mit dem Ziel an, den in der 74-jährigen Geschichte des Vereins erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen. Der gelang nach zwei dritten Plätzen nun im dritten Anlauf seit dem Aufstieg aus der Kreisliga B 2022. Und das trotz einer für Amateurverhältnisse enorm hohen Mehrfachbelastung. Die Büsnauer mussten wegen verlegten Spielen und des Laufs im Pokal mehrfach unter der Woche antreten. „Das darf man nicht außer Acht lassen, deshalb bin ich auch überzeugt, dass wir verdient Meister geworden sind“, sagt Lenhardt.
Die Kehrtwende zur Meisterschaft habe die Begegnung gegen den Aufstiegsaspiranten MK Makedonija Stuttgart am 28. Spieltag gebracht, berichtet Lenhardt. Trotz eines 0:2-Rückstandes drehten die Büsnauer die Partie in Unterzahl und gewannen letztlich in einem wilden Spiel mit 7:4. „Danach hat jeder daran geglaubt, dass wir Meister werden“, erzählt Lenhardt. Zumal am gleichen Spieltag der SV Hoffeld gegen das Kellerkind TSV Heumaden verlor und so die Tabellenführung wieder den Büsnauern überlassen musste. „Das war die Entscheidung“, weiß Lenhardt.
In der Woche darauf folgte ein knapper 4:3-Sieg gegen den FV Germania Degerloch, den die Büsnauer erst mit einem Doppelschlag in der Schlussphase für sich entschieden, ehe das abgesagte und mit 3:0 gewertete Spiel gegen Möhringen Meisterschaft und Aufstieg besiegelten. Am Ende stehen neben 20 Siegen und fünf Unentschieden auch drei Niederlagen auf dem Büsnauer Konto. „Bei keinem der Spiele würde ich sagen, der Gegner hat verdient gewonnen“, sagt Lenhardt. Neben den zwei Spitzenspielen verloren die Büsnauer früh in der Saison gegen die Spvgg Stetten mit 0:1.
Lenhardt geht mit dem TSV Jahn Büsnau in die sechste Saison. Zum Start der Saison hatte er mit Marc Molinus einen gleichberechtigten Trainer an seiner Seite. Nach dessen berufsbedingten Abschied im Winter hatte auch der ambitionierte Coach Anfang des Jahres seine Zukunft noch offen gelassen, aber letztlich dann wie sein Co-Trainer Yannick Breuninger seine Zusage für die kommende Saison gegeben.