Fußball: TSV Plattenhardt Überraschungssieg im Aufsteigerduell
Bei Minusgraden gewinnt der Landesligist gegen den 1. FC Eislingen. Vor allem in einem Punkt kochen die Filderkicker den Gegner ab.
Bei Minusgraden gewinnt der Landesligist gegen den 1. FC Eislingen. Vor allem in einem Punkt kochen die Filderkicker den Gegner ab.
Die erste gute Nachricht ereilte den TSV Plattenhardt bereits vor dem Duell mit dem 1. FC Eislingen: Die Partie wird stattfinden! Vier Parallelspiele der Fußball-Landesliga mussten an diesem frostigen Samstagnachmittag aufgrund unbespielbarer Plätze abgesagt werden und auch im Weilerhau stand die Begegnung auf der Kippe. Doch die Filder-Sonne und der Kunstrasen sorgten für ein annehmbares Geläuf, auf dem die Heimelf bei Temperaturen knapp unter Null die zweite frohe Kunde folgen ließ: Mit einem hochverdienten 2:0 wurde der große Favorit aus Eislingen besiegt.
„Ich wollte unbedingt, dass wir heute spielen“, verrät Plattenhardts Trainer Slobodan Markovic seine Gefühlslage vor dem Spiel. Die Energie und der Zug in der Mannschaft seien schon die ganze Woche über zu spüren gewesen – da kam eine Mannschaft wie das zweitplatzierte Eislingem, der dritte Spitzengegner in Folge, gerade rechtzeitig. Nach dem 2:2 beim Tabellenführer TSV Köngen und der knappen 0:2-Pleite gegen den TSV Bernhausen war den Plattenhardtern das Selbstbewusstsein von der ersten Minute an anzumerken. Der nun Tabellenzwölfte ließ dem Mitaufsteiger kaum Luft zum Atmen, kam selbst immer wieder gefährlich vors Tor. Zwar fehlte es im Umschaltspiel und vor dem Kasten zunächst an der nötigen Genauigkeit, aber in puncto Leidenschaft und Zweikampfstärke trumpfte das Team ganz groß auf.
Auch der gegnerische Trainer Tim Schöller musste anerkennen: „Sie haben uns über 90 Minuten den Schneid abgekauft. Kompliment an Plattenhardt.“ Dank zuvor fünf Siegen in sechs Spielen, allen voran das überragende 6:0 gegen den Spitzenreiter aus Köngen am Vorwochenende, waren die Filstaler ihrerseits mit breiter Brust angereist. „Wir waren vor dem Spiel brutal fokussiert, allerdings hat uns das harte, aber nicht überharte Zweikampfverhalten des Gegners doch etwas überrascht“, konstatiert Schöller und führt aus: „Sie waren griffiger, fokussierter, aggressiver und haben uns quasi 90 Minuten lang Mann gegen Mann gedeckt.“ Das bekam auch sein Schützling Aykut Durna zu spüren. Der Ligatoptorjäger (16 Treffer) hing komplett in der Luft.
Mit 0:0 ging es in die Kabinen – ein schmeichelhafter Zwischenstand für die Gäste. Nach der Pause entwickelte sich zunächst ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, denn auch die Eislinger waren plötzlich aufgetaut. Das gefährlichere Team blieben aber die Gastgeber, auch wenn sich deren Chancenfahrlässigkeit zunächst fortsetzte. So vergab Fabijan Krpan nach rund 60 Minuten die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels, musste nach einem mustergültigen Konter über rechts nach Hereingabe von Ekrem Servi nur noch einschieben – doch gelang ihm das Kunststück aus fünf Metern den Ball hoch übers Tor zu jagen.
Wenige Minuten später revanchierte er sich aber und vollendete eine Co-Produktion des Plattenhardter Offensivdreizacks: Aristidis Perhanidis brachte den Ball zu Servi, der im Strafraum noch an Dominik Kuhn im Tor der Gäste scheiterte. Den Abpraller versenkte Krpan zum überfälligen 1:0 (68.). Vier Zeigerumdrehungen später baute das Team die Führung unter gütiger Mithilfe von Kuhn aus. Der Torhüter sicherte einen weitgeschlagenen Ball der Plattenhardter an der Strafraumkante, doch der aufmerksame Servi stibitzte sich die Kugel und traf aus spitzem Winkel (72.).
„Wir haben konzentriert gespielt, immer daran geglaubt und uns am Ende belohnt“, sagt Coach Markovic hochzufrieden. Warum der Aufsteiger zuletzt ausgerechnet gegen die stärksten Teams der Liga zu glänzen wisse? Zum einen wurden die einfachen Fehler, die eine zwischenzeitliche Pleitenserie von vier Spielen bedingten, abgestellt. Zum anderen fühlt sich das Team mittlerweile wohl in der Liga. „Die Erfahrung wird durch solche harten Spiele mehr, das merkt man. Wir sind seit einigen Wochen auf dem richtigen Weg“, konstatiert Markovic. Angesichts des Ergebnisses dürfte er doppelt froh sein, dass das Spiel stattfinden konnte – 90 Minuten frieren hin oder her.
Ekrem Servi (Nominierungen: 2.). War die Schaltzentrale innerhalb des „100-Tore-Sturms“. Immer anspielbar, machte er viele Bälle fest, setzte neben dem Torhüter auch die gegnerische Defensivreihe ständig unter Druck und belohnte sich mit dem Treffer zum 2:0-Endstand.
TSV Plattenhardt: Grbic – Gyselincks, Nemanja Markovic, Blazek, Grun – Zugac (65. Hornung), Eiberger, Pein – Perhanidis (88. Azad Sever), Servi (90. Moll), Krpan (75. Boketsu).
1. FC Eislingen: Kuhn – Leonhardt, Reichert, Bühler, Pauen (65. Köse) – Sari (80. Gianni), Hölzli, Öztürk (89. Mandir) – Gromer (86. Cseri), Durna, Hodzic (72. Egrlic).
FV Neuhausen – TSV Bernhausen
(abg.)