Fußball: TSV Weilimdorf Beinahe-Abbruch bei Sieg des TSV Weilimdorf
Der Fußball-Verbandsligist behält in der turbulenten Partie die Ruhe und gewinnt das Heimspiel gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach verdient.
Der Fußball-Verbandsligist behält in der turbulenten Partie die Ruhe und gewinnt das Heimspiel gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach verdient.
Warum immer diese Schwankungen und nicht immer so wie dieses Mal im Heimspiel gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach? Diese Frage stellte sich der Trainer Oliver Stierle nach dem verdienten 3:1-Erfolg seiner Verbandsliga-Fußballer des TSV Weilimdorf. Wobei sie den Sieg neben der eigenen starken Leistung auch einem Mann zu verdanken hatten, der gar nicht auf dem Spielfeld stand: namentlich Hassan Lamari, eigentlich Teambetreuer des Heimclubs. Eigentlich. Lamari war am Samstag hauptverantwortlich für den letztlich reibungslosen Ablauf der Partie – es drohte zwischenzeitlich nämlich ein Abbruch.
Was war passiert? Der gut leitende Schiedsrichter Benjamin Schmidt griff sich nach 42 Minuten an den Oberschenkel. Schluss, aus und vorbei – wohl ein Muskelfaseriss machte ein Weitermachen unmöglich. Ein Ersatzmann für die Pfeife war schnell gefunden. Schmidts Assistent Sascha Wirth, Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Kocher/Jagst, ehemals in der Verbandsliga aktiv und nun Bezirksliga-Partien leitend, übernahm.
Doch wer sollte Wirth ersetzen? Der anwesende Schiri-Beobachter Harald Rechenberg winkte ab: „Entzündung im Knie.“ Die Stadionsprecher-Anfrage nach einem Schiedsrichter unter den Zuschauern war erfolglos. So kam schließlich Lamari zu der ungewohnten Rolle des Linienrichters.
Während Lamari sich in Montur warf, ging es für die Mannschaften in die Kabinen. Anschließend wurden die fehlenden drei Minuten der ersten Hälfte nachgeholt – mit Folgen für die Gastgeber. Die Restspielzeit von Hälfte eins war die einzige Weilimdorfer Schwächephase im gesamten Spiel. Zwar knallte Riccardo Scarcelli in der 45. Minute den Ball gegen die Latte, doch im Gegenzug war die Heimdefensive ausnahmsweise nicht im Bilde und Nicola Zahner traf – zum 1:1-Pausenstand. Der starke Stürmer Daniel Baierle hatte die Gastgeber zuvor mit der ersten Chance des Spiels nach 17 Minuten per Kopf in Führung gebracht, Scarcelli bediente herrlich.
Die Seiten wurden gewechselt, Stierle sprach den Seinen nochmals kurz ins Gewissen, forderte sie auf, „weiter konzentriert, engagiert und mit Köpfchen zu spielen“. Was sie denn auch hervorragend umsetzen und ihre beste Phase mit mehreren guten Möglichkeiten hatten. „Die Reaktion nach dem Gegentor war bombastisch“, schwärmt der Coach. Wie häufig sorgten die von Jonathan Zinram-Kisch, dieses Mal Kapitän für den Rotsünder Enis Küley, getretenen Standards für Gefahr und in der 52. Minute zur verdienten Weilimdorfer Führung. Ein Zinram-Kisch-Eckball wurde vom Gegner zu kurz geklärt, aus 17 Metern hielt der Außenverteidiger Luka Milenkovic drauf, und Erdinc Bozoglu lenkte den Ball mit der Hacke ins Netz – das siebte Saisontor des Innenverteidigers, das erste per Fuß.
Sechs Minuten später wurde Scarcelli nach einem schönen Konter von Philipp Tabatabai von den Beinen geholt. Die richtige Entscheidung von Ersatz-Schiri Wirth: Elfmeter. Die Doppelbestrafung mit der Roten Karte war dann eher fragwürdig, Tabatabais Angriff galt dem Ball. „Das hat mich auch gewundert, aber uns war’s recht“, so Stierle. Tamer-Harun Fara auch – er verwandelte sicher. Danach hatten die Gastgeber mehrfach die Möglichkeit zum Führungsausbau. „Der einzige Vorwurf an meine Mannschaft:In Überzahl haben wir zu schlampig gespielt“, sagt Stierle.
Nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie mit 2:11 Toren haben die Weilimdorfer aber auch so eine beeindruckende Antwort gegeben und den Anschluss zum auf jeden Fall ligaerhaltenden neunten Rang – vier Punkte Rückstand – wieder hergestellt. „Die Mannschaft kann es auch defensiv, wie sie gezeigt hat, ich hoffe nur, dass sie das nun häufig zeigt“, sagt Stierle.
Und was machte der Aushilfsassistent Lamari? Dieser blieb ohne Fehl und Tadel, hat sich für weitere Seitenlinieneinsätze empfohlen. „Letztmals habe ich Jugendspiele gepfiffen. Ich glaube, ich hab’ das ganz gut gemacht“, sagt er.
Daniel Baierle (Nominierung: 4) war im Sturm jederzeit anspielbar, verlängerte viele Bälle per Kopf und diente als Wandspieler, also legte das Spielgerät geschickt für seine Mitspieler ab. Und er betätigte sich einmal mehr als Torschütze. Das 1:0 war bereits sein zehnter Saisontreffer. Damit ist er aktuell Weilimdorfs bester Schütze.
TSV Weilimdorf: Heske – Krasniqi, Bozoglu, Kuchler, Milenkovic (65. Takasaki) – Zinram-Kisch – Berretta (53. Fara), Genc, Bouich (77. Kasiar), Scarcelli (64. Offei) – Baierle (90. Njie).
TSG Hofherrnweiler-Unterrombach: Barth – Ruth, Wageman, Darius Tabatabai, Ziemer (67. Jonus) – Seidler (43. Bucan), Zahner, Freitag (75. Sanyang), Klenk (43. Köhnlein) – Ibrahim (75. Kuntz), Philipp Tabatabai.